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Kommentar Eine Blockade des Neuanfangs bei Thyssen-Krupp hätte niemandem geholfen

6000 Stellen werden beim Stahlkonzern gestrichen. Für die Betriebsräte und Gewerkschafter ist der Umbau von Thyssen-Krupp ein Spagat.
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Der Konzern steht vor einem großen Stellenabbau. Quelle: dpa
Stahlherstellung bei Thyssen Krupp

Der Konzern steht vor einem großen Stellenabbau.

(Foto: dpa)

Wenn sich alle anderen einig sind, gibt es meist einen, der verliert. Im Fall von Thyssen-Krupp sind das nun die Arbeitnehmer: Nachdem der Vorstand am Freitag erklärt hat, die geplante Konzernaufspaltung und das seit Jahren verfolgte Stahl-Joint-Venture mit Tata Steel Europe samt und sonders abzusagen, stehen in Essen nun Stellenstreichungen an. 6000 Jobs, davon zwei Drittel in Deutschland, sollen in den kommenden drei Jahren abgebaut werden. Auch betriebsbedingte Kündigungen sind dabei nicht ausgeschlossen.

Dass die IG Metall den Plänen noch in der Nacht ihrer Bekanntgabe zugestimmt hat, ebenso wie die wichtigsten Aufsichtsräte und Anteilseigner, zeigt das Dilemma, in dem sich die Gewerkschaft befindet. Der Plan, der wohl die größtmögliche Sicherheit für die Beschäftigten bedeutet hätte, ist durch das zu erwartende Veto der EU-Kommission vom Tisch. Will das Unternehmen nicht bei der nächsten Rezession mit nach unten gerissen werden, müssen spürbare Einschnitte her, auch beim Personal.

Obwohl die Belegschaft wohl am wenigsten für die jetzige Situation verantwortlich zu machen ist, tragen die Gewerkschafter diesen Schritt des Vorstands mit – und werden so ihrer Verantwortung gerecht. Denn eine Blockade des Neuanfangs hätte niemandem geholfen, sondern nur für noch mehr Unsicherheit gesorgt. Die ist nun immerhin auf ein Mindestmaß reduziert.

Auch wenn so manches Mitglied der IG Metall die Vereinbarung mit dem Vorstand eher kritisch sehen dürfte, der Deal verschafft den Arbeitnehmervertretern Machtzuwachs. Das Management muss nun jeden geplanten Verkauf mit Betriebsräten und Gewerkschaftern absprechen – so will es die Vereinbarung. Für künftige Konflikte, die im Rahmen des Umbaus zu erwarten sind, hat die IG Metall sich und den Mitarbeitern damit eine gute Position ausgehandelt. Die Unsicherheit durch die anstehenden Kündigungen sind verglichen damit nur ein geringer Preis.

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