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Kommentar Eine politisch motivierte Bankenfusion wäre fragwürdig

Der Druck der Politik auf Deutsche Bank und Commerzbank für einen schnellen Zusammenschluss ignoriert ihre Autonomie – und schadet dem Standort.
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Die  Politik setzt die Chefs der beiden größten Privatbanken Deutschlands unter Druck. Quelle: Reuters
Christian Sewing (r.) und Martin Zielke

Die Politik setzt die Chefs der beiden größten Privatbanken Deutschlands unter Druck.

(Foto: Reuters)

Die Bundesregierung macht kein Geheimnis daraus, wie sie sich die Bankenlandschaft in Deutschland vorstellt. Vor allem Finanzminister Olaf Scholz hat mit seinen Äußerungen über die geschrumpfte internationale Relevanz der deutschen Geldhäuser Spekulationen über eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank angeheizt.

Er ist davon überzeugt, dass Deutschland ein „starkes, weltweit agierendes Geldinstitut“ brauche, um die exportorientierte Wirtschaft im Ausland zu begleiten. Seitdem vergeht kaum eine Woche, in der nicht neue Gerüchte über einen Zusammenschluss der beiden größten Privatbanken in Umlauf gebracht werden.

Mit ihren vielfältigen Einlassungen hat die Berliner Politik bei den Marktteilnehmern allerdings Erwartungen geschaffen, die auf das Management der beiden Banken einen unnötigen Druck ausüben. Mittlerweile ist es kaum noch vorstellbar, dass es nicht zur Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank kommt. Die Frage scheint jetzt nur noch zu sein, wann die beiden Institute die Pläne offiziell bekannt geben.

Angesichts der anhaltenden Ertragsschwäche der beiden größten Privatbanken ist es nachvollziehbar, dass sich Politiker in Berlin über den Standort Deutschland sorgen. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt sollte in der Tat über mindestens eine global wettbewerbsfähige Bank verfügen. Doch ein industriepolitisch motivierter Zusammenschluss ist mehr als fragwürdig. Denn auch zusammen wären Deutsche Bank und Commerzbank noch lange kein internationales Schwergewicht.

Eine solche Fusion würde das Relevanzdefizit nur verkleinern, nicht aber lösen. Zudem kann Berlin den Plan von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, aus eigener Kraft wieder zu alter Stärke zurückzufinden, nicht einfach ignorieren. Sewing kann bei der Restrukturierung der Bank erste Erfolge vorweisen.

Es wäre grundfalsch, diesen Weg der Erneuerung zu torpedieren. Die Führungsgremien der Deutschen Bank wissen selbst am besten, wann der richtige Zeitpunkt für einen Zusammenschluss mit einer anderen Bank gekommen ist.

Statt hinter den Kulissen den Druck für eine Bankenfusion hoch zu halten, sollte sich die Bundesregierung überlegen, wie sie die Wettbewerbssituation der heimischen Banken verbessern könnte. Das System aus privaten, genossenschaftlichen und öffentlich-rechtlichen Instituten ist ein wesentlicher Grund für die schwache Profitabilität deutscher Banken. Reformen hat Berlin stets mit dem Hinweis auf die historische Besonderheit abgewehrt.

Nostalgie ist aber kein Geschäftsmodell. Wenn sich die Bundesregierung ernsthaft um die deutschen Banken sorgt, braucht es mehr Kreativität als den Fusionsplan von Deutscher Bank und Commerzbank.

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