Kommentar Es gibt keine Immobilienblase

Trotz der demografischen Entwicklung bleibt Wohnraum knapp. Mehr Singlehaushalte und der Andrang in den Städten drückt die Preise nach oben.
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Neubauten in Frankfurt am Main. Stadtwohnungen bleiben weiter attraktiv. Quelle: dapd

Neubauten in Frankfurt am Main. Stadtwohnungen bleiben weiter attraktiv.

(Foto: dapd)

Die Bundesbank sorgt sich wegen der kräftig gestiegenen Preise für Wohnimmobilien. Sie befürchtet, die demografische Entwicklung werde einen Strich durch die Renditeberechnungen der Käufer machen. Die Preise für Wohnraum stiegen im vergangenen Jahr laut Bundesbank um 5,5 Prozent, die für Eigentumswohnungen nach einer Erhebung des Analysehauses Bulwien-Gesa sogar um 7,3 Prozent.

Trotzdem ist die Sorge der Bundesbank übertrieben, denn die Nachfrage nach Wohnungen bleibt hoch und wird die Preise weiter treiben – vor allem in den Ballungsgebieten. Richtig ist: Die Bevölkerung nimmt ab, nach Schätzungen des Prognos-Instituts bis 2035 auf 78 Millionen. Doch die Nachfrage nach Wohnraum wird von den Haushalten bestimmt, und deren Zahl nimmt bis dahin laut Prognosen um 1,6 Millionen zu. Und zwar, weil es mehr Einpersonenhaushalte geben wird. Singles bevorzugen eindeutig Stadtwohnungen.

Auch der Flächenverbrauch pro Person steigt auf diese Weise, denn Bad und Küche gehören zu jeder Wohnung. Und die Wohnzimmer werden immer größer. Kein Zufall, dass viele Wohnungsgesellschaften aus zwei Wohnungen eine machen, um marktfähig zu bleiben. Das verringert das Angebot.

Reiner Reichel ist verantwortlich für die Immobilienseite. Quelle: Pablo Castagnola

Reiner Reichel ist verantwortlich für die Immobilienseite.

(Foto: Pablo Castagnola)

Kinderlose Paare brauchen kein Haus mit Garten, indem die Kinder spielen könnten. Sie wohnen in der Stadt. Und junge Familien finden das Reihenhaus am Stadtrand nicht mehr so attraktiv wie früher. Denn dort kann Mama keinen attraktiven Job annehmen, weil sie ständig Taxi für die Kinder fährt. In der Stadt bringt sie die Kleinen zu Fuß auf dem Weg zur Arbeit in den Kindergarten, und der Supermarkt um die Ecke hat bis 22.00 Uhr auf.

Pendeln zwischen Arbeitsplatz und Wohnung dauert immer länger und wird immer teurer. Beides lässt sich verringern – mit einer Stadtwohnung. Für Rentner hat die Stadtwohnung den Vorteil, dass die Wege zu Einzelhändlern und Ärzten kürzer sind.

Die größten Gewinner sind die Eigentümer von Wohnungen in Ballungsgebieten mit Wirtschaftswachstum. Die Menschen ziehen dorthin, weil es dort Arbeit gibt. In solchen Regionen ist Boden knapp und teuer. Wenn Wohnen dort erschwinglich sein soll, dann wird es das eher in Apartmentanlagen als in Einfamilienhäusern sein, weil weniger Grundfläche pro Wohneinheit verbraucht wird.

Deshalb winken Eigennutzern und Kapitalanlegern weitere Wertsteigerungen für ihre Wohnungen. Wenn sie sich die niedrigen Baugeldzinsen langfristig sichern, müssen sie keine Sorge haben, wenn die Mieten nicht um rund fünf Prozent steigen wie 2011.

Sie erreichen den Autor unter: reichel@handelsblatt.com

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10 Kommentare zu "Kommentar: Es gibt keine Immobilienblase"

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  • Lieber Autor,

    für wen haben Sie diesen Artikel geschrieben.
    Bestimmt nicht für die Klientel die sich Stadthäuser mit
    mindestens 8 Einheiten leisten können.
    Die brauchen ihren Artikel nicht.
    Seriös handelt es sich dann hierbei um Leute die Geld unterbringen müssen. Die cleveren decken 50 % der Kaufsumme
    ab und machen weniger auf Steuer-Zinsgutschriften.
    Für die gibt es auch keine Blase. Gehen die Preise um 15 %
    zurück ist die Deckung immer noch 35 %.
    An einen baldigen Verkauf (also das Imo-Blasen-Spiel-Objekt
    weiterreichen) denken die auch nicht.
    Diese Häuser werden vererbt. Der Erbe ist dann sauer, daß sie
    abgeschrieben sind und er beim Verkauf mächtig Geld abdrücken muß, also nimmt auch der Erbe diese Häuser in den Bestand.
    Die Rendite ist dann uninteressant.Irgendwann rechnet man nur noch die monatlichen Mieteinahmen und richter mit dieser
    Leibrente sein Leben danach aus.
    Dieser ganze Renditequatsch auf eingesetztes Kapital ist dann
    irgendwann mal ganz hinten angesiedelt.
    Mit einem ordentlich geführten und auch fair geführten Mietshaus kann man sich nicht armrechnen, schon gar nicht in
    Stadtlagen. Aber wehe den Mietern wenn der Hausherr, der Große Pumper ist.

  • das muss sein damit alles funktioniert.

    Richtig wir wollen die Funktion und auch funktionwsfähig bleiben. Hat die komplette Nachkriegszeit funktioniert.

    Und Benzin soll ruhig großzügig besteuert werden.
    Man kann dem heute auch ausweichen. Wer 10 Liter verbraucht,
    soll nicht meckern sonder sie bezahlen. Ander brauchen 5 Liter und fahren auf der rechten Spur, gemütlich, aber effizent.
    Sie sind ein bißchen primitiv und sollten sich schnellstens ein unschuldiges Land suchen, indem Sie glücklich werden.
    Aber ich denke da hapert es gewaltig, sonst würden Sie anderes Argumentieren. Sie scheinen ein zu Kurz Gekommener.
    Warum und weshalb auch immer, ich würds hier nicht so darlegen. Es kann auch negativ für Sie ausgelegt werden.

    Wechseln Sie einfach den Nick, wenn Sie weiter derartiges hier loslegen wollen.
    Ich hoffe Sie sind nicht so arm am Geld, wie sie hier an Geist ablassen. Beides wäre dann schon unerteräglich.

  • Wenn man den Immobilienmarkt genauer betrachtet, fällt auf, daß es einerseits Gebiete (z.B. Brandenburg) gibt, die zu viel Wohneinheiten haben. In München, Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf od. Hamburg haben wir eine Blase.
    Zurzeit wird diese Blase durch Niedrigzinsen überdeckt. Wenn aber die „Steuersparmodelle“ mit Gegenfinanzierung über Lebensversicherung od. BSV platzen weil die Mieten nicht so gestiegen sind, haben wir die Blase. Wenn der KP das 30-fache der KM übersteigt (München) ist dies einfach utopisch.

  • Der wohnungsmarkt in Deutschland ist sehr riskant. Das liegt an der starken staatlichen Regulierung. Wenn die befürchtete große Inflation kommt, werden als erstes die Mietpreise gedeckelt. Niemand soll glauben, dass man in Deutschland mit Wohnungen langfristig hohe Gewinne machen kann, während des der Mittelschicht immer schlechter geht.
    Deshalb gilt schon seit langem: selbstgenutztes Haus,ja - Mietimmobilie, nein. Bereits die Eigentumswohnung ist in Deutschland problematisch, weil man sehr stark von seinen Nachbarn abhängig ist.
    Die Wiederverkaufspreise sind kaum von der Nachfrage durch Mieter abhängig. Der Versorgungsgrad mit Wohnungen in Deutschland ist ausgezeichnet. Gesucht wird immer die billige, zentrumsnahe Wohnung, mit sehr guter Ausstattung, in ruhiger Wohnlage, mit Autostellplatz. In der Krise bricht die Nachfrage nach teuren Wohnungen ganz schnell ein. Wer dann verkaufen muss, kann bei einigen aktuellen Preisen sehr viel Geld verlieren. Und immer aufpassen, jetzt ist Boom-Zeit. Wie verhält es sich mit dem eigenen Einkommen in der Krise?

  • Niemand hat vor eine Mauer zu errichten...
    Dieser Satz beschreibt den ganzen Artikel und was dieser Staat hier ablässt.

    Alles in bester Ordnung...zahlt schön weiter 80% Steuern an der Tanke, der Iran ist Schuld am hohen Preis :D *lol*
    Zahlt schön weiter 60% Steuern und Abgaben jeden Monat, das muss sein damit alles funktioniert...

    Ach ja und ganz wichtig...geht bald schön brav "WÄHLEN" Ihr bestimmt ja schliesslich mit :) *totlach*

    Als letzter Tip: Bei Gelegenheit mal aufwachen.

  • Ich stimme Ihnen zu: Wenn der Autor behauptet, es gäbe keine Blase, zeugt das wirklich nicht von Einblick in die wirtschaftlichen Zusammenhänge. Niedrige Zinsen und schlecht kontrollierte Zinsvergabe sind die Treiber für Immobilienblasen schlechthin. Lassen Sie erst einmal Finanzkrise, "die zweite" losbrechen, die uns mit Sicherheit noch bevorsteht. Dann können die jetzt Fehlgeleiteten, die sich über beide Ohren für eine teure Stadtwohnung verschuldet haben, den Kredit nicht mehr abbezahlen und es geschieht mehr oder weniger genau das, was in den USA schon passiert ist. Die Unfähigkeit, auch aus der jüngsten Geschichte zu lernen, ist unglaublich.

  • Hier die Kristallkugelfür Ihr Investment: Mit Blick auf den Gesamtmarkt ist es doch so, dass die Preise derzeit in manchen Regionen kein Halten mehr kennen. Ursache ist zum einen die berechtigte Befürchtung eines schleichenden Wertverfalls unserer Chaoswährung Euro, zum anderenen das spottbillige Geld der Banken, das man zur Finanzierung bekommt. Und die Aussichten auf Erfolg sind gut, wenn man einige Grundsätze beachtet. Investieren Sie städtisch, da immer mehr Menschen in die Ballungszentren zurückströmen. Investieren Sie in gute und sehr gute Lagen - es ist teuer, aber zahlt sich langfristig aus. Investieren Sie in Bestandsimmobilien - die sind günstiger und z.T. deutlich in Größe und Miete ausbaufähig. Fokussieren Sie sich dabei auf Vermietwohnungen. Meiden Sie Fonds oder Gemeinschaftshäuser - nur so behalten Sie die Kontrolle über ihre Ausgaben. Seien Sie Visionär - überlegen Sie, wo die Einkünfte der Immobilie in ca. 5 Jahren sein könnten. Daraus muss sich dann mindestens eine Kapitalrendite vor Steuern und Reparaturen von 7 Prozent erwirtschaften lassen. Dabei besser eine etwas "angelotterte" Immobilie mit Potential als ein Schmuckstück ohne erkennbares Entwicklungspotential. Nutzen Sie B-Städte mit hohem Ateil an jungen Leuten (Unistädte), hier sind die Preise noch nicht überhitzt. Hannover, Münster, Bremen sind z.B. im Norden interessant.

  • Ach, sind diese Gartenlauben schön! Erinnern an Favelas hier in Brasilien.
    Sicher reißen sich die Käufer in Deutschland nach solchen Schnäppchen!

    Es gibt gar keine Blase. Darauf kommen doch nur verrückte! Alles in bester Ordnung, wie man an den Aktienkursen in USA und auch in Europa ablesen kann! Es könnte nicht besser sein, aber es wird doch immer besser, man muss nur den Kopf noch tiefer in den Sand stecken!

  • Herr Reichel hat natürlich keine Rezession auf der Liste, denn dann dreht sich der Wind schneller als man heute denken kann. Mietwohnungen sind gerade in Städten wie München und Hamburg sehr teuer, dass können sich viele Mieter nur leisten, wenn der Job rund läuft. Kommt die Jobmaschine ins stocken sinkt die Nachfrage nach Mietwohnungen und es kommt zu ungewollter Abwanderung. Das ist dann erstmal ziemlich unfreundlich für Kapitalanleger, die jetzt zu sehr hohen Preisen Immobilien erwerben.

  • Dürfte ich mir mir mal die Glaskugel ausleihen? Würde dann ne Runde Lotto spielen.

    Der Anstieg der Mietprise kann mit 1000 Parametern zusammenhängen, wenn man die Welt schon für Ökonomie parametrisieren muss. Einer, der wohl eine große Rolle spielen wird, ist die Inflation. Ja es gibt sie und das sage ich als junger mensch. man kaufe sich nur mal ein brötchen oder döner vor 10 jahren... preisstabilität wurde nur durch billigere produkte aufrechterhalten. was auch ok ist, nur in manchen branchen schläg sie rein und vlt gehören mieten dazu. ausserdem: sind in den mieten nebenkosten mit drinnen? strom-, gaspreise sind definitiv gestiegen. vlt ist auch die müllabfuhr teurer geworden undundudnd. einfach so als totschlagargument gegen ende 5% schreiben erinnert mehr an den frommen wunsch eines fdplers.

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