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Kommentar Es ist Zeit für eine Klarstellung bei Siemens

Aufsichtsratschef Snabe sollte ein klares Signal geben, wie es bei den Führungsthemen für Siemens weitergeht und keinen Raum für Spekulationen öffnen.
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Der Aufsichtsratschef muss eine geordnete Übergabe in der Unternehmensspitze fokussieren. Quelle: imago images / Ritzau Scanpix
Jim Hagemann Snabe

Der Aufsichtsratschef muss eine geordnete Übergabe in der Unternehmensspitze fokussieren.

(Foto: imago images / Ritzau Scanpix)

Eine geordnete Nachfolgeplanung an der Unternehmensspitze hat Siemens schon länger nicht mehr hinbekommen. Zuletzt klappte das vor rund 15 Jahren, als Klaus Kleinfeld auf Heinrich von Pierer folgte. Die Schmiergeldaffäre spülte dann den bis dahin weitgehend unbekannten Peter Löscher an die Spitze. Der glücklose Österreicher musste nach mehreren Gewinnwarnungen im Sommer 2013 seinen Hut nehmen. Seither steht der Ex-Finanzvorstand Joe Kaeser an der Spitze.

Diesmal soll die Amtsübergabe geordneter ablaufen, das ist Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe wichtig. Und so setzte der Aufsichtsrat im Sommer ein Signal, indem er Technologievorstand Roland Busch zu Kaesers Stellvertreter beförderte. Im Sommer 2020 soll dann offiziell entschieden werden, wie es weitergeht, wenn Kaesers Vertrag Anfang 2021 ausläuft.

So weit, so gut. Die letzten stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Siemens, nämlich Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld, wurden denn auch tatsächlich Chef. Doch besteht eben kein Automatismus. Der Aufsichtsrat lässt offen, ob Busch spätestens im Januar 2021 Vorstandsvorsitzender werden wird.

Das eröffnet Raum für Spekulationen – und so ein Raum wird gerade bei Siemens traditionell intensiv genutzt. Mit der Aussage, dass er in der größten Not noch einmal um zwei Jahre verlängern könnte, befeuerte Kaeser sie eher noch. Manche im Konzern verdächtigen Kaeser, sich für nur schwer ersetzbar zu halten. Bei manchen macht sich Überdruss in Sachen Kaeser breit. Busch steht nun als Nachfolger auf Bewährung da – das beschädigt seine Position.

Es ist richtig, dass Kaeser seinen Umbau mit der Abspaltung von Siemens Energy im kommenden Frühjahr noch selbst zu Ende bringen kann. Bei Siemens galt vor allem das Kraftwerksgeschäft als Krisenfall. Im Verbund mit den erneuerbaren Energien hat es in dem neuen Konzern nun eine echte Chance, sich am Markt zu behaupten.

Doch eine Verlängerung von Kaesers Vertrag um weitere zwei Jahre ergäbe nur wenig Sinn. Es wäre nur eine Übergangszeit. Doch der neue, kleinere Siemens-Konzern mit seinen Digitalgeschäften braucht eine langfristige Zukunftsstrategie. Und ein Techniker an der Spitze stünde ihm gut zu Gesicht.

Daher sollte Aufsichtsratschef Snabe bis zur Hauptversammlung im Februar ein klares Signal geben, dass Busch auch tatsächlich der nächste Vorstandschef werden soll. Erst einmal abzuwarten, ob er die neue, aufgewertete Position auch ausfüllen kann, beschädigt Busch nur. Wenn der Aufsichtsrat überzeugt ist, dass Busch CEO kann, dann sollte er dies auch kommunizieren.

Mehr: Siemens-Vize Busch – Bei internen Auftritten kann der Kronprinz von Konzernchef Joe Kaeser punkten. Doch der Aufsichtsrat will sich erst im Sommer auf eine Nachfolge festlegen.

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