Kommentar Ein Aktionsbündnis mit Realitätsmangel

Sigmar Gabriel will die Reichen höher besteuern. Doch die Pläne seines Aktionsbündnis treffen stattdessen den deutschen Mittelstand, die Leistungsträger unserer Gesellschaft. Die SPD schadet sich so nur selber.
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Sigmar Gabriels SPD kann ohne den Mittelstand keine Wahl gewinnen. Quelle: dapd

Sigmar Gabriels SPD kann ohne den Mittelstand keine Wahl gewinnen.

(Foto: dapd)

Es ist schade um Sigmar Gabriel. Da hat er mal eine gute Idee und einen guten Tag und kritisiert zu Recht die Banken für ihre Unfähigkeit zur Verantwortung. Und schon meint er, nachlegen und sich mit einem neuen „Aktionsbündnis" für eine umfassende neue Besteuerung der „Reichen" gemein machen zu müssen. Die Vorlage dieses Bündnisses aus Gewerkschaften, Sozialverbänden und Globalisierungsgegnern war offenbar so verführerisch, dass der SPD-Vorsitzende übersehen hat, dass der Ball nicht auf dem Elfmeterpunkt vor dem gegnerischen Tor der Regierungskoalition lag, sondern vor dem eigenen.

Und so trifft dieser Vorstoß auch einen großen Teil der eigenen sozialdemokratischen Klientel: jene Facharbeiter und Leistungsträger der Gesellschaft, die die Mittelschicht und damit den Stabilitätsanker unseres Landes ausmachen und die in früheren Jahren vielfach SPD gewählt haben.

Michael Inacker ist stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts. Quelle: Privatfoto

Michael Inacker ist stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts.

(Foto: Privatfoto)

Denn völlig unklar ist seitens des Aktionsbündnisses, wer eigentlich als „Reicher" gemeint ist. Zwar redet der Verdi-Chef Frank Bsirske davon, dass Deutschland ein „Steuerparadies" für Vermögende, Erben und Spekulanten sei, doch werden Zerrbilder durch Wiederholung nicht wahrer.

Wenn es nämlich um Vermögen (und nicht um jährliche Einkommen) ab 250.000 Euro geht, dann wären eben sehr schnell auch fleißige Hausbesitzer, Familien mit Immobilien und Sparguthaben sowie einer Lebensversicherung dem Zangengriff der neuen Umverteiler ausgesetzt.

Diese Gruppe der stillen Leistungsträger bezeichnete man einst auch als „Helmut-Schmidt-Wähler", und sie war das Fundament, auf dem die SPD erst solche Mehrheiten zusammenbringen konnte, die sie an die Regierung brachten. Mit Aktionsbündnissen gewinnt man jedenfalls keine Wahl.

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11 Kommentare zu "Kommentar: Ein Aktionsbündnis mit Realitätsmangel"

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  • Danke, Herr Inacker!
    Jedes Wort spricht mir aus der Seele.
    Wenn man in einem qualifiziertem Vollzeit-Beruf Geld verdient, wird man in Deutschland nur noch an den Pranger gestellt. Dabei habe ich in meinen vergangenen 28 Berufsjahren immense Summen in die Sozial- und Steuersysteme eingezahlt. Der Staat wird sowieso nie sparen. Es ist viel zu einfach, fremdes Geld zum Fenster hinauszuwerfen.
    Deutschland ist wirklich das einzige Land auf der Welt, in dem man sich dafür entschuldigen muss, dass man mit Arbeit Geld verdient.

  • --@ihr

    Dass sie kein Hintergrundwissen haven, ist mir schon klar.
    Wahrscheinlich nur aus den Propaganda Maschinen ARD bezogen

    Bildung hat übrigens nix mit wissen von Fakten zu tun.

    Wir laufen nun mal ins Ende der Demokratie, schwatzen Sie ruhig weiter. Was kümmert es einer dt. Eiche, wenn ne dünne Sau sich an ihr scheuert, die Karawane zieht weiter, auch wenn die köter am Straßenrand kläffen

  • "Wenn wir endlich chinesische Verhältnisse haben, ist es vorbei mit lustig"

    Richtig, wer dort > 1Mio Dollar veruntreut wird hingerichtet.

  • "Vom Mossad bezahlte Neo-Nazis" Ihre Bildung ist auch nicht die Beste....

  • "- Pisa-Penner, die nach 12 Schuljahren nicht einmal wissen, wie die Hauptstadt von Texas ist"
    Es gibt sicherlich wichtigeres zu wissen. Aber das desolate deutsche Schulsystem ist dem Umstand permaneten Sparens geschuldet, Sparen für die Gewinne der Reichen!

  • "- H4 Schmarotzer"
    Schmarotzer sind nicht die H4er, sondern die Anbieter von prekären Arbeitsverhältnissen! Arbeitgeber, dei die Menschen zu Niedriglöhnen arbeiten lassen, das sind die Verbrecher. Oder die Steuerverbrecher in der Schweiz!

  • "Von mangelnder Solidarität der starken Schultern kann keine Rede sein. "

    Hier wird alles völlig verdreht! Die Reichen in Deutschland tragen viel zu wenig bei, ihre vermögen stiegen enorm, während die Einkommen derer, die sie erarbeiteten sanken! Erben von vermögen> 1Mio haben von der schwarz-geld regierung die Steuern gesenkt bekommen - zeitgleich zum Hotelsteuersenkungsgesetz.

    Starke Schultern tragen in Deutschland viel zu wenig Last! Sie profitieren vom Staat, tragen aber fast ichts dazu bei.

  • "Man würde sich freuen, wenn die Leistungsträger nicht an den Pranger gestellt würden, sondern vor dem Druck der Dank käme"

    Leistungsträger - ich kanns nicht mehr hören! Wer in Deutcshland alles arbeitet für den sinken die Löhne seit 20 Jahren! Und die Millionäre und Milliardäre als Leistungsträger bezeichnen zu wollen trifft wohl kaum die realität!!!

  • Oh da ist das Gejammere groß! Sofort wird die Propagandamaschine in Gang gesetzt, um im Auftrag der Reichen deren Geld zu schützen!

    Dabei hat das Aktionsbündniss volkommen recht: Ursache der permanenten Krisen ist die Öffnung der Vermögens- und Einkommensschere. Und jede Maßnahme diese Schere wieder zu schließen kann nur gut für die Wirtschaft sein!

    Übrigens, die Gier der grenzenlose Gier der Reichen ist dafür verantwortlich, daß die Chinesen uns das know-how stehlen konnten!

    Schaut man sich sie Vermögen der reichen und die Schulden der Staaten an, so kommt man sehr schnell drauf, wer die Schulden bezahlen muß.

  • das ist nicht einmal Opium für volk
    das ist billiger Kutscher-Schluck für den Mopp aus der Gosse

    [...].

    Immer wieder ist es das selbe Muster und am Ende haben wir endlich chinesische, erfolgreiche Regierungsverhältnisse.

    Also aufgepasst ihr Chaoten:
    - 1. Mai Demo
    - [...]
    - Pisa-Penner, die nach 12 Schuljahren nicht einmal wissen, wie die Hauptstadt von Texas ist
    - [...]

    Wenn wir endlich chinesische Verhältnisse haben, ist es vorbei mit lustig

    [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]




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