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Kommentar Eltern kann man nur raten: Schickt Eure Kinder, wenn es irgendwie geht, auf ein Gymnasium

Bis 2030 werden in deutschen Schulen Tausende Lehrer fehlen – betroffen sind vor allem Grund- und Berufsschulen. Das müsste zu einem Aufschrei der Wirtschaft führen.
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Wären die Schulen in der Vergangenheit besser aufgestellt gewesen, hätte Deutschland heute nicht mehr als 1,5 Millionen junge Erwachsene ohne Berufsabschluss. Quelle: dpa
Lehrermangel

Wären die Schulen in der Vergangenheit besser aufgestellt gewesen, hätte Deutschland heute nicht mehr als 1,5 Millionen junge Erwachsene ohne Berufsabschluss.

(Foto: dpa)

Der massive Lehrermangel wird uns bis 2030 erhalten bleiben. So die bestürzende Nachricht aus der Kultusministerkonferenz (KMK). Und was tun die Landesminister, die eine der wichtigsten Aufgaben im deutschen Föderalismus haben?

Sie zerstreiten sich so, dass die Prognose ihrer eigenen Statistiker erst mit einem Tag Verspätung und nachgebessert öffentlich wird – und der abendliche Empfang verschoben werden muss. Deshalb soll nun künftig jedes Land allein über seinen Lehrermangel Auskunft geben.

Wer also gehofft hatte, die KMK, der einst der liberale Bundesbildungsminister Jürgen Möllemann das „Tempo einer griechischen Landschildkröte“ attestierte, werde sich zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung aufraffen, sieht sich enttäuscht.

Eine Werbekampagne für den verdienstvollen und im internationalen Vergleich hier zu Lande sehr gut bezahlten Beruf des Lehrers? Ein Ende der unsinnigen gegenseitigen Abwerbung von Pädagogen? Womöglich sogar eine Vision für die überfällige abgestimmte Angleichung der Lehrergehälter, da Gymnasiallehrer weit mehr verdienen als die Kollegen an der Grundschule? Fehlanzeige. Das planlose Gewurschtel wird so weitergehen wie bisher – zu Lasten der Schüler.

Der Wirtschaft kann das nicht egal sein. Anhaltender Lehrermangel führt zu mehr Stundenausfall und zu schlechter vorbereiteten Schulabgängern. Besonders ärgerlich ist, dass gerade die Berufsschulen – ohnehin oft Stiefkinder der Schulpolitiker – auch weiterhin mit massivem Mangel an Pädagogen rechnen müssen.

Selbst wenn dadurch nicht gleich der Fachkräftemangel verschärft oder die Wachstumsrate sinken wird: Mittelfristig schadet all das dem Wirtschaftsstandort Deutschland massiv.

Wären die Schulen in der Vergangenheit besser aufgestellt gewesen, hätte Deutschland heute nicht mehr als 1,5 Millionen junge Erwachsene ohne Berufsabschluss. Es ist also zwingend, dass die Wirtschaftsverbände das Problem vor allem in den Ländern, aber auch im Bund deutlich adressieren. Schließlich hat die Bundesbildungsministerin die berufliche Bildung zu einem ihrer Schwerpunkte erhoben und der Bundestag gerade eine Enquetekommission dazu eingesetzt.

Eltern kann man übrigens nur raten: Schickt eure Kinder, wenn es irgendwie geht, auf ein Gymnasium. Denn das ist die einzige Schulart, die nicht unter flächendeckendem Lehrermangel leidet. Warum? Weil die Lehramtsanwärter sich rational verhalten und die Schulart wählen, wo sie am meisten verdienen.

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