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Kommentar Entlassungen können sich Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels nicht erlauben

Die 30 Dax-Konzerne wollen Zehntausende Stellen abbauen. Sie können es sich aber nicht leisten, als Kahlschläger dazustehen.
26.03.2019 - 16:03 Uhr Kommentieren
Kurzfristige Massenentlassungen schaden den Unternehmen. Quelle: dpa
Proteste gegen Stellenabbau

Kurzfristige Massenentlassungen schaden den Unternehmen.

(Foto: dpa)

Zehn Jahre nach der schweren Rezession erwischt es die deutschen Unternehmen erneut, wenn auch bislang in stark abgeschwächter Form. Weil es weltweit weniger Aufträge gibt, sinken die Gewinne und Renditen. Der Ausweg heißt: sparen! Am meisten lässt sich über die Fixkosten beim Personal und mithilfe effizienterer Arbeits- und Produktionsprozesse hereinholen.

Zwar kostet Stellenabbau erst einmal viel Geld, aber langfristig rechnen sich die Programme. Wenn die 30 Dax-Konzerne nun ankündigen, künftig jährlich zusammengerechnet 20 Milliarden Euro einsparen zu wollen, dann dürfte dieses Ziel wohl eher über- als untertroffen werden. Das haben die Unternehmen in früheren Konjunkturzyklen bereits bewiesen.

Doch ein Trend ändert sich. Anstelle von Kündigungen und Entlassungen setzen die Unternehmen auf Fluktuation, Abfindungen und Vorruhestandsregelungen. Dies ist zwar teuer. Oft sogar sehr teuer.

Der Pharmakonzern Bayer beispielsweise geht davon aus, rund 4,4 Milliarden Euro für seine Effizienz- und Strukturmaßnahmen auszugeben, um dann später ab 2022 jährlich 2,6 Milliarden Euro einzusparen.

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    Das heißt, die jetzt mit den Betriebsräten ausgehandelten Regelungen wirken erst mit einigen Jahren Verzögerung. Doch der damit erhoffte Imageeffekt ist nicht zu unterschätzen und wiegt in Zeiten mit Vollbeschäftigung in immer mehr deutschen Regionen schwer: Arbeitgeber wie Bayer, BMW, Henkel und SAP wollen und können es sich nicht leisten, als Kahlschläger und Gewinnmaximierer dazustehen, indem sie in guten Zeiten Personal einstellen und in schlechten Zeiten wieder herauswerfen.

    Die Sorge, nicht genügend Fachkräfte für die Branchen der Zukunft zu finden, steht inzwischen über allem. Zu Recht, denn Fachkräfte, wie aktuell ganz besonders IT-Architekten, Softwareingenieure und Elektroniker, werden nicht mehr wie früher nur in guten, sondern auch in schwierigeren Zeiten wie jetzt händeringend gesucht.

    Mehr als 10.000 offene Stellen in Deutschland haben die 30 Dax-Konzerne aktuell im Netz ausgeschrieben. Das sind mehr Angebote als in früheren Boomzeiten. Volkswagen etwa will über 30.000 Stellen, davon 23.000 in Deutschland, abbauen, weil sich der Konzern vom Verbrennerantrieb trennen will.

    Gleichzeitig wollen die Wolfsburger aber weltweit 10.000 Fachkräfte einstellen, die sich mit Softwareentwicklung und E-Mobilität auskennen. Und wer geht schon gerne zu einem Arbeitgeber, der sein Personal in schlechten Zeiten vor die Tür setzt. Deshalb fahren die Unternehmen gut damit, auf Massenentlassungen und rasch wirkendes Cost-Cutting zu verzichten. Das ist der Trend in dem jetzt drohenden Abschwung.

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