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Kommentar Es ist besser, die Arbeitswelt der Zukunft zu gestalten, als ihr freien Lauf zu lassen

Zu hohe Schranken für die Plattformökonomie würde der digitalen Arbeitswelt zu enge Grenzen setzen – und damit die Entwicklung verhindern.
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Plattformökonomie bietet Anlass zur Kritik: Essenslieferanten können Fahrradkuriere für sich radeln lassen, müssen aber keine Verantwortung als Arbeitgeber übernehmen. Quelle: Bloomberg
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Plattformökonomie bietet Anlass zur Kritik: Essenslieferanten können Fahrradkuriere für sich radeln lassen, müssen aber keine Verantwortung als Arbeitgeber übernehmen.

(Foto: Bloomberg)

Drei Megatrends bestimmen die Arbeitswelt der Zukunft: der demografische Wandel, die Globalisierung und die Digitalisierung. Es ist besser, diese Entwicklung zu gestalten, als ihr freien Lauf zu lassen. Die Internationale Arbeitsorganisation, die das versucht, muss nur aufpassen, nicht über das Ziel hinauszuschießen und am Ende Fortschritte im Kampf gegen die Armut zu verhindern.

Sicher gibt die Plattformökonomie in Europa Anlass zu manch berechtigter Kritik. Etwa wenn App-gesteuerte Essenslieferanten Fahrradkuriere für sich radeln lassen, ohne ihre Verantwortung als Arbeitgeber wahrzunehmen. Neuen Geschäftsmodellen der digitalen Arbeitswelt zu enge Grenzen zu setzen bedeutet aber, Entwicklung zu verhindern.

Die globale digitale Vernetzung bringt Heerscharen von Menschen aus den ärmeren Weltregionen überhaupt erstmals Zugang zu den Arbeitsmärkten und besseren Verdienstmöglichkeiten der westlichen Industrieländer.

Ein Umzug ist nicht erforderlich, um einen Job zu finden, ein Smartphone reicht, um Teil der globalen Arbeitswelt zu werden. Der Trend, der sich bei den Industriejobs schon seit Jahren zeigt, wird sich bei den Dienstleistungen fortsetzen. Arbeit wandert dorthin, wo sie am günstigsten erledigt werden kann.

Natürlich darf es hier kein „race to the bottom“ geben. Doch was hierzulande als sittenwidriger Hungerlohn gilt, ist andernorts ein üppiges Einkommen.

Die vor allem von Deutschland eingebrachte Forderung nach sozialen Mindeststandards für die Plattformökonomie liest sich deshalb auch wie ein Versuch, einen Schutzwall um die hiesigen Dienstleistungsjobs zu legen. Protektionismus ist aber sicher kein Garant für eine faire globale Entwicklung.

Es liegt in der Natur vieler digitaler Geschäftsmodelle, dass sie keine räumlichen und zeitlichen Grenzen mehr kennen. Je mehr Menschen weltweit daran teilhaben können, desto eher wird die soziale Kluft auf internationaler Ebene überwunden werden können.

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