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Kommentar Ein bundesweites Zentralabitur würde für fairen Wettbewerb sorgen

Die Kultusminister schaden mit uneinheitlichen Abiturprüfungen in den Ländern sowohl dem Nachwuchs als auch der Volkswirtschaft. Eine Reform tut not.
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Die Leistungen von Schülern in den verschiedenen Bundesländern lassen sich bislang nur schwierig vergleichen. Quelle: E+/Getty Images
Schüler im Klassenraum

Die Leistungen von Schülern in den verschiedenen Bundesländern lassen sich bislang nur schwierig vergleichen.

(Foto: E+/Getty Images)

Die Abiturnoten deutscher Schüler variieren um bis zu einer halben Note: Am schlechtesten waren sie zuletzt mit einem Schnitt von 2,7 in Niedersachsen, am besten in Thüringen, wo sie 2,3 betrugen. Das Problem dabei: Die Leistung wird von Land zu Land noch immer mit unterschiedlicher Elle gemessen. Kein Mensch weiß also, ob die Niedersachsen wirklich so viel weniger lernen als die Thüringer. Wahrscheinlich ist es nicht.

Das ist volkswirtschaftlich schädlich. Denn in vier von fünf Studienfächern gibt es einen Numerus clausus. Und wenn wir die knappen Plätze nach Leistung vergeben wollen, müssen wir diese Leistung auch entsprechend vergleichen können. Anderenfalls nehmen „schlechtere“ Bewerber „besseren“ den Platz weg – zum Schaden des Arbeitsmarkts.

Dem Nachwuchs gegenüber ist das jetzige System ungerecht. Eltern von Studienanfängern können ein Lied davon singen, wie viel mitunter ein, zwei Zehntel ausmachen: Es bedeutet im Zweifel den Umzug in eine weit entfernte Stadt oder den Verzicht auf das Lieblingsstudium. Richtig teuer werden kann das, wenn man den Kindern dann eben eine teure Privathochschule finanziert oder gleich ein Studium im Ausland.

Deshalb müssen sich die Kultusminister dazu durchringen, ihren zaghaften Ansatz für mehr Vergleichbarkeit zu einem konsistenten gemeinsamen Modell umzubauen. Ob man das dann „Zentralabitur“ nennt oder anders, ist gleich.

Natürlich bestehen zwei Drittel der Note aus den Punkten, die die Schüler in den Kursen der Oberstufe sammeln und sind per se nicht vergleichbar. Doch die Abiturprüfung selbst ist das einzige Instrument, Unterschiede zu messen. Deshalb muss wenigstens sie so schnell wie möglich einheitlich sein.

Das Einfachste wäre, die Länder würden sich nur noch ausschließlich aus dem gemeinsamen Aufgabenpool bedienen, den Experten erstellen – und nicht länger eigene Aufgaben ersinnen oder die Poolaufgaben verändern. Das sind sie den Schülern und den Arbeitgebern schuldig. Doch sie scheuen sich – vor allem weil dann ein echter föderaler Wettbewerb möglich wäre, von dem Kultusminister ansonsten so gern reden.

Noch ein Wort zu den Bayern, die – angeführt vom Ministerpräsidenten – eine zentrale Regelung vehement torpedieren. Zuletzt kamen die Abiturienten im Freistaat im Schnitt auf eine 2,4 – das ist bundesweit Platz vier.

Wenn das bayerische Abitur tatsächlich so viel wert ist, wie die CSU mit Blick auf die Vergleichstests in der Mittelstufe gern suggeriert, bräuchte Bayern ein bundesweites Abitur nicht scheuen. Im Gegenteil: Die Landeskinder hätten dann im Schnitt bessere Chancen auf einen Studienplatz als heute.

Mehr: Immer lauter werden die Stimmen nach einer Reform des Abiturs: Der Druck auf die Kultusminister steigt – aber die Politik ist sich noch uneins.

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