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Kommentar Eine Homeoffice-Steuer wäre absurd

Ein Thinktank der Deutschen Bank hat eine Steuer für Heimarbeit vorgeschlagen. Damit hat das Geldhaus zumindest eine wichtige Diskussion ausgelöst.
16.11.2020 - 17:49 Uhr Kommentieren
Arbeiten von zu Hause aus ist für die meisten Menschen Fluch und Segen zugleich, deshalb ist eine Steuer aufs Homeoffice keine gute Idee. Quelle: dpa
Arbeiten im Homeoffice

Arbeiten von zu Hause aus ist für die meisten Menschen Fluch und Segen zugleich, deshalb ist eine Steuer aufs Homeoffice keine gute Idee.

(Foto: dpa)

Wenn die Maxime stimmt, dass es keine schlechte PR gibt, dann hat die Deutsche Bank gerade einen schönen Erfolg gelandet. Der hauseigene Thinktank DB Research sorgt gerade mit seinem Vorschlag, Bürger, die auch nach der Coronakrise im Homeoffice arbeiten wollen, mit einer Sondersteuer zu belegen, für jede Menge Aufmerksamkeit und gerechte Empörung bei Ökonomen, Politikern und natürlich in der Twittersphäre.

Auf den ersten Blick ist die Idee absurd, auf den zweiten Blick auch, und trotzdem spricht der Autor der Studie, Luke Templeman, einige wichtige Punkte an, über die wir uns in einer Post-Corona-Welt Gedanken machen müssen.

Templemans Argumentation läuft ungefähr so: Die Arbeit von zu Hause aus ermöglicht direkte Einsparungen, man muss beispielsweise nicht pendeln und kein Geld für Anzug, Krawatte oder Kostüm ausgeben. Dazu kommen immaterielle Vorteile wie freie Zeiteinteilung und Bequemlichkeit. All diese Segnungen will Templeman besteuern, weil die Heimarbeiter von einer gesellschaftlichen Infrastruktur profitieren, für die sie nicht mehr so viel bezahlen wie zuvor.

Mit dem Geld könnten dann diejenigen unterstützt werden, die sich nicht den Luxus leisten können, von zu Hause aus zu arbeiten, oder nur ein geringes Einkommen beziehen. Diese Zielgruppe decke sich zu einem erhebliche Teil mit der Gruppe jener Menschen, die während der Coronakrise Risiken auf sich genommen haben, um Gesundheitssystem, Staat und Wirtschaft am Laufen zu halten.

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    Templeman räumt durchaus ein, dass Heimarbeit auch indirekte Kosten mit sich bringt, zum Beispiel den Stress mit den Kindern. Dabei vergisst der Deutschbanker allerdings die direkten Kosten, wie höhere Ausgaben für Strom und Heizung. Wenn schon eine Steuer fürs Homeoffice, dann bitte für die Unternehmen, die mit der Verlagerung der Arbeit ins Heim der Mitarbeiter Miete und Energiekosten sparen wollen (es sei denn, die Firmen entschädigen ihre Angestellten für direkte und indirekte Kosten des Homeoffice).

    Außerdem ist es einigermaßen absurd, Bürger für die Nichtbenutzung von Infrastruktur zu bestrafen. Warum dann nicht eine Steuer für Radfahrer oder Fußgänger, weil die nicht Busse und Bahnen bemühen, um von A nach B zu kommen?

    Trotzdem hat der Beitrag von Templeton seine Meriten, weil er Probleme anspricht, über die sich die Gesellschaft Klarheit verschaffen muss. Sorgt die Coronakrise wirklich für einen wirtschaftlichen Strukturwandel, und wie sehen die sozialen Kosten dieses Wandels aus? Wird dieser Wandel so abrupt kommen, dass er vom Staat abgefedert werden muss?

    Und schließlich gilt es, auch die Verteilungswirkungen dieses Wandels zu berücksichtigen. Schließlich lassen sich vor allem Bürojobs ins Homeoffice verlagern, und diese Jobs sind tendenziell besser bezahlt als die Arbeit am Fließband, im Restaurant oder in der Krankenpflege.

    Mehr: Die Schulden-Pandemie: Wie Corona die Staatsfinanzen ruiniert.

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