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Kommentar Es braucht Entgeltgerechtigkeit, um Krisen wie Corona zu meistern

Wir stünden vor dem Kollaps, wenn Frauen nicht Pflege- oder Kita-Jobs übernehmen würden. Die Coronakrise zeigt wieder, dass sie besser bezahlt werden müssen.
17.03.2020 - 17:01 Uhr Kommentieren
Ärztinnen und Krankenpflegerinnen stehen in vorderster Front im Kampf gegen Corona. Wertgeschätzt wird diese Arbeit meist nur in Extremsituationen wie jetzt. Quelle: dpa
Krankenpflege im Krankenhaus

Ärztinnen und Krankenpflegerinnen stehen in vorderster Front im Kampf gegen Corona. Wertgeschätzt wird diese Arbeit meist nur in Extremsituationen wie jetzt.

(Foto: dpa)

Nie zuvor war an einem „Equal Pay Day“ der enorme Beitrag, den berufstätige Frauen für das Gemeinwesen leisten, augenfälliger als in diesem Jahr. Drei von vier Beschäftigten des Gesundheitspersonals in Deutschland sind weiblich.

Ärztinnen und Krankenpflegerinnen stehen in vorderster Front im Kampf gegen Corona. Bei den Lehrern liegt der Frauenanteil in einer ähnlichen Größenordnung, in der Kinderbetreuung sogar bei 95 Prozent.

Wertgeschätzt wird diese Arbeit meist nur in Extremsituationen wie jetzt, wo jeder hofft, dass zur Not auch für ihn noch ein Corona-Krankenbett frei ist. Oder wenn die Arbeit wegfällt, wie im Falle der geschlossenen Kitas und Schulen – und Eltern plötzlich nicht mehr wissen, wie sie den Alltag organisieren sollen.

Was das alles mit dem Equal Pay Day zu tun hat? Die Berufswahl gilt mit als wesentlicher Grund dafür, dass Frauen im Schnitt ein Fünftel weniger verdienen als Männer. Sie müssten sich nur öfter für besser bezahlte Jobs entscheiden, dann werde die Entgeltlücke irgendwann eingeebnet, heißt es oft.

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    Das ist zwar theoretisch richtig. Ganz praktisch stünden wir aber vor dem Kollaps, wenn Frauen nicht die Pflege- oder Kita-Jobs übernehmen würden. Ganz oft in Teilzeit, weil zu Hause ja noch die eigenen Kinder und der Haushalt warten.

    Entgeltgerechtigkeit lässt sich nicht allein dadurch herstellen, dass man Frauen rät, doch lieber Ingenieurin oder Richterin statt Pflegerin oder Erzieherin zu werden. Entgeltgerechtigkeit lässt sich nur herstellen, wenn auch soziale Berufe stärker aufgewertet werden.

    Dass sich hier so wenige Männer engagieren, hat nicht zuvorderst mit deren geringer ausgeprägten sozialen Ader zu tun, sondern mit den schlechteren Verdienstmöglichkeiten, Karriereoptionen und Arbeitsbedingungen.

    Ohne Aufwertung werden irgendwann auch viele Frauen den sozialen Berufen den Rücken kehren. Und dann haben wir in Deutschland einen Notstand – ganz ohne Coronavirus.

    Mehr: Die aktuellen Entwicklungen zur Coronakrise im Newsblog.

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