Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Einfluss der Notenbank verpufft: Die Regierungen sind dran mit „Whatever it takes“

Für viele Jahre waren die Notenbanken die Feuerwehr, wenn die Wirtschaft in Flammen aufzugehen drohte. Jetzt ist die Politik an der Reihe zu helfen – was immer es kostet.
10.03.2020 - 09:42 Uhr Kommentieren
Panik und Kursverfall verstärken sich gegenseitig. Quelle: dpa
Die Börse an der Wall Street

Panik und Kursverfall verstärken sich gegenseitig.

(Foto: dpa)

Sind Notenbanken dazu da, die Kurse zu stützen? Nein. Ist es die Aufgabe der Regierungen, Anleger zu beruhigen? Auch nicht. Aber es kann der Fall eintreten, dass Kursverschiebungen eine so starke Eigendynamik gewinnen, dass die Grundlagen des Finanzsystems gefährdet sind. In dem Fall muss der öffentliche Sektor einschreiten. Diesmal sind vor allem die Regierungen gefragt.

Die Corona-Epidemie hat zu starken Kursverlusten geführt. In einigen Bereichen des Kapitalmarkts droht es an die Substanz zu gehen. Das gilt vor allem für den US-Markt der hochverzinslichen Unternehmensanleihen, der von stark verschuldeten Ölfirmen geprägt ist.

Die Probleme können auf andere Bereiche übergreifen, wenn mit Produktionsausfällen Unternehmenskredite faul werden. Sollte die Epidemie sich stärker ausbreiten als erwartet, können sogar Staaten in Gefahr geraten – wegen der Abhängigkeit von Ölexporten oder wegen zu hoher Verschuldung.

Seit der Finanzkrise haben wir uns daran gewöhnt, dass die Notenbanken einspringen, wenn es gefährlich wird. Der Höhepunkt war 2012 die Versicherung von Mario Draghi, dem damaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), er werde im Rahmen seines Mandats alles tun, um die Euro-Zone zusammenzuhalten – „Whatever it takes“, was immer es kostet.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Wird die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde jetzt mit einer Neuauflage von „Whatever it takes“ kommen? Vielleicht. Der Druck zu helfen ist groß.

    Aber die Notenbanken haben an Einfluss verloren, wie die verpuffte Zinssenkung der US-Notenbank in der vergangenen Woche gezeigt hat. Die EZB hat viel weniger Spielraum zu handeln als die Fed. Hinzu kommt: Das, was die Wirtschaft wirklich braucht, sind Bürgschaften, die gefährdeten Unternehmen helfen, die Krise zu überwinden. Bürgschaften können die Notenbanken nicht geben.

    Ganz anders die Regierungen. Sie brauchen krisenbedingt keine Zinsen mehr zu zahlen oder werden fürs Schuldenmachen belohnt. Ihr Spielraum ist daher groß.

    Sie können mit Bürgschaften gezielt eingreifen. Sie sollten daher Entschlossenheit demonstrieren und am besten in einer abgestimmten Aktion die Wirtschaft gegen die Folgen von Corona schützen – whatever it takes.

    Mehr: Der verheerende Einbruch am Ölmarkt

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Einfluss der Notenbank verpufft: Die Regierungen sind dran mit „Whatever it takes“
    0 Kommentare zu "Kommentar: Einfluss der Notenbank verpufft: Die Regierungen sind dran mit „Whatever it takes“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%