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Kommentar Es wäre fatal, ließe sich Großbritannien in den Iran-Konflikt hineinziehen

Die jüngsten britischen Manöver wirken wie eine Unterstützung von Trumps harter Linie. London läuft Gefahr, in den Iran-Konflikt hineinzurutschen.
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Die Royal Navy setzte auf Druck aus Washington einen iranischen Öltanker in Gibraltar fest, weil dieser angeblich Öl nach Syrien schmuggeln wollte. Quelle: AFP
„Grace 1“

Die Royal Navy setzte auf Druck aus Washington einen iranischen Öltanker in Gibraltar fest, weil dieser angeblich Öl nach Syrien schmuggeln wollte.

(Foto: AFP)

Die britische Diplomatie hatte mal einen guten Ruf. Die Vertreter des Foreign Office galten als besonders geschmeidige Meister ihrer Kunst. Doch seit einiger Zeit hat sich die Wahrnehmung geändert. Londons Gebaren wird im Ausland zunehmend skeptisch betrachtet.

Nicht nur beim Brexit, auch im Iran-Konflikt löst die Regierung Irritationen aus. Diese Woche setzte die Royal Navy auf Druck aus Washington einen iranischen Öltanker in Gibraltar fest, weil dieser angeblich Öl nach Syrien schmuggeln wollte. Aus Angst vor iranischer Vergeltung rief London die höchste Alarmstufe für alle britischen Tanker aus, die durch den Golf fahren. Schließlich verkündete die Navy auch noch, ein zweites Kriegsschiff in die Region zu entsenden.

Die britische Regierung weiß, dass sie militärisch nicht in der Lage ist, Ordnungsmacht am Golf zu spielen. Diese Zeiten sind lange vorbei. Warum also die Eskalation? In London heißt es, man reagiere nur auf iranische Verstöße gegen internationales Recht.

Diese Erklärung kann nicht zufriedenstellen, denn jegliche Aktion muss vor dem Hintergrund des immer heißeren Konflikts zwischen den USA und dem Iran gesehen werden. Großbritannien hatte sich bisher zusammen mit Deutschland und Frankreich bemüht, das Atomabkommen mit dem Iran zu retten. US-Präsident Trump hatte es vergangenes Jahr einseitig aufgekündigt und harte Wirtschaftssanktionen gegen das Land verhängt.

Die Europäer versuchen seitdem, den Handel aufrechtzuerhalten und die beiden Parteien wieder an einen Tisch zu bringen. An diesem Montag werden sich die EU-Außenminister erneut mit dem Thema befassen.

Die jüngsten britischen Manöver wirken wie eine Unterstützung von Trumps harter Linie. London läuft Gefahr, an der Seite der USA in den Konflikt hineinzurutschen. Das wäre fatal. Die einstige Kolonialmacht wird von iranischen Politikern seit jeher als beliebtes Feindbild benutzt, um das Volk aufzupeitschen. Die Briten sollten den Hardlinern in Teheran keine Argumente liefern.

Mehr: Der Iran hat angeblich versucht, einen britischen Tanker zu entführen. Es wäre nicht der erste Vorfall dieser Art. Aber steckt Teheran überhaupt dahinter?

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