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Kommentar Eine Käsesemmel und 50 Euro für Impfwillige, bitte!

Wir brauchen mehr Freiheiten für Geimpfte. Dafür muss die Politik mit Zuckerbrot und Peitsche arbeiten. Andernfalls bekommen wir die Pandemie nicht in den Griff. 
26.07.2021 - 14:28 Uhr 8 Kommentare
Durch Impfangebote bei Veranstaltungen, wie hier beim Open-Air-Festival „Kulturinsel Wöhrmühle“, sollen die Impfstoffe zu den Menschen gebracht werden. Quelle: dpa
Impfangebot bei Open-Air-Festival

Durch Impfangebote bei Veranstaltungen, wie hier beim Open-Air-Festival „Kulturinsel Wöhrmühle“, sollen die Impfstoffe zu den Menschen gebracht werden.

(Foto: dpa)

Es scheint ein Naturgesetz zu sein, dass in der westlichen Welt zwischen 50 und 60 Prozent der Bevölkerung bereit sind, sich impfen zu lassen. Dann aber gehen die Probleme los. Man kann davon ausgehen, dass für die Herdenimmunität eine deutlich höhere Impfquote nötig ist, selbst wenn man die Genesenen miteinberechnet. Bei denen sind sich die Wissenschaftler allerdings nicht sicher, ob sie an anderen Varianten noch erkranken. 

Fakt ist: Die Impfkampagnen stocken ab diesem Sättigungspunkt. Appelle und einige Werbespots helfen da auch nicht mehr weiter. Wir brauchen Zuckerbrot und Peitsche. In den USA gibt es Gouverneure, die Lotteriegewinne in Aussicht stellen oder ganz simpel ein Hamburger-Menü mit Pommes.

Als FDP-Chef Christian Lindner den pragmatischen und kreativen Vorschlag machte, in Supermärkten zu impfen, wurde er in typisch deutscher Bedenkenträgermanier erst mal kritisiert. Jetzt fordert das sogar der politische Corona-Papst Karl Lauterbach. Und die ersten Impfungen bei Ikea oder vor Fußballstadien zeigen: Die Menschen nehmen das an. 

Damit kommen wir zur Peitsche. Die schwingt der französische Präsident Emmanuel Macron, indem er die Zutrittsregeln für Ungeimpfte zu Fitnessstudios, Kinos und Stadien einschränkt. Ungeimpfte bekommen dort keine kostenlosen PCR-Tests mehr, und es gibt eine Impfpflicht im Gesundheitswesen. Schon nach Ankündigung dieser Maßnahmen stiegen die Anmeldungen zur Impfung in Frankreich sprunghaft.

Manches davon würde man sich auch in Deutschland wünschen. Die Mischung aber macht’s. Warum sollte man nicht jedem, der sich impfen lässt, 50 Euro Impfprämie zahlen. Das wäre insofern angemessen, weil die früh Geimpften auch ein Privileg hatten, nämlich die Impfreihenfolge der Stiko. Für eine Blutspende gibt es 20 Euro und eine Käsesemmel. Beim Impfen gegen Corona schützt sich jeder auch noch selbst. Der Fünfziger wäre schnell verdient. 

Verzögerung in den Herbst hinein 

Doch vor der Bundestagswahl will Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet die Wähler nicht verschrecken. Im TV-Sommerinterview kündigte er an, erst im Herbst eine Entscheidung treffen zu wollen. Das ist weder Taktik noch Strategie.

Nach dem vergangenen lockeren Corona-Sommer müsste die Politik nun gewarnt sein. Laschet denkt offenbar, er kommt damit über die Bundestagswahl am 26. September hinweg. Für eine solche Taktiererei haben die Wähler aber ein gutes Gespür. 

Wenn jeder ein Impfangebot erhalten hat, dann ist die Lage klar. Wer das Impfangebot ablehnt, muss mit Freiheitseinschränkungen leben. Die Begründung ist denkbar einfach. Die Impfverweigerer gefährden die Freiheit der anderen, insbesondere die der Kinder und Jugendlichen.

Die Trittbrettfahrerei der Verweigerer setzt nämlich Eltern unter Druck, ihren Nachwuchs impfen zu lassen, obwohl Impfrisiko und -nutzen bei Minderjährigen noch nicht austariert sind. Für die unter Zwölfjährigen gibt es noch nicht einmal einen Impfstoff. Wenn sich neue Varianten durch die Impfverweigerung bilden, setzt man die Jüngsten einer Gefahr aus, die es bei einer hohen Impfquote der Erwachsenen nicht gäbe. Das ist pure Statistik. Je mehr auch leichte Covid-Fälle es gibt, desto öfter hat das Virus die Möglichkeit, neue Varianten hervorzubringen. 

Impfpflicht mit einer Opt-out-Regel 

Eine Möglichkeit wäre, eine Impfpflicht mit einer Opt-out-Regel einzuführen: Der Staat führt eine allgemeine Impfpflicht für Erwachsene ein. Aber jeder kann ohne großen Aufwand auf eine Impfung verzichten. Damit ließe sich die Quote um zehn Prozentpunkte steigern, weil man so noch einen Teil der Bevölkerung erreicht, den man mit allen anderen Mitteln nicht erreicht.

Wer sich aber verweigert, muss dann mit den Konsequenzen leben. Das heißt weiter beschränkten Zugang zu Restaurants oder öffentlichen Einrichtungen. Das mögen einige als Übergriffigkeit des Staates empfinden, es kann aber nicht sein, dass die impfpolitischen Trittbrettfahrer den Großteil der Vernünftigen und vor allem die Familien einer Gefahr aussetzen, die sonst viel geringer wäre. 

Egal, welche Lösung die Politik wählt, sie muss jetzt kommen – auch wenn die Bundestagswahl vor der Tür steht. Die Politiker dürfen aus Angst vor querdenkenden Wählergruppen vor unpopulären Maßnahmen nicht zurückschrecken. Das sind sie den Bürgern schuldig. 

Mehr: Es wird keine Impfpflicht geben, sagt Kanzlerin Angela Merkel

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8 Kommentare zu "Kommentar: Eine Käsesemmel und 50 Euro für Impfwillige, bitte!"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Im Übrigen: Geimpft - getestet - genesen. Eine durchlebte Infektion mit Corona zeigt sich nach wie vor der Königsweg einer Herdenimmunisierung.

    Denn: Corona tötet die breite Masse EBEN NICHT.

    Schauen Sie beim RKI die Durchschnittsalter an: Corona-Tote liegen bei 81,X Jahren, sowieso meist vorerkrankt. Das NORMALE Durchschnittssterbealter - in dem sich ja der Allgefahren-Mix des Alltagslebens wiederspiegelt - liegt aber bei 79,X.

    Das bedeutet, dass mein Alltagsleben mit latenten Risiken wie Verkehrsunfall, Herzinfarkt oder Hungertod ein größeres Risiko zu Sterben darstellt, als denn an Corona zu sterben.

    Wird deswegen der Alltag abgeschafft? Nein. Wird Corona überhyped? Schon eher.

    Und zur Solidarität: Es ist geradezu perfide, den Anderen für mein Lebens-Wohl verantwortlich zu machen, da es eine vollwertige Absage an meine Eigenmacht bedeutet und mich selber zum Opfer stempelt. Es stellt unser ethisch gegebenes Schöpferbild eines Selbstverwirklichten Lebens geradezu auf den Kopf.

    Solidarität ist das, was wir hier immer schon gelebt haben: Jeder wird nach seinem Gusto glücklich, macht Dinge, die der Gemeinschaft schaden, macht Dinge, die der Gemeinschaft nützen, im Mix passt es. DAS ist Essenz des freien Lebens. DAS ist ein natürlicher, notwendiger Ausgleich von Geben und Nehmen. Und DAS ist gelebte Eigenverantwortung - denn was wirklich 'richtig' war, weiß man ja sowieso immer erst hinterher.

  • Herr Sigmund,
    selten habe ich im Handelsblatt einen derart unsachlichen Kommentar gelesen. Wenn Sie Nicht-Geimpfte als "Trittbrettfahrer" beschimpfen, ignorieren Sie die Faktenlage, dass jede(r), ob geimpft oder nicht geimpft, sich infizieren und auch andere anstecken kann. Dass Nicht-Geimpfte im Falle einer Ansteckung ein höheres, eigenes Gesundheitsrisiko eingehen, ist ihre eigene Entscheidung. Offensichtlich interessieren Sie sich auch nicht für medizinische Daten, die belegen, dass Kinder keinem Risiko ausgesetzt sind, das eine Impfung rechtfertigen würde (STIKO).

    Ihren "Kommentar" sollte man als das überschreiben, was er ist: PROPAGANDA.


  • Am Ende ist die Impfverweigerung vor allem aber Ausdruck eines bodenlosen und enorm ausgeprägten Egoismus, mit dem die Verweigerer nichts anderes sagen als das Folgende:

    „Ich bin das Allerwichtigste im Leben. Ich möchte überhaupt nichts für den Schutz der Allgemeinheit tun. Bevor ich irgendetwas tun muß, sollen erst mal alle anderen etwas tun. Die Allgemeinheit hat aber alles daran zu setzen, dass mir nichts geschieht, indem sie das für mich tut, was ich auf gar keinen Fall tun möchte. Dadurch bin ich geschützt und muss gar nichts dafür tun. Sollte es aber dennoch passieren, dass ich betroffen bin, dann erwarte ich von der Allgemeinheit uneingeschränkte und sofortige Hilfe um jeden Preis.“

    Das ist es, was uns Impfverweigerer mehr oder weniger deutlich sagen.

  • Herr Sigmund - ich bin wirklich entsetzt mit welcher Wortwahl Sie hier Ihren Kommentar abgeben. "Trittbrettfahrer der Verweigerer", "querdenkende Wählergruppen" , "Wer das Impfangebot ablehnt, muss mit Freiheitseinschränkungen leben." Die Politik(er) hat auf dem Boden des Grundgesetzt zu handeln und nicht Druck auf die Menschen auszuüben. Und die Medien sollten sich kritisch mit den Entscheidungen der Politik auseinandersetzen. Was sich ARD, ZDF und in großen Teilen auch das Handelsblatt "erlaubt", hat nichts mehr mit unabhängigem Journalismus zu tun.

    Und ein Opt-out als Akzeptanz von Einschränkungen anzubieten, ist nicht Ihr ernst, oder?

  • Ihr Kommentar enthalt manche quälenden Passagen, die mir richtig Schmerzen verursachen.

    Es ist unfassbar, wie hier willkürlich unhaltbare Schuldinterpretationen geritten werden und damit die offensichtlich gewünschte Spaltung weiter hochgezüchtet werden will.

    Haben Sie schon einmal weiter gedacht, wie "der Tag danach" nach einer Installation einer nun gepriesenen Impfpass-Zugangs-Infrastruktur ausschauen wird? Glauben Sie ernsthaft, dass eine solche Architektur einfach wieder verschwinden wird? Oder erkennen Sie, dass das eine potentiell nötigende Infrastruktur darstellt, die denjenigen die das System kontrollieren, einen UNGLAUBLICHEN Machtapparat in die Hand geben? Das jederzeit weitere Parameter aufgeladen werden könnten, die erpresserisch Gefolgsamkeit abverlangen wird, weil sonst "Du kommst hier net rein!"?

    Sehen Sie denn nicht, was Sie hier tun? Das all das nun offensichtlich zu Tage kommt, vor dem die Verschwörungspraktiker-Warner immer schon gewarnt haben?? In Scheibchen, Scheibchen, Scheibchen wird hier ein Schritt vor den anderen gesetzt - an dessen Ende ein Machtapparat steht, der nix mehr mit unseren freiheitlichen westlichen Werten gemein hat, sondern genau die Ausgrenzung aus gesellschaftlicher Teilhabe ermöglicht, die uns in den letzten Jahren immer so befeuert hat.

    War das alles geheuchelt? Wie naiv muss man sein, um nicht alleine schon angesichts des europäischen Gleichschritts einen gleichartigen "Verlaufsplan" erkennen zu können? Glauben Sie, dieser ist "zufällig" und "jetzt nebenbei" entstanden?

    Was Sie hier herbei schreiben ist eine Welt, die Ihre Kinder und Enkel erschauern lässt.

  • - Fortsetzung 2 -

    Und was Frankreich betrifft, Herr Sigmund, bin ich mir sehr sicher, dass die Franzosen entweder Macron hinwegfegen und vor Gericht stellen werden (dort demonstrieren bereits Millionen; schlauerweise gilt die Impfpflicht in Frankreich allerdings nicht für Polizisten, sodass diese die Demonstranten noch mit gutem Gewisssen niederknüppeln können) - oder falls nicht, dass spätestens Marine Le Pen dann als Präsidentin diese diktatorischen Maßnahmen wieder rückgängig machen wird.

  • - Fortsetzung -

    Und Ihr dürft Euch dann in England nur noch selber einsperren und isolieren!!
    Was dort auf der Bühne stand: nein, das wird es nie, nie, nie mehr geben!! Aber, was dort auf dem Spielfeld und auf den Rängen stand: DAS kann es in England demnächst wieder geben, weil die Menschen dort FREI sein wollen und sich keine Angst mehr machen lassen!
    In diesem Sinne, liebe Briten: God save (the) QUEEN:
    !!!!!! https://youtu.be/TkFHYODzRTs?t=1059 !!!!!!"
    https://www.handelsblatt.com/pressestimmen-italien-kehrt-endlich-auf-den-thron-europas-zurueck-wieder-herzschmerz-fuer-die-loewen/27412364.html

    Ja, isolieren Sie sich doch, Herr Sigmund, sperren Sie sich ein! Und das gilt vor allem für diejenigen Journalisten und Politiker, die Nicht-Geimpfte verfassungswidrig diskriminierern wollen! Eingesperrt und isoliert können wenigstens die die Gesellschaft nicht mehr spalten und die Menschen gegeneinander aufhetzen!!

  • Wir brauchen mehr Freiheiten fütr ALLE, Herr Sigmund!! Wie etwa in Florida!!
    Vor etwa 3 Monaten gab es dazu hier einen Artikel, aber selbstverständlich mit dem Unterton: "Wie können die nur! Einfach unverantwortlich!!"
    https://www.handelsblatt.com/politik/international/pandemie-covid-interessiert-niemanden-mehr-wie-florida-zur-parallelwelt-wurde/27121596.html
    Und, Herr Sigmund, wie schaut es heute aus??? Gäbe es nämlich in Florida (oder etwa Texas) jetzt Massen an Toten und ein kollabiertes Gesundheitssystem, dann würden Sie, und insbesondere die deutschen GEZwangsmedien, GENÜSSLICH darüber berichten!!
    Die Jungen feiern dort - zum Glück!!! - immer noch Party, und hier in Deutschland sind die Jungen bald kollektiv reif für die Couch beim Psychiater! Eine geopferte Generation. Geopfert für Hysteriker. Ich hoffe wirkliuch, dass sich diese Generation, wenn sie noch nicht ganz gehirngewaschen ist, künfig wenighstens dieser Gesellschaft verweigert!! Sie gehören nicht zu denjenigen, bei denen in großer Zahl schwerste Corona-Krankhheitsverläufe zu erwarten sind (außer, sie sind irgendwie vorerkrankt) - und dann sollen sie noch nicht einmal eine Risiko-Nutzen-Abwägung der Covid-Impfung selbstbestimmt vorrnehmen dürfen!! Können Sie gerne löschen, aber ich persönlich kenne einige junge Erwachsene, die schwere Impfnebenwirkungen hatten (eine davon sogar eine Myokarditis), aber ich kennen keinen einzigen Jungen, der an Covid schwer erkrankt war oder sogar gestorben ist!!
    Ach ja, und was in Floria oder Texas geht, geht nun auch wieder im UK. Deshalb auch noch einmal mein Kommentar vom 12.07:

    "Liebe Briten, seid nicht traurig, dafür dürft Ihr ab nächster Woche wieder RICHTIG feiern - so, wie vor fast genau 36 Jahren, am 13. Juli 1985, ca. 72.000 Menschen in Wembley gefeiert haben.
    Und an all die Lauterbachs, Montgomerys, Spahns, Kassenärzte-Funktionäre und willfährigen Journalisten: SO wollen die Menschen feiern - und so werden sie in England auch bald wieder feiern können.

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