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Kommentar Endlich dürfen Wohnungsbesitzer selbstbestimmter entscheiden

Besitzer einer Eigentumswohnung können individuelle Bauwünsche künftig leichter in Eigenregie ohne Zustimmung der Miteigentümer umsetzen. Das war überfällig.
27.09.2020 - 12:04 Uhr Kommentieren
Das Wohneigentumsgesetz aus den 1950er-Jahren ist reformiert worden, noch in diesem Jahr könnte es in Kraft treten. Quelle: picture alliance / Geisler-Fotop
Spiegelung von Wohnhäusern in Köln

Das Wohneigentumsgesetz aus den 1950er-Jahren ist reformiert worden, noch in diesem Jahr könnte es in Kraft treten.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotop)

Zehn Millionen Eigentumswohnungen gibt es in Deutschland, ihre Besitzer sind in insgesamt 800.000 Eigentümergemeinschaften organisiert. Dort fallen die Entscheidungen über so ziemlich alles, was in einem Haus an Arbeit und vor allem an Kosten anfällt – vom Einbau einer neuen Heizung über den Anbau von Balkonen, den Treppenhausanstrich oder die neue, einbruchhemmende Haustür.

Größere und kleinere bauliche Veränderungen, die sich der ein oder andere Eigentümer wünscht, die aber nicht jedem nützen und auch nicht zwingend erforderlich sind, können nach geltendem Recht nur durchgeführt werden, wenn alle Eigentümer zustimmen. Dazu kann sogar die Montage einer Terrassenmarkise zählen – oder die Installation einer Lademöglichkeit fürs neue E-Auto in der Gemeinschaftsgarage.

Man ahnt es: Konflikte in Eigentümergemeinschaften sind eher die Regel als die Ausnahme. Anwälte, Richter, Hausverwalter, Bewohner könnten abendfüllend darüber berichten. Es ist deshalb gut und richtig, dass das seit 1951 geltende Wohnungseigentumsgesetz endlich modernisiert und reformiert wird.

Über den ursprünglichen Entwurf aus dem Bundesjustizministerium wurde heftig gestritten. Mit dem jetzt vom Bundestag verabschiedeten Kompromiss können alle Parteien leben: die Gemeinschaft der Eigentümer, weil Einzelne aus ihren Reihen die Entscheidungen der Mehrheit nicht mehr blockieren können; der Individualeigentümer, weil er umgekehrt seine Wünsche gegen die Mehrheitsmeinung umsetzen kann, sofern er bereit ist, die Kosten zu tragen.

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    Der E-Ladestation, einer altengerechten Umbaumaßnahme oder dem schnelleren Internetanschluss steht so nichts mehr im Weg. Ein gerechter Ausgleich, mit dem viele Eigentümer zufrieden sein dürften.

    Eigentümerverbände haben sich durchgesetzt

    Eine tragfähige Lösung wurde am Ende auch in der Frage der Verwalterbefugnisse gefunden. Heftig umstritten war, wie viel Freiraum man den Dienstleistern gewähren will, damit sie ihre Arbeit unbürokratisch und effizient erledigen können, ohne die Eigentumsrechte der Wohnungsbesitzer zu beschneiden.

    Das zuständige Bundesjustizministerium hatte die Macht der Verwalter deutlich ausweiten wollen – Eigentümerverbände waren dagegen Sturm gelaufen. Sie konnten sich nicht völlig, aber doch in einem entscheidenden Punkt durchsetzen.

    Zwar vertritt der Verwalter künftig die Gemeinschaft in allen Belangen nach außen und kann kleinere Maßnahmen selbst in die Wege leiten. Ein aus beliebig vielen Eigentümern bestehender Verwaltungsbeirat aber wird künftig die Arbeit des Dienstleisters überwachen.

    Das Gesetz räumt Wohnungsbesitzern mehr Rechte ein und setzt im Gegenzug auf Eigenverantwortung. Nicht die schlechteste Botschaft in einer Zeit, in der die Wohnung auf der Etage zum beliebtesten Ziel privater Immobilienkäufer zählt.

    Mehr: Was die Änderungen des Wohnungseigentumsgesetzes für Immobilienbesitzer bedeuten.

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