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Kommentar Ein Ende der Staus kann es nur mit weniger Autos geben

Volkswagen verspricht eine staufreie Zukunft mithilfe der gewaltigen Rechenkapazität von Quantencomputern. Doch das wird nicht reichen.
22.10.2019 - 17:58 Uhr Kommentieren
Autos stecken im Stau fest. Quelle: dpa
Köln

Autos stecken im Stau fest.

(Foto: dpa)

Es klingt nach einer wunderbaren Vision: Mit einem Quantencomputer will Volkswagen dafür sorgen, dass niemand mehr unter einem Stau leiden muss. Die gewaltige Rechenkapazität von Quantencomputern könne das Verhalten von Millionen von Verkehrsteilnehmern rechtzeitig antizipieren und so lange Staus im Voraus verhindern.

Schön wäre es, wenn es so kommen würde. Aber die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte sprechen dagegen. Schon mit der Einführung der Navigationssysteme vor 20 Jahren hat die Autobranche das Ende der Staus versprochen. Doch es ist bei einem Versprechen geblieben. Auch die neueste Generation der Navigationssysteme, die permanent online sind und damit auf aktuelle Straßenverhältnisse reagieren können, hat dem Stau kein Ende bereiten können.

Die Vorhersagen eines Quantencomputers können nur dann stimmen, wenn die Datenqualität in Ordnung ist. Das heißt nichts anderes, als dass Millionen von Verkehrsteilnehmern ihre Daten tatsächlich bereitstellen müssen. Kann ein Hersteller wie VW das garantieren? Nein. Und auf die Freiwilligkeit etwa der Autofahrer sollte niemand setzen. Dagegen spricht schon die stark wachsende Datenskepsis in der Bevölkerung.

Zudem gibt es noch ein weiteres Argument, das gegen ein schnelles Ende der Staus spricht: Unsere Straßen sind inzwischen einfach zu voll geworden. Da hilft auch kein noch so schlauer Computer. Auf unserem begrenzten Straßensystem sind zu viele Autos unterwegs, die letztlich für die leidigen Staus sorgen.

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    Ein Ende der Staus kann es nur mit weniger Autos geben. Doch diesen radikalen Schritt denkt heute noch niemand. Denn das hätte zur Voraussetzung, dass das Auto seine Priorität verlöre und dass alle Verkehrsträger gleichberechtigt wären. Und dann würde ein Quantencomputer vielleicht dazu raten, doch lieber den Zug zu nehmen, weil sich auf der Autobahn gerade in diesem Moment ein neuer Stau zu bilden droht.

    Mehr: Mit den neuartigen Rechnern sollen Staus umfahren werden, bevor sie entstehen. Das die neue Art der Navigation könnte vor allem den Fahrtdienst-Markt umkrempeln.

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