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Kommentar Abschied von Steinbrück

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Es gibt genügend Schuldenpolitiker

In der Europapolitik soll eine Schulden- und Haftungsunion den Euro retten. Deutschland müsse den anderen seine Bonität zur Verfügung stellen. Auch die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, weiterhin unverkäufliche Staatsanleihen aufzukaufen, also de facto Geld zu drucken, wird von ihm begrüßt, als wäre die Krise nicht durch eine Überdosis an Kredit verursacht worden. Früher hat Steinbrück den Nagel auf den Kopf getroffen; jetzt fängt er an, ihn zu streicheln.

Diesen sich selbst betrügenden Steinbrück braucht kein Mensch. Schuldenpolitiker gibt es reichlich, in allen Parteien. Das Regal der europapolitischen Schwärmer ist gut gefüllt. Wenn es einen Mangel im politischen Angebot gibt, dann in der Abteilung der Vernunftpolitiker. Einer muss den Genossen doch sagen, dass sie die Tassen im Schrank lassen sollen. Einer sollte der Wirtschaft ein Friedensangebot unterbreiten, ihr das Gefühl geben, dass Wohlstandserzeugung in Deutschland weiterhin erwünscht ist.

Es wäre gut, einer würde den Helmut-Schmidt-Wählern ein Angebot machen, das ihre Sehnsüchte bedient. Es ist nämlich nicht so, dass die Mitte der Gesellschaft keine Sehnsüchte hätte. Ihre Vision ist das Machbare. Ihre Utopie heißt Normalität, was in Zeiten von Banken-, Euro- und Staatsschuldenkrise als unerhörte Kühnheit gelten darf.

Es ist nicht so, dass Steinbrück, der Alte, nicht mehr gebraucht würde. Wie dringlich er gebraucht wird, konnte man an der vergifteten Fürsorglichkeit seines Parteifreundes Torsten Albig erkennen. „Tu dir das nicht an!" sagte der. Steinbrück würde „das Korsett nicht mögen, in das er sich als Kandidat zwängen muss".

Genau darin bestünde die Mission eines Kanzlerkandidaten Steinbrück. Er soll das Korsett nicht mögen. Er soll es sprengen.

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15 Kommentare zu "Kommentar: Abschied von Steinbrück"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Nun, rot-grün und schwarz-gelb haben tatsächlich FDP-Steuerreformen durchgeführt: Senkung der Steuern auf Unternehmens- und Kapitaleinkünfte und weitere Verschiebung der Staatseinnahmen zu indirekten Steuern und Lohnsteuern.
    Dass das die Binnennachfrage geschwächt und Zockereien befördert hat, können wir seit einigen Jahren live miterleben.

  • Gerechtigkeitsblasen, Europawahn, der nicht hinterfragt werden darf, post-Auschwitz Schuldgefühle, die ganze Welt beglüclken wollen und den Deutschen vormachen sie profitierten doch am meisten von dieser Schuldenunion, das kann die SPD solange die rot-grün ausgerichteten Medien den Michl weiter tagtäglich verblöden

  • Oha! Der Verfasser, der es mit VWL im Nebenfach zum Chefredakteur einer ehemals bedeutenden Wirtschaftszeitung gebracht hat, der einst gegen die heute gefeierten Schröderreformen auf primitivste Art polemisierte, der ein Land mit innovativen Unternehmen und einer höchst arbeitswilligen Bevölkerung als krank und im Absturz begriffen brandmarkte, der die auf Enteignung und Entrechtung der Bevölkerung abzielende Politik der Kanzlerdarstellerin unterstützt, kurz, der sich bislang frei von jeglicher Reflektionsfähigkeit zeigte, gibt nun Steinbrück zum Abschuss frei, der dazu angesichts unseres alles andere als nachhaltig zu bezeichnenden Modells mit langfristig nur noch durch den Steuerzahler zu tragenden Leistungsbilanzüberschüssen offensichtlich doch noch fähig ist. Man braucht eben doch keinen deutschen Ryan, wenn die ebenso lernresistente SPD mit Herrn Steinmeier an der Spitze antritt. Schön, dass sich 65 Jahren der Manipulation zu lohnen scheinen.

  • Der Generalbundesanwalt soll bei der SPD und die CDU mal wegen Gründung einer staatsfeindlichen Organsiation ermitteln. Zudem gewerbsmäßiger Betrug und Gründung eines Schneeballsystems (EZB). Was für Vorteile ziehen die Parteien und Personen aus der Vernichtung von deutschem Vermögen?

  • Am 3.8.2010 im Spiegel: Peer Steinbrück (SPD) hält die 2009 von der Großen Koalition beschlossene Rentengarantie für einen schweren politischen Fehler: "Ich hätte nicht mitmachen dürfen! Das war ein Tabubruch", sagt Steinbrück in einer NDR-Dokumentation. Ich habe letztlich am Kabinettstisch mitgestimmt. Das war - im Sinne der Generationsgerechtigkeit - eine falsche Entscheidung"! Heute will die SPD mit Steinbrück eine Schuldenunion in der Eurozone, daß heißt nichts anderes, für alle Rentner in der Eurozone eine Rentengarantie übernehmen und noch weniger Rente und Generationsgerechtigkeit in Deutschland. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, daß das auf Dauer mit der SPD für den deutschen steuerzahlenden Bürger und Rentner gut ausgehen wird.

  • Steinbrück kann nichts (was soll man von so einem politischen Beamten, der nie richtig gearbeitet hat, auch erwarten) bis auf verkorkste Sprüche: er kann oder will nicht rechnen: Die Abgeltungssteuer betrifft nur das, was der Endbegünstigte erhält. Zuvor hat die ausschüttende Gesellschaft bereits Körperschaftsteuer und Soli (ca. 27%) und Gewerbesteuer (20%) einbehalten. Die Gesamtbelastung nach Abgeltungssteuer (wiederum (!) mit Soli plus ggf. Kirchensteuer) des ursprünglichen Gewinns ist daher gerundet locker 45-50%. Damit sind wir im Bereich des Verfassungsbruchs, wenn 50% überschritten werden. Und wozu noch eine Vermögensteuer? Die Inflation durch Schenkungen an die EU und die Haftungsgemeinschaft vernichtet doch unser Vermögen ohnehin. Aber die Sparer kann man noch mehr schröpfen, ich verstehe, arbeiten und sparen soll sich einfach gar nicht mehr lohnen (warum auch, die Griechen geben den Takt vor) Ich vermute, dass Steinb. nur seine eigene Rente dann steuerfrei stellen will..... der Mann ist einfach ein Sozialverbrecher übelster Sorte. FAZIT: NICHT SPD WÄHLEN.
    Hoffentlich wacht der Deutsche Michl auf: Artikel 20 (4) Grundgesetz.

  • > und die auf 25 Prozent abgeschmolzene Steuer auf Kapitaleinkünfte soll nun auch wieder erhöht werden <
    Dies ist, undifferenziert zwischen hiesiger EK- und FK-Behandlung daher gesagt, schlichtweg falsch.
    Aber das läuft wohl unter dem Duktus 'finanzielle Repression'; neulich in einem anderen HB-Artikel - immerhin - aufschlussreich beschrieben.
    Ansonsten schließe ich mich den Komplimenten für den Autor an.

    - Bevor die SPD via Schuldenunion im Rahmen einer, ebenfalls befürworteten, weiter aufgeblähten EU-Bürokratie auch ihrer eigenen Klientel an die Wäsche will, sollte sie sich, wenigstens, für Landesinteressen in dem Sinne verwenden, dass Dtld. in der EU erstmal in allen Gremien entsprechend ihrer Leistungen Stimmrechte erhält.
    Vorher braucht 'kein Mensch' auch die SPD nicht.
    Und was Steinbrück angeht, sollte der erstmal seine eigene Vergangenheit bewältigen, wo er schon, nur, als Aufseher praktisch durchgängig versagt hat.

  • exzellente Bestandsaufnehme, großes Kompliment ! Leider ist der Wähler in unserer Neidrepublik letztlich aber eher mit moralisierender Verdummung (Gerechtigkeit, Europa über alles, Solidarität) einzufangen, sodaß es sich für Sozialisten, Grüne, Linke und sonstige destruktive Kräfte weiter lohnen wird, die Umverteilung in Deutschland, in Europa und in der Welt zu Lasten der Leistungsträger voranzutreiben.

  • Gut geschrieben und auf den Punkt gebracht.

  • Wer als Finanzminister und Steuereintreiber klare Kante gezeigt hat, sollte auch nicht Kanzler werden.
    Gut in Erinnerung ist der Versuch, die Pendlerpauschale
    und damit das Nettoprinzip abzuschaffen.

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