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Kommentar Entgiftet die Corona-Debatte: Wir brauchen einen flächendeckenden Cooldown

Jeder Vorschlag für oder gegen härtere Lockdowns löst heftige Wortgefechte aus. Dass die Politik nur auf Sicht fährt und keine längere Perspektiven benennt, ist Teil des Problems.
19.01.2021 - 15:57 Uhr Kommentieren
Die Debatte um die Ausweitung der Maskenpflicht und die Verschärfung des Lockdowns erhitzt die Gemüter. Quelle: dpa
Allgegenwärtige Maske

Die Debatte um die Ausweitung der Maskenpflicht und die Verschärfung des Lockdowns erhitzt die Gemüter.

(Foto: dpa)

Berlin Je länger die Pandemie dauert, desto stärker wachsen Frust und Gereiztheit. Auch Vorschläge von Wissenschaftlern wie der eines kurzen, aber harten Lockdowns (No-Covid) geraten sofort in die Mühlen der ideologisch aufgeheizten Debatte. Deshalb hier ein Appell für einen flächendeckenden Cooldown.

Wenn Wissenschaftler wie die Virologin Melanie Brinkmann und der Ökonom Clemens Fuest dafür plädieren, die Ansteckungszahl pro 100.000 Einwohner pro Woche auf null zu bringen, steht dahinter die begründete Sorge, dass die Corona-Mutanten das überlastete Gesundheitssystem gänzlich zum Einsturz bringen könnten.

Wenn die NRW-Gegengutachtergruppe um den Virologen Hendrik Streeck und den Ökonomen Michael Hüther warnt, dass den Einzelmaßnahmen zu oft eine faktenbasierte Begründung und in der Folge Akzeptanz fehlen, geht es darum, Maßnahmen und Begründungen mit dem Ziel der Einsicht in Einklang zu bringen.  

Weder wollen Brinkmann und Fuest die grundgesetzlich garantierten Freiheiten abschaffen, noch wollen Streeck und Hüther dem Virus freien Lauf lassen und Tote billigend in Kauf nehmen.

Auch wenn es Wissenslücken darüber gibt, wo genau sich die meisten Menschen anstecken, hat die zweite Welle doch in allen Ländern gezeigt: Wenn die Infektionszahlen drastisch steigen, füllen sich drei Wochen später die Intensivstationen – und kurz danach die Krematorien.

Infektionsketten zu unterbrechen gelingt aber nur, wenn die Gesundheitsämter Kontakte schnell nachverfolgen können, niemand mehr ohne Eingangs-Schnelltest in Altenheime, Krankenhäuser und am besten auch Schulen kommt, und die Corona-Warn-App auch wirklich zeitnah warnt.

Fast jeder ahnt: Ein bisschen Normalität erst ab Ostern

All diese Voraussetzungen sind hierzulande nicht erfüllt; anderswo in Europa übrigens auch nicht. Je höher die Infektionszahlen ausfallen, desto schwieriger ist es im laufenden Pandemiebetrieb, diese Voraussetzungen zu schaffen, weil die Gesundheitsämter und Labore immer die Engstellen sind.

Daher bleibt aktuell nur der Weg über möglichst umfassende Kontaktbeschränkungen. Begegnungen von Menschen ohne Maske in geschlossenen Räumen müssen auch Unternehmen dringend verhindern.

Zur vergifteten Debatte trägt wohl bei, dass Merkel und die Ministerpräsidenten seit Herbst nur auf Sicht fahren und längere Perspektiven nicht benennen. Fast jeder ahnt, dass Restaurants, Hotels, Messen, Theater, Kinos, Klubs kaum vor Ostern werden öffnen können, wenn nach der zweiten nicht sofort die dritte Corona-Welle rollen soll. Darauf sollten sich alle aber auch einstellen können.

Die Impfungen können die Pandemie beenden, allerdings wohl erst im Sommer. Man kann sich nun jeden Tag darüber aufregen, dass die Produktion der Impfstoffe Zeit braucht. Man darf sich aber auch freuen, dass es überhaupt schon Impfstoffe gibt – und dass sie sehr bald auch ausreichen werden.

Mehr: Lockdown bis Mitte Februar, strengere Maskenpflicht, mehr Homeoffice: Das ist der Plan des Kanzleramts

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