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Kommentar Ein starker Mittelstand ist für Deutschland wichtiger denn je

Kleine und mittlere Firmen spüren bisher wenig von der Konjunkturkrise. Einmal mehr beweist der Mittelstand, dass er das Rückgrat der Wirtschaft ist.
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Die Messe beweist wiederholt, dass Deutschland trotz Konjunkturabschwung vom Mittelstand profitiert. Quelle: dpa
Angela Merkel bei der Eröffnung der Hannover Messe

Die Messe beweist wiederholt, dass Deutschland trotz Konjunkturabschwung vom Mittelstand profitiert.

(Foto: dpa)

Pessimismus ist angesagt: Pünktlich zum Auftakt der Hannover Messe, der weltgrößten Investitionsgütermesse, haben die deutschen Maschinenbauer ihre Jahresprognose drastisch gekappt. Anstelle eines Wachstums von zwei Prozent erwartet der Verband für seine 3200 Mitgliedsfirmen mit ihren 1,3 Millionen Beschäftigten nur noch ein mageres Plus von einem Prozent.

Die Maschinenbauer machen den zunehmenden Protektionismus und den schwächeren Welthandel dafür verantwortlich. Da wirken die Worte von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Eröffnungsfeier „ich bleibe eine große Befürworterin von Marktoffenheit und freiem Handel“ wie fromme Wünsche.

Merkwürdig erscheint in diesem Zusammenhang auf den ersten Blick, dass die kleinen und mittelgroßen deutschen Firmen bislang wenig von Protektionismus und schwächerem Welthandel zu spüren scheinen. Nach dem Rekordjahr 2017 sind die Firmen auch 2018 kräftig gewachsen: Die Umsätze stiegen im Schnitt um 5,5 Prozent, die Vorsteuergewinne sogar um knapp 14 Prozent.

Das belegen die ersten 4000 Bilanzen für das abgelaufene Geschäftsjahr, wie sie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband ausgewertet hat. Branchen wie Handel und Bau boomen regelrecht mit zweistelligen Zuwachsraten. Von heraufziehenden Krisengefahren keine Spur!

Doch die Unternehmen sorgen vor, denn auch das belegen die Abschlüsse. Mit den Gewinnen wird vor allem das Eigenkapital gestärkt. Obwohl die Unternehmen mehr Bankkredite in Anspruch nahmen, wuchs die Eigenkapitalquote auf eine Rekordhöhe von 47 Prozent.

Das Credo lautet: Nicht noch einmal in einer Krise von den Banken abhängig sein – so wie inmitten der Rezession 2009. Als damals Aufträge, Umsätze und Mittelzuflüsse mit einem Mal versiegten, stiegen die Kreditzinsen für Bankkredite und Unternehmensanleihen in zweistellige Höhe. Das brachte viele Firmen in finanzielle Schieflagen.

Der Ausweg lautet diesmal: Nettofinanzschulden abbauen und das Eigenkapital noch weiter stärken. Ein Credo, dem sich Mittelständler offenbar mehr verpflichtet fühlen als viele aktionärsgetriebene börsennotierte Konzerne.

Ihre Aktienrückkäufe auf Pump, so wie es etwa Apple und Microsoft betreiben, oder ihre waghalsigen Übernahmen, wozu sich Bayer mit seinem 50 Milliarden Euro teuren Kauf von Monsanto hinreißen ließ, erscheinen bei Mittelständlern undenkbar.

Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Dieser Standard mag auf der Hannover Messe zum wiederholten Male bemüht werden. An Aktualität und Richtigkeit hat er aber im nahenden Konjunkturabschwung nichts eingebüßt.

„Die deutsche Industrie befindet sich in einer Rezession“

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