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Kommentar Ein Corona-Impfstoff wäre gut für die Banken – allerdings kein Allheilmittel

Eine Normalisierung des Wirtschaftslebens würde den meisten Instituten nützen– eine Beruhigung der Finanzmärkte hingegen nicht unbedingt.
12.11.2020 - 20:14 Uhr Kommentieren
Ein Corona-Impfstoff könnte eine drohende Pleitewelle zumindest bremsen, und damit auch für weniger faule Kredite in den Bankbilanzen sorgen. Quelle: dpa
Blick auf die Frankfurter Bankenskyline

Ein Corona-Impfstoff könnte eine drohende Pleitewelle zumindest bremsen, und damit auch für weniger faule Kredite in den Bankbilanzen sorgen.

(Foto: dpa)

Die Nachricht, dass das deutsch-amerikanische Duo Biontech und Pfizer schon bald einen Corona-Impfstoff auf den Markt bringen könnte, sorgte für kräftig steigende Kurse – auch bei Bankaktien. Allein die Papiere der Deutschen Bank gewannen am vergangenen Montag rund sechs Prozent an Wert.

Die Reaktion der Märkte ist rational, denn die Pandemie ist wie in so vielen anderen Branchen das größte Risiko für die Geldhäuser. Allerdings gibt es doch einen entscheidenden Unterschied zwischen Banken, Fluglinien und Hoteliers.

Für die Institute birgt die Pandemie nicht nur Gefahren, sondern auch ein paar Chancen. Im Investmentbanking etwa sorgen die heftigen Kursschwankungen an den Märkten für eine robuste Sonderkonjunktur. Die Risiken in Form von Unternehmenspleiten hingegen, die auf das Kreditgeschäft durchschlagen, haben sich dank der gigantischen staatlichen Wirtschaftshilfen bisher noch nicht materialisiert. Allerdings sind diese Schäden nur aufgeschoben und nicht aufgehoben. Deshalb empfehlen die Aufseher den Banken, sich auf das Schlimmste vorzubereiten.

Das ist sicherlich ein guter Rat, auch wenn ein Corona-Impfstoff unser Leben in absehbarer Zeit wieder ein Stück normaler machen sollte. Von der Aussicht auf einen Impfstoff profitieren zunächst einmal alle Banken: die großen internationalen Häuser mit starkem Investmentbanking, weil die Vorfreude der Investoren die Kurse in Bewegung hält und damit die Sonderkonjunktur im Handelsgeschäft befeuert. Die kleineren und mittleren Banken profitieren von der Hoffnung auf weniger faule Kredite.

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    Dieser zweite Effekt dürfte länger anhalten. Denn sobald sich konkreter absehen lässt, dass sich die Wirtschaftslage wirklich normalisiert, wird sich die Lage an den Märkten beruhigen – mit entsprechenden Folgen für die Verdienstmöglichkeiten der Investmentbanker. So, wie die Coronakrise für die großen Investmentbanken von Anfang an ein ambivalentes Phänomen war, so ist die Perspektive auf einen Impfstoff auch kein reiner Segen für diese Gruppe.

    Für Euphorie gibt es ohnehin keinen Anlass, zumindest mit Blick auf die europäischen Banken. Für sie bedeutet ein Ende der Pandemie erst einmal „zurück auf Los“. An den grundsätzlichen Problemen der Branche, vor allem an der schwachen Profitabilität, hat sich während der Coronakrise nichts Wesentliches geändert.

    Mehr: Chefin der EU-Abwicklungsbehörde lehnt nationale Bad Banks ab

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