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Kommentar Ein Brexit-GAU ist nicht mehr auszuschließen

In den Verhandlungen um den EU-Austritt Großbritanniens will keine Seite einlenken. Unternehmen müssen nun schleunigst ihre Notfallpläne aktivieren.
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Theresa Mays innenpolitischer Spielraum für weitere Zugeständnisse ist ausgereizt. Quelle: AFP
Kein Durchbruch in den Verhandlungen

Theresa Mays innenpolitischer Spielraum für weitere Zugeständnisse ist ausgereizt.

(Foto: AFP)

Die Brexit-Verhandlungen sind in eine neue Phase eingetreten: Beide Seiten warnen eindringlich vor einem Scheitern. In London reden Politiker davon, Medikamente und Lebensmittel zu horten, um in den Wochen nach einem chaotischen Brexit im März 2019 versorgt zu sein.

Das Brexit-Ministerium mutiert zum Heimatfront-Ministerium: Der neue Minister Dominic Raab will im Sommer Mitteilungen an Haushalte und Unternehmen verschicken, wie diese sich auf den Tag X vorbereiten sollen. In Brüssel orakelt die EU-Kommission unterdessen düster über lange Staus an den Grenzen und Flugzeuge, die am Boden bleiben.

Der jüngste britische Vorschlag einer Freihandelszone für Güter hat ersichtlich keinerlei Durchbruch gebracht. Den Europäern reicht das Angebot nicht aus, Theresa Mays innenpolitischer Spielraum für weitere Zugeständnisse aber ist ausgereizt.

Die Verhandlungen gleichen nun einem „Game of chicken“: Keine Seite will einlenken, stattdessen geben beide auf den letzten Metern noch einmal Gas, um den Gegenüber zum Ausweichen zu zwingen. Je länger aber die beiden Autos aufeinander zurasen, desto größer wird die Gefahr eines Unfalls. Eine Einigung bleibt weiterhin das wahrscheinlichere Szenario, weil sie im beiderseitigen Interesse wäre.

Die Drohkulisse der britischen Regierung ist auch nicht ganz ernst zu nehmen, weil die Behörden selbst einräumen, auf einen Brexit im März nicht vorbereitet zu sein. Zudem verweisen die Europäer darauf, dass es vor dem Crash der beiden Autos noch eine Abzweigung gebe: Durch die Verlängerung des Artikel-50-Verhandlungszeitraums ließe sich der Stichtag hinauszögern. Das könnte den Unterhändlern am Ende die entscheidenden Tage kaufen.

Doch darauf verlassen können sich Unternehmen nicht. Sie müssen schleunigst ihre Notfallpläne aktivieren, wenn sie es nicht längst getan haben. Ein Brexit-GAU aus Versehen ist nicht mehr auszuschließen.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Ein Brexit-GAU ist nicht mehr auszuschließen"

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  • Richtig! Ein "No Deal" muß die Haltung der EU sein. Die Engländer waren über Jahrzehnte ein "Schmerz im Arsch" der EU. Sie waren immer nur destruktiv. Tatsache ist: Wenn sie Härte zeigt kann die EU nur gewinnen, GB kann aber in jedem Fall nur verlieren. Etwas Rache muß leider sein.

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