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Kommentar Engie und Veolia brüskieren Macrons Regierung

Gegen den Willen des französischen Staates hat der teilstaatliche Energieversorger Engie seine Suez-Beteiligung veräußert. Das ist ein bemerkenswerter Einschnitt in Frankreichs Geschichte.
06.10.2020 - 15:27 Uhr Kommentieren
Die Vertreter des Staates hatten Montagabend im Verwaltungsrat von Engie gegen die Annahme des Veolia-Angebots gestimmt. Das dürfte der Regierung von Macron nicht gefallen. Quelle: AFP
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

Die Vertreter des Staates hatten Montagabend im Verwaltungsrat von Engie gegen die Annahme des Veolia-Angebots gestimmt. Das dürfte der Regierung von Macron nicht gefallen.

(Foto: AFP)

Paris Der französische Energieversorger Engie hat seine Beteiligung von 29,9 Prozent am Wasser- und Recyclingdienstleister Suez an dessen größeren Konkurrenten Veolia verkauft. Die Veräußerung ist die Vorstufe zu einem allgemeinen Übernahmeangebot durch Veolia für die ausstehenden Suez-Anteile – und ein Einschnitt in der französischen Wirtschaftsgeschichte.

Zum ersten Mal agieren zwei Unternehmen, eines davon – Engie – mit einer erheblichen Beteiligung des Staates gegen den erklärten Willen der Regierung.

Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hatte die beteiligten Unternehmen in den vergangenen Wochen mehrfach dazu aufgefordert, in aller Ruhe eine einvernehmliche Lösung zu suchen. Das Suez-Management ist gegen die Fusion mit dem größeren Wettbewerber und hatte alles versucht, um eigenständig zu bleiben. Doch es gelang ihm nicht, ein alternatives Gebot auf die Beine zu stellen.

Le Maire machte an diesem Dienstagmorgen seinem Ärger Luft: „Es bestand keinerlei Notwendigkeit, in solcher Eile vorzugehen und nicht die Ergebnisse von Gesprächen zwischen Suez und Veolia abzuwarten“, sagte er.

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    Die Vertreter des Staates hatten Montagabend im Verwaltungsrat von Engie gegen die Annahme des Veolia-Angebots gestimmt. Doch der Verkauf bringt Engie eine Summe von 3,4 Milliarden Euro ein, das sind 1,8 Milliarden mehr als der Buchwert der Beteiligung an Suez.

    Veolia nimmt den Affront in Kauf

    Der hohe Gewinn ist eine Erklärung dafür, dass Engie das Risiko in Kauf nimmt, die Regierung zu brüskieren. Nicht nur in der Kulisse, sondern in aller Öffentlichkeit hatte Le Maire mehrfach Geduld, Zurückhaltung und ein konsensuales Herangehen von allen Seiten verlangt – vergeblich. Die Verwaltungsräte von Engie haben sich für die Interessen des Unternehmens entschieden – und gegen die staatliche Einflussnahme.

    Auch Veolia nimmt den Affront in Kauf. Das ist interessant, weil Veolia hochgradig vom Staat abhängig ist. Anders als in Deutschland ist die kommunale Wasserversorgung privatisiert. Und Veolia wird auch nach der Fusion mit Suez keinesfalls ein Monopol haben, denn es muss das komplette französische Wassergeschäft des übernommenen Konkurrenten veräußern. Das ist eine Auflage der Brüsseler Kartellwächter.

    Das Veolia-Management spekuliert wohl, dass der Ärger in Paris nicht von Dauer sein wird.

    Denn mit der Fusion entsteht ein französischer Weltmarktführer in drei Branchen, die sich in Zukunft stark entwickeln werden: Wasser und Recycling sowie Umweltdienstleistungen inklusive der Vorbereitung großer Städte auf die nicht mehr aufzuhaltenden Folgen des Klimawandels. Und internationale Champions zu schaffen ist ein Anliegen der Macron-Regierung.

    Mehr: Engie akzeptiert die Offerte von Veolia – allerdings mit Bedingungen

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