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Kommentar Eine Kaufprämie nur für Elektroautos ist eine schwere Niederlage für die Branche

Die Autobauer hatten Kaufanreize für alle Antriebsarten gefordert. Dass es nun anders kommt, zeigt: Der Einfluss der mächtigen Industrie bröckelt weiter.
04.06.2020 - 13:27 Uhr 3 Kommentare
Die Pkw-Nachfrage ist auf das Niveau von 1991 gesunken, die Stimmung ist schlechter als während der Finanzkrise. Quelle: dpa
Daimler-Werk in Sindelfingen

Die Pkw-Nachfrage ist auf das Niveau von 1991 gesunken, die Stimmung ist schlechter als während der Finanzkrise.

(Foto: dpa)

Lange wurde gestritten, nun steht fest: Die Bundesregierung lehnt in ihrem Mittwochabend beschlossenen Konjunkturpaket Subventionen für den Kauf von Autos mit Verbrennungsmotor ab.

Dass nun nur die bestehende Kaufprämie für Elektroautos und teilelektrische Fahrzeuge auf bis zu 6000 Euro verdoppelt wird, ist nach den ebenso forschen wie lautstarken Forderungen von Verbandspräsidentin Hildegard Müller und den Auto-Chefs eine Überraschung – und eine schwere Niederlage für die Branche. Auch wenn mit Plug-in-Hybrid-Modellen auch Verbrennungsmotoren indirekt gefördert werden.

Wochenlang hatten die Chefs von Volkswagen, Daimler und BMW für staatliche Hilfen geworben, um den Pkw-Absatz wieder anzukurbeln. „Wir brauchen dringend ein Konjunkturprogramm für die Autoindustrie“, forderte VW-Chef Herbert Diess. Als wirksamstes Mittel dafür schwebte Daimler-CEO Ola Källenius eine möglichst einfache Kaufprämie vor – „pauschal für alle Produkte“. Diesel, Benziner, Hybride und Elektroautos sollten gleichermaßen subventioniert werden, befand auch BMW-Boss Oliver Zipse.

Doch die Lenker der drei Dax-Konzerne fanden dieses Mal kein Gehör in Berlin. Das ist umso erstaunlicher angesichts der desolaten Lage: Die Leitindustrie leidet massiv in der Coronakrise – und mit ihr die deutsche Wirtschaft. Die Pkw-Nachfrage ist auf das Niveau von 1991 gesunken, die Stimmung ist schlechter als während der Finanzkrise.

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    Wer bei dem 57 Punkte umfassenden Beschlusspapier der Koalition zwischen den Zeilen liest, könnte sogar eine kleine Spitze entdecken. Unter Punkt 35, in dem es um die Maßnahmen zur Stärkung der Mobilität geht, heißt es unter anderem, hierzu solle „der Strukturwandel der Automobilindustrie begleitet“ werden. Ein Schelm, wer dabei an „beschleunigt“ denkt.

    Denn obwohl die deutsche Autoindustrie mehr als ein Drittel der gesamten weltweiten Ausgaben für Forschung und Entwicklung der Branche beisteuert, hat sie die erste Runde der Elektromobilität verschlafen. Der Dieselskandal hat obendrein Ansehen und Vertrauen gekostet.

    Die Entscheidung der Politik gegen eine Kaufprämie für alle Antriebsraten zeigt, dass der Einfluss der mächtigen Industrie bröckelt und längst nicht mehr so stark ist wie noch vor ein paar Jahren. Die Branche und ihre Vertreter können sich nicht mehr auf die bedingungslose Unterstützung aus den Berliner Reihen verlassen. Und das ist auch gut so.

    Mehr: Steuersenkung, Autoprämien und Kinderbonus: Das steckt im „Kraftpaket“ für die Konjunktur.

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    3 Kommentare zu "Kommentar: Eine Kaufprämie nur für Elektroautos ist eine schwere Niederlage für die Branche"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Schade, zumal ein Elektrofahrzeug nicht so viel "sauberer" ist als ein Diesel- oder Benzinmotor. Beim Verbrenner lässt sich technisch noch viel machen, Betrug ist da nicht nötig.

    • Gut so, erst arrogant auf Tesla herabschauen, dann mit den Dieseln bescheißen, jetzt jammern und nichts liefern. Der i3 war ja eine gute Idee, nur leider ein bisschen hässlich und auch schon wieder 7 Jahre alt.

    • Die Entscheidung ist schon richtig so. "Strukturwandel" bedeutet eben eine wirkliche, möglichst zügige Änderung der Struktur. Und eben nicht:" Schnell noch mal mit viel Ressourcenaufwand viele Produkte (hier Benzin- und Diesel-PKW) in die Welt stellen. Dafür gibt es in ein paar Jahren sicher keinen guten Rückkaufswert sondern eher ein neues Entsorgungsproblem. Das ist genau das Gegenteil von Nachhaltig.

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