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Kommentar Ein besserer Zeitpunkt für den Pinterest-Börsengang wird nicht kommen

Vor dem Start an der Wall Street zeigen die Börsenunterlagen von Pinterest solides Wachstum. Doch die Zukunftschancen des Netzwerks sind ungewiss.
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Die Nutzer der Plattform sind zu rund zwei Dritteln weiblich. Quelle: dpa
Foto-Netzwerk Pinterest

Die Nutzer der Plattform sind zu rund zwei Dritteln weiblich.

(Foto: dpa)

San FranciscoIm Silicon Valley herrscht ein ungeschriebenes Gesetz: Demnach geht ein Start-up an die Börse, wenn der Markt so weit ist, egal ob dieser Schritt in die eigene Planung passt oder nicht. Dieser Devise folgt nun auch Ben Silbermann, Gründer und Chef von Pinterest.

Besser als jetzt werden die Zeiten nicht mehr für die Plattform für gepinnte Bilder und Shopping. Derzeit strebt eine ganze Kohorte von Tech-Firmen aufs Parkett, darunter Lyft, Airbnb, Slack oder Uber. Nachdem die Firmen jahrelang auf den privaten Märkten Milliarden einsammelten, kann es jetzt nicht schnell genug gehen.

Pinterest hofft, vom Schwung der Newcomer zu profitieren. Das Unternehmen veröffentlichte am Freitag die Börsenunterlagen, die es im Februar bei der Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht hatte. Der Handel an der New Yorker Börse unter dem Ticker-Symbol „PINS“ könnte demnach schon im April starten.

Zukunftschancen sind ungewiss

Dennoch sind die Zukunftschancen des Netzwerks im Schatten von Facebook, Twitter oder Instagram nach wie vor ungewiss. Pinterest erreicht zwar laut eigener Angaben rund 250 Millionen Nutzer, zwei Drittel davon Frauen. Laut Comscore entspricht dies einem Anteil von 43 Prozent aller US-Internetnutzer.

Doch die Plattform streicht nur 0,3 Prozent der weltweiten digitalen Werbeumsätze ein. Zum Vergleich: Google und Facebook kommen gemeinsam auf knapp 60 Prozent. Amazon erreicht 8,8 Prozent. Den Online-Händler mit stetig wachsendem Anzeigengeschäft nennt Pinterest denn auch eine „bedeutende Konkurrenz”, neben Facebook, Snap und Google.

Silberman betont zwar stets, Pinterest sei kein soziales Netzwerk. Doch die Plattform besitzt viele Elemente, die Nutzer aus sozialen Medien kennen. Sie können etwa Profilen folgen oder Inhalte teilen. Die Firma charakterisiert sich laut Börsenunterlagen als Ort, um „Ideen zu entdecken”, für Suche, „Träumen“ und „Produktivität”. Die größte Herausforderung für das Netzwerk wird sein, auch die Investoren von dieser Auffassung zu überzeugen.

Neue Konkurrenz beim E-Commerce

Auch beim E-Commerce, einer potenziellen Einnahmequelle für Pinterest, droht schließlich neue Konkurrenz. Pinterest bietet Händlern die Möglichkeit, ihre Produktkataloge im Netzwerk zu veröffentlichen oder mit „Product Pins” bestimmte Waren herauszuheben. Bei Rivale Instagram können Nutzer das Angebot einiger Marken ab sofort direkt in der App kaufen.

Das Debüt der Firma aus San Francisco dürfte trotzdem viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Pinterest ist die erste digitale Medienplattform seit Facebook-Konkurrent Snap, die sich an die Börse wagt. Nach der letzten Finanzierungsrunde kam die Plattform, die FirstMark, Andreessen Horowitz und Fidelity zu ihren Investoren zählt, auf eine Bewertung von 12,3 Milliarden Dollar.

Wie die Börsenunterlagen zeigen, sind die Finanzen solider als die von Snap – und sie entwickeln sich positiv. Vergangenes Jahr erzielte Pinterest einen Umsatz in Höhe von 755,9 Millionen Dollar, ein Plus von 60 Prozent gegenüber 2017. Demgegenüber stand ein Verlust von 63 Millionen Dollar. 2017 beliefen sich das Minus noch auf 130 Millionen Dollar.

Der Schritt aufs Parkett, der von Goldman Sachs, JPMorgan und Allen & Company angeführt wird, dürfte Pinterests Unternehmenswert nur geringfügig steigern. Laut Bloomberg könnte das Start-up 1,5 Milliarden Dollar einnehmen. Das Netzwerk will Aktien in zwei Klassen ausgeben, darunter B-Aktien mit 20-fachen Stimmrecht gegenüber Aktien der Klasse A.

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