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Kommentar Eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank ist alternativlos

Die beiden großen deutschen Privatbanken können ihre Ertragskraft alleine nicht steigern. Sie werden ihre ausgezehrten Kräfte bündeln müssen.
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Commerzbank und Deutsche Bank werden sich strategisch zusammenschließen müssen. Quelle: dpa
Deutsche Privatbanken

Commerzbank und Deutsche Bank werden sich strategisch zusammenschließen müssen.

(Foto: dpa)

Es war eine knallharte Ansage: Die internationalen Großinvestoren glaubten nicht, dass die Deutsche Bank und die Commerzbank jemals eine angemessene Eigenkapitalrendite erzielen könnten, sagte Staranalyst Stuart Graham kürzlich auf dem Bankengipfel des Handelsblatts.

Nun liegen auch angelsächsische Investoren häufiger mal falsch. Doch vieles spricht dafür, dass sie in diesem Fall recht haben. Während alle US-Banken und die meisten europäischen Rivalen wieder hohe Multimilliardengewinne erwirtschaften, ist die Ertragskraft der beiden größten börsennotierten deutschen Banken auch zehn Jahre nach Beginn der Finanzkrise bescheiden. Und es ist zweifelhaft, ob ihnen mit den bisherigen Konzepten ein großer Schritt nach vorne gelingen wird.

Aber es gibt eine große strategische Chance – und die lautet Fusion. Um den schleichenden Bedeutungsverlust der Großbanken zu stoppen, ist ein Zusammenschluss der Platzhirsche fast schon alternativlos.

Eine Bündelung der Kräfte hätte viele Vorteile: Mit weit mehr als 30 Millionen deutschen Kunden könnten die Geldhäuser der Übermacht der Sparkassen und Genossenschaftsbanken etwas entgegensetzen, Skaleneffekte im Privatkunden- und Mittelstandsgeschäft ausnutzen und in der Digitalisierung gezielter voranschreiten.

Das Management hätte zudem die einmalige Chance, die immer noch viel zu hohen Kosten der beiden Institute schnell und drastisch zu senken: indem redundante IT-Systeme abgeschaltet und andere Doppelstrukturen beseitigt, Filialen geschlossen und, ja, auch Zehntausende Stellen in der Verwaltung gestrichen werden.

Mit einem deutlich stärkeren Heimatgeschäft im Rücken würde es dem kombinierten Institut auch leichter fallen, im Ausland wieder auf Angriff zu spielen. Die in den obersten Banktürmen, vor allem bei der Deutschen Bank, ebenfalls erwogene Alternative eines Schulterschlusses mit einer anderen europäischen Bank ist aus heutiger Sicht dagegen illusorisch.

An der Börse ist die Deutsche Bank gerade einmal ein Drittel dessen wert, was beispielsweise die französische BNP auf die Waage bringt. Sie wäre in fast jeder europäischen Kombination der Juniorpartner – die Commerzbank ohnehin.

Natürlich birgt eine Fusion immer auch hohe Risiken: kulturell, regulatorisch und von der Managementseite her. Aber das Risiko, es weiter allein zu probieren, ist für beide mindestens ebenso groß.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und Martin Zielke von der Commerzbank wären gut beraten, sich durch ein paar Quartale mit halbwegs soliden Ergebnissen die notwendige Glaubwürdigkeit am Markt zu verschaffen und dann einen neuen Fusionsanlauf zu wagen. Zumal die Politik sie dabei unterstützen würde.

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  • die Kombination von 2 Losern macht noch lange keinen Gewinner ...