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Kommentar Emmanuel Macron fehlen neue Impulse, um die Franzosen zu überzeugen

In einer Rede zur Coronakrise versucht Frankreichs Präsident einen Neubeginn zu vermitteln. Doch dabei wirkt Macron eher kühl und wird wenig konkret.
14.06.2020 - 21:38 Uhr 1 Kommentar

Macron stimmt auf Lockerungen und Wiederaufbau der Wirtschaft ein

Die Spekulationen waren wild. Angeblich soll Präsident Emmanuel Macron darüber nachgedacht haben, zurückzutreten und eine Neuwahl anzustreben, was der Elyséepalast aber dementierte. Mit Spannung warteten die Franzosen deshalb am Sonntag auf die Fernsehansprache des Präsidenten.

Er ging in 20 Minuten kurz auf die Coronakrise und die Zukunft Frankreichs ein, erwähnte aber nicht die sozialen Unruhen und Demonstrationen gegen die Polizeigewalt. Vor allem musste Macron den Eindruck eines Neubeginns vermitteln.

Der Präsident gab sich positiv, um die Franzosen zu überzeugen: „Morgen werden wir eine neue Phase beginnen“, betonte Macron gleich zu Beginn. Es solle der „Lebensstil wieder gefunden werden.“ Er bedankte sich demütig bei allen.

Er feierte die Reaktion Frankreichs, das zusammen mit seinen europäischen Partnern 500 Milliarden Euro mobilisiert hatte. Er sei glücklich aufgrund des „Sieges“ gegen die Krankheit, Frankreich könne stolz sein. Er gestand demütig ein, dass die Regierung Fehler begangen habe. Aber nun werde man weiterhin „glücklich“ leben und den Weg aus der sozialen Krise finden. Die Rekonstruktion müsse „sozial und solidarisch“ sein. Er setze auf ein starkes Europa gegenüber China und den USA, man müsse außerdem gegen Rassismus kämpfen.

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    Die Ansprache wirkte kühl, abgehoben, wenig konkret und vermittelte das Gefühl, dass die Coronakrise nur ein Detail war und die Regierung so weitermachen wolle wie bisher. Viel Neues verkündete Macon nicht. Man müsse sich für das „europäische Projekt“ einsetzen, ein Argument, das der Präsident schon seit mehreren Jahren vermittelt. Eine Regierungsumbildung, über die vorher spekuliert wurde, wurde nicht thematisiert.

    Frankreichs Medien hatten vorher geschrieben, Macron sei in „Zugzwang“. Doch in der Ansprache war davon nicht viel zu spüren. Dabei hatte sich die Kritik so zugespitzt, dass der Präsident, der zu Beginn seiner Amtszeit gefeiert wurde, kaum noch Handlungsfreiheit hat. Egal was er anfängt, es wird mit Misstrauen beobachtet. Die Coronakrise hat dem schon vorher angeschlagenen Staatschef den Rest gegeben. Das Management der Regierung in der Krise wurde immer wieder mit dem in Deutschland verglichen und kam dabei schlecht weg.

    Eine Amtszeit begleitet von Krisen

    In seiner Amtszeit seit 2017 hat Macron das Land durch eine Krise nach der anderen geführt. Er wurde aufgrund seiner wirtschaftlichen Maßnahmen als Präsident der Reichen kritisiert. Die Proteste der Gelbwesten, die durch eine geplante Spritsteuer begannen, hielten das Land monatelang in Atem. Danach kam die Rentenreform, auf die die Franzosen im letzten Winter mit monatelangen Streiks reagierten.

    Die wirtschaftlichen Aussichten für Frankreich sind durch den Shutdown denkbar schlecht. Es wird mit einem Einbruch der Wirtschaft von mindestens 11 Prozent in diesem Jahr gerechnet, rund 800.000 Menschen könnten arbeitslos werden.

    Das dürfte zu neuen sozialen Spannungen führen. Noch nie hat ein Präsident in so kurzer Zeit so viele Widrigkeiten erlebt. Die Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus stellen Macron zusätzlich auf die Probe.

    Auch in den eigenen Reihen wächst die Kritik. Der Glanz ist ab. Nur noch mit sozialen Gesten könnte Macron punkten, oder mit Ökologie, hieß es in Frankreich. Doch von neuen Impulsen war in der Ansprache nicht viel zu spüren.

    Mehr: Frankreichs Niederlage im Kampf gegen Corona

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Emmanuel Macron fehlen neue Impulse, um die Franzosen zu überzeugen"

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    • Er sagte auch: ... il va falloir « travailler et produire davantage.... Was genau er damit meinte, sagte er allerdings nicht.

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