Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Es wird teuer für die Banken

Europas Banken haben lange den Zahlungsverkehr vernachlässigt, wollen jetzt aber ein eigenes System aufbauen. Das ergibt nur Sinn, wenn sie viel Geld in die Hand nehmen.
06.07.2020 - 16:09 Uhr Kommentieren
Das Bezahlen per Karte oder Smartphone nimmt zu. Banken sind dabei teils außen vor. Quelle: E+/Getty Images
Bezahlen per Smartphone

Das Bezahlen per Karte oder Smartphone nimmt zu. Banken sind dabei teils außen vor.

(Foto: E+/Getty Images)

Man könnte meinen, der Zahlungsverkehr würde vollständig und allein von den Banken beherrscht. Es wäre auch naheliegend, schließlich haben sowohl private Kunden als Unternehmen aller Art im – aus Bankensicht – besten Fall ein Konto bei einem etablierten Geldhaus. Doch trotz der guten Ausgangssituation: Banken, nicht nur die deutschen, haben wesentliche Teile des Zahlungsverkehrs links liegen gelassen.

Das gilt für die Zahlungsabwicklung im Geschäft mit Händlern und das gilt besonders für Online-Zahlungsangebote für Verbraucher. Das Händlergeschäft wird dominiert von reinen Zahlungsdienstleistern, die Verbraucherangebote von US-Konzernen wie den Kreditkartenfirmen Mastercard und Visa sowie dem Bezahldienst Paypal.

Das wollen die Geldhäuser jetzt ändern. Ende vergangener Woche meldeten 15 europäische Großbanken und die deutschen Sparkassen, dass sie ein eigenes Zahlungssystems aufbauen wollen. Ziel der „European Payment Initiative“ (Epi) ist es, eine europaweite Zahlungslösung zu schaffen – sowohl beim Bezahlen an der Ladenkasse als auch bei Onlinezahlungen. Beinhalten soll sie unter anderem auch eine in ganz Europa einsetzbare Bezahlkarte.

Zugleich wurde bekannt, dass die Deutsche Bank Interesse an Teilen des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard hat. Das größte deutsche Geldhaus vertreibt erst seit kurzem Geräte für das Bezahlen an der Ladenkasse. Es scheint das Geschäft mit Händlerkunden neu zu entdecken.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Beides sind richtige Schritte für die Banken. Nur muss dabei eines klar sein: Wer jetzt in den umkämpften Zahlungsverkehr einsteigt, muss sehr viel Geld in die Hand nehmen, sehr schnell sein und ein sehr gutes Produkt anbieten. Allein die deutschen Banken rechnen für Epi mit Investitionskosten von mehr als 500 Millionen Euro, und es dürften noch weitere Mittel nötig sein.

    So hat Paypal alleine in Deutschland mehr mehr als 20 Millionen Nutzer. Die Pendants der deutschen Banken, Paydirekt und Giropay, können da bei weitem nicht mithalten. Und über die Systeme von Mastercard und Visa läuft ein erheblicher Teil der Kartenzahlungen in Europa. Hinzu kommt, dass in dieses Geschäft auch die Tech-Konzerne wie Apple und Google vordringen.

    Dass es kein Selbstläufer ist, im Boommarkt Zahlungsverkehr Gewinne einzufahren, zeigt das Beispiel Wirecards. Der Wettbewerb ist enorm. Einige Wirecard-Kunden sind bereits zur Konkurrenz gewechselt. Auf die Banken wartet also niemand. Sie müssen zeigen, dass sie es besser können.

    Mehr: Der Finanzplatz München misstraute Wirecard früh.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Es wird teuer für die Banken
    0 Kommentare zu "Kommentar: Es wird teuer für die Banken"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%