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Kommentar Elon Musks größter Gegner ist nicht VW, Mercedes oder BMW, sondern die Zauneidechse

In Deutschland macht sich ein ökonomischer Analphabetismus breit. Große Projekte scheitern immer wieder an der Bürokratie oder an Umweltverbänden.
21.12.2020 - 17:24 Uhr 7 Kommentare
Naturschützer fordern einen Baustopp für Musks Giga-Factory. Quelle: AFP
Elon Musk in Grünheide

Naturschützer fordern einen Baustopp für Musks Giga-Factory.

(Foto: AFP)

Elon Musk muss sich nicht vor Mercedes, BMW oder Volkswagen fürchten. Der gefährlichste Gegner des Tesla-Chefs ist die Zauneidechse. Hinter das Tierchen stellen sich vermeintliche Naturschützer, die zum wiederholten Mal eines der größten Zukunftsprojekte in Deutschland torpedieren und einen Baustopp für Musks Gigafactory vor Gericht erstritten.

Der Tunnelbauer Martin Herrenknecht hat gesagt, China würde Deutschland als „lebendes Museum“ belächeln. Das hat damals Empörung hervorgerufen. Deutschland sei enorm attraktiv für internationale Investoren. Doch inzwischen ist der Wahnsinn die neue Wirklichkeit.

Jetzt wollen diese Naturschützer den Bau eines Öko-Autowerks zu Fall bringen! Bei einer Umfrage würden heute 100 Prozent darauf wetten, dass am Ende eines jeden Vorhabens eine Gelbbauchunke, ein Wachtelkönig oder ein Kammmolch auf einem Richtertisch landet.

Man hat sich leider an solche Zustände gewöhnt. Entweder scheitern solche Projekte an der Bürokratie oder an Miniatur-Umweltverbänden, denen eine gewaltige Macht zugewachsen ist. Seit das Verbandsklagerecht ausgeweitet wurde, kann jedermann – Hauptsache, gut organisiert – Zukunftsprojekte zumindest ins Wanken bringen. Warum sich der Bundeswirtschaftsminister nicht zu Wort meldet, bleibt sein Geheimnis.

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    Vielleicht geht es Deutschland einfach immer noch zu gut. Was die Grünen-Chefin Annalena Baerbock dazu denkt, wäre auch interessant. Sie traut sich zwar das Kanzleramt zu, aber wahrscheinlich nicht, den Aktivisten in den Arm zu fallen. Zu einflussreich sind die grünen Vorfeldinstitutionen geworden.

    Verhältnisse stimmen nicht mehr

    In Deutschland macht sich dafür ein ökonomischer Analphabetismus breit. Es stimmen die Verhältnisse nicht mehr. Die Belange von Naturschützern haben jedes Maß und die Mitte verloren. Die Politiker, die demokratisch gewählt sind, schauen dieser Entwicklung zu und fordern in Sonntagsreden, man müsse aber nun endlich mal das Planungsrecht beschleunigen und vereinfachen.

    Es geschieht aber zu wenig. Man fürchtet zu Recht die Macht der Aktivisten. Allen voran die der Deutschen Umwelthilfe, die den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder in Zwangshaft nehmen wollte. Der CSU-Chef ist demokratisch gewählt, die Umwelthilfe ist durch nichts legitimiert, finanziert sich teilweise aus Abmahngebühren.

    Es war ein Fehler der Politik, diesen Vereinen die Verbandsklage als Folterwerkzeug in die Hand zu geben. Dieselben Politiker müssten nun den Mut aufbringen, das Rad wieder zurückzudrehen. Ob diese Kraft eine schwarz-grüne Regierung aufbringt? Wahrscheinlich ist es nicht.

    Mehr: Elon Musk ist ein Pionier des Wandels - auch in Deutschland 

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    7 Kommentare zu "Kommentar: Elon Musks größter Gegner ist nicht VW, Mercedes oder BMW, sondern die Zauneidechse"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich wohne in Dresden. Da wurde mit der kleinen Hufeisennasefledermaus versucht, ein Brückenbauprojekt zu kippen. Die Fledermaus hat wohl niemand zu Gesicht bekommen und ich vermute auch die Zauneidechse nicht, oder man hat sie zuvor von einem Zoohändler erworben und ausgesetzt. M.E. geht es den Umweltverbänden überhaupt nicht um Umwelt- und Naturschutz sondern nur um die Machtfrage: "Wir gegen die Industrie, welche auch immer".
      Inzwischen steht die Brücke in Dresden und keiner spricht mehr über Fledermäuse. Ich hoffe mit dem Tesla-Werk wird es auch so.

    • - Nachtrag -

      Dazu noch ein kleines "Leckerli" aus Dirk Müllers erstem (hervorragenden!) Buch "Crashkurs":

      "DEUTSCHLAND: Eine neue Landebahn für den Flughafen? Antragstellung. Bürgerbegehren. Lärmschutzanalysen. Stopp der Entscheidung wegen anstehender Landtagswahl, man will die Wähler ja nicht gegen sich aufbringen. Nach der Landtagswahl: Nächste Gesprächsrunden. Millionenzusagen für neue Lärmschutzfenster der Bürger. Alternativgrundstücke werden angeboten. Zwei Jahre später: drei Bürger noch immer dagegen. Mehrere Klagen abgewiesen. Baubeginn. Bund für Umwelt und Naturschutz findet eine seltene Krötenart im Plangebiet. Baustopp. Und so weiter, und so weiter...
      CHINA: Ein neuer Flughafen? Bauen wir!"
      (Crashkurs, München 2010, S. 216)

      Ich wiederhole meine Prognose von vor einigen Monaten: Die Deutschen werden sich in ein paar Jahren glücklich schätzen können, wenn sie in chinesischen Sweatshops arbeiten dürfen!

    • Ein wirklich gelungener Kommentar von Herrn Jochem, vielen Dank.

      Zum ersten Kommentator will ich festhalten: Nur weil sich jmd. von Newslettern belästigt fühlt, muss man die Struktur und den Ablauf nicht gänzlich in Frage stellen. Vier Augen-Prinzipien sowie das Hinterfragen nach anderen Lösungen mit Umweltexpertise kann nicht schaden. Der Mensch macht als solches schon viel zu viel platt. Wenn Ihnen das hier zu langsam geht, können Sie ja in Brasilien ein Unternehmen gründen. Feuer in den Wald halten und danach haben Sie Ihre Rinderplantage.
      Es gab einen wirklich schönen Artikel, der das Zusammenspiel von Mensch, Natur und Epidemien sowie Pandemien beschreibt.

      Fazit, je weniger Lebewesen und Lebensfläche für Tiere verbleibt, desto eher werden wir neue Virenarten erleben. Insofern, meinen Dank an Nabu und Co. Weiter so !

    • Die frühzeitige Beteiligung von Umweltverbänden an Bauleitverfahren und auch das Klagerecht sind ein großer Fortschritt für den Naturschutz in Deutschland. Der regelmäßig beschworene Verlust der deutschen Wettbewerbsfähigkeit scheint so bedrohlich nicht zu sein, wenn man sich die Entwicklung der deutschen Exporte in den vergangenen Jahren ansieht. Das bleibt auch so, wenn sich Investitionsvorhaben durch Mitwirkungsrechte zeitlich verzögern oder einzelne Projekte gänzlich verhindert werden. Letzteres ist im Falle der Gigafactory von Tesla sicher nicht zu befürchten, allenfalls eine Anpassung der Rodungsfläche oder höhere Ausgleichsleistungen. Wer versucht, Einsprüche von Naturschutzverbänden durch den Verweis auf die kleinen (und deshalb vermeintlich unwesentlichen) Tierchen wie Zauneidechsen oder Gelbbauchunken lächerlich zu machen, erweist sich als ökologisch blind.

    • Herrliches Beispiel für KOGNITVE DISSONANZ von Grünlinken:
      Der gute, gute Elon "rettet" doch das Klima mit seinen E-Autos, aber der böse, böse Elon zerstört doch die Natur und bedroht gefährdete Tierarten mit seiner Gigantomanie äääh mit seinen "Gigafactories".

    • "Elon Musks größter Gegner ist nicht VW, Mercedes oder BMW, sondern die Zauneidechse"
      Ist nicht ganz korrekt: Die Zauneidechse ist nicht der größte Gegner, es sind alle Automobilhersteller weltweit, insbesondere die europäischen, die alle sehr schöne e-Autos und auch Hybrid-Autos bauen können.
      Jetzt muss Musk zeigen, dass er auch Gewinne erwirtschaften kann, wie alle anderen Autobauer! Gewinn ist sein zweit größter Gegner!

    • Jeder der in Deutschland bauen will, hat mit dem Naturschutz zu tun, warum nicht auch Herr Musk?

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