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Kommentar Es muss nicht immer eine Premium-Airline sein

Die Lufthansa-Tochter AUA zeigt: Es ist Nonsens, beim Verkauf einer Staats-Airline darauf zu pochen, dass diese der nationale Carrier bleibt.
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Die österreichische Lufthansa-Tochter steckt gerade in Schwierigkeiten. Quelle: dpa
Austrian-Airlines-Flugzeug

Die österreichische Lufthansa-Tochter steckt gerade in Schwierigkeiten.

(Foto: dpa)

Was gerade in Wien geschieht, ist schwer zu verstehen und will nicht so recht in die aktuelle Diskussion um Klimaschutz passen. Der dortige Flughafen ist von Europas führenden Billig-Airlines auserkoren worden, ihre Marktkräfte zu testen. Ryanair (Lauda), Easyjet, Wizz Air, Anisec (Level) – sie alle liefern sich einen beispiellosen Wettbewerb um den Kunden – vor allem über die Preise. Die Politik schaut zu, das Klima ist egal, Hauptsache der Airport wächst.

Mittendrin in diesem Kampfgebiet steht AUA, die Tochter von Lufthansa. Das Leiden ist groß. So groß, dass nun saniert werden muss. Außerhalb von Wien soll es künftig keine AUA-Basen mehr geben, das Streckennetz wird ausgedünnt, bis zu 800 Mitarbeiter müssen gehen. Verständlich, dass Lufthansa-Chef Carsten Spohr da die Wut packt und er über staatlich finanzierte Lockangebote des Flughafens für Billigheimer wettert.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Viel zu lange wurde bei AUA zugeschaut – vielleicht auch weggeschaut. Es ist nicht lange her, dass das Personal sogar noch kräftig aufgestockt wurde.

Man scheute sich, bei AUA durchzugreifen – aus Furcht vor der Kritik der Politik und von wichtigen Meinungsführern. In deren Augen muss die ehemalige Staats-Airline das bleiben, was sie einst war: der nationale Carrier, der Österreich in die Welt hinausträgt.

AUA ist kein Einzelfall. Auch bei Brussels Airlines herrschte beim Lufthansa-Management lange Zeit „Beißhemmung“. Wie groß war der Aufschrei, als es hieß, die Airline werde in den Billigableger Eurowings integriert. Nun kommt es dazu zwar nicht, das aber aus ganz anderen Gründen.

Dennoch zeigen beide Beispiele: Es ist Nonsens, bei einem Verkauf einer Staats-Airline darauf zu hoffen und darauf zu pochen, dass diese auch künftig das nationale Flaggschiff der Luftfahrt sein wird. AUA, der Brussels-Vorgänger Sabena oder auch der Vorgänger von Swiss – sie alle gerieten nicht ohne Grund in eine Schieflage. Misswirtschaft und ein sich massiv verändernder Markt mit neuen Anbietern waren die Ursache.

Die nüchterne Analyse zeigt: Nicht überall gibt der Markt eine eigene Premium-Airline in relevanter Größe her. Was mit Swiss in der Schweiz funktioniert, muss nicht automatisch auch in Brüssel oder Wien klappen.

Man darf den Billigkrieg in Wien kritisieren. Fest steht aber auch: AUA hätte viel früher anders ausgerichtet werden müssen. In der bestehenden Struktur war und ist die Fluggesellschaft nicht zukunftsfähig. Dass es nun schmerzhaft wird, ist auch einer falschen Rücksichtnahme auf politische Befindlichkeiten zu verdanken.

Mehr: Die Lufthansa hat ihre Geschäftszahlen vorgelegt. Die wichtigsten Ergebnisse im Bilanzcheck.

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