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Kommentar Ein Ausstieg aus dem Tarifvertrag käme Aldi teuer zu stehen

Gewerkschafter warnen, dass sich Aldi Nord aus dem Tarifvertrag verabschieden könnte. Das wäre allerdings kein kluger Schachzug – auch für den Discounter nicht.
15.08.2018 - 08:27 Uhr Kommentieren
Aldi: Ein Ausstieg aus dem Tarifvertrag wäre unklug Quelle: dpa
Umsteuern bei Aldi Nord?

Beim Discounter wird über den Tarifvertrag diskutiert.

(Foto: dpa)

Hamburg Neue Arbeitsverträge, alter Ärger: Gewerkschaftler schlagen im „Spiegel“ Alarm, weil Aldi Nord die Arbeitsverträge ändert. Neben einer Reihe anderer Anpassungen baut der Discounter eine Klausel ein, die für einen eventuellen Ausstieg aus dem Tarifvertrag vorsorgt.

Aktuell, so beteuert Aldi gegenüber dem Magazin, sei keine Flucht aus dem Verdi-Tarif geplant. Tatsächlich wäre das auch keine gute Idee: Der Arbeitsmarkt ist angespannt, der Einzelhandel muss um Bewerbungen kämpfen. Von daher ist unwahrscheinlich, dass Aldi gerade jetzt einen Konflikt um Tarife riskieren will.

Für die Zukunft ist das aber nicht ausgeschlossen – und genau dafür sorgt Aldi rechtlich vor. Der Einzelhandelstarif erodiert. Gerade erst ist Real ausgetreten. Bei den Genossenschaften wie Edeka variiert die Bezahlung teils zwischen den Kaufleuten. Bei Karstadt und Kaufhof kommt die Gewerkschaft den angeschlagenen Händlern entgegen.

Eigentlich ist die Idee des Flächentarifvertrags, des einen Tarifs für alle Händler, längst Illusion. Klar schadet das den Arbeitnehmern: Schließlich dient der Flächentarif dazu, dass Löhne und Gehälter kein Faktor im Preiswettbewerb sind.

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    Die Tarifflucht etwa der Metro-Tochter Real ist ein Zeichen dafür, dass die Geschäftsmodelle einiger Händler kranken. Bei Aldi kann davon – trotz Modernisierungsbedarf in einigen Filialen – nicht die Rede sein. Der Discounter verdient gutes Geld, kann also auch seinen Beschäftigten gutes Geld zahlen. Dennoch ist ein Tarifausstieg offensichtlich kein Tabu mehr. Das ist eine Folge des löchrigen Umfelds.

    Die Gewerkschaft tut gut daran, um die Reste des Flächentarifs zu kämpfen. Doch die Arbeitsverträge mit den Vorratsklauseln wird sie nicht verhindern können. Statt immer neue Konfliktfelder mit Aldi aufzureißen, könnte es für die Gewerkschafter klüger sein, die Unternehmensführung im Guten von den Vorteilen des Tarifvertrags zu überzeugen.

    Denn die gibt es: Der Name Aldi ist nicht unbedingt der klingendste Arbeitgeber-Name. Doch durch Tariftreue ist Aldi für Fachkräfte eben doch attraktiv. Und auch gegenüber den Kunden ist eine angemessene Bezahlung der Mitarbeiter ein Argument. Niemand kauft gern dort ein, wo die Kassiererin sich kein angemessenes Leben leisten kann – selbst wenn die Preise niedrig sind.

    Und zu guter Letzt: Die Gewinnmaschine Aldi, die ihre Gründer zu einer der reichsten Familien Deutschlands gemacht hat, kann sich Tariflöhne auf absehbare Zukunft auch leisten. Das gilt auch dann, wenn schlecht geführte Wettbewerber das nicht mehr können.

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