Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Europa braucht dringend eine Strategie im Umgang mit Tech-Unternehmen wie Huawei

Wann kann es aus Sicherheitsgründen sinnvoll sein, außereuropäischen Anbietern den Marktzugang zu verwehren? Diese Frage muss Europa gemeinsam beantworten.
1 Kommentar
Der tschechischen Regierung hat das Unternehmen mit einer Klage gedroht, wenn sie ihre Warnung vor der Zusammenarbeit mit dem Unternehmen nicht zurücknimmt. Quelle: Reuters
Huawei

Der tschechischen Regierung hat das Unternehmen mit einer Klage gedroht, wenn sie ihre Warnung vor der Zusammenarbeit mit dem Unternehmen nicht zurücknimmt.

(Foto: Reuters)

Rechtsgutachten, Beteuerungen und Versprechungen haben nicht geholfen. Jetzt versuchen der chinesische Netzwerkausrüster Huawei und die Regierung in Peking, europäische Mitgliedstaaten mit unverhohlenen Drohungen und Einschüchterungsversuchen davon abzubringen, dem Unternehmen wegen Sicherheitsbedenken den Zugang zu ihren Märkten zu verwehren.

Der tschechischen Regierung hat Huawei nun sogar mit einer Klage gedroht, wenn sie ihre Warnung vor der Zusammenarbeit mit dem Unternehmen nicht zurücknimmt. Opfer scharfer Rhetorik waren zuvor unter anderem auch Litauen, Norwegen und Großbritannien.

Fast täglich kommen neue heftige Angriffe. In Berlin lobbyieren Vertreter des Unternehmens bei Abgeordneten und versuchen kritische Wissenschaftler einzuschüchtern.

China schlägt um sich, auf allen Kanälen. Das ist kein Zufall. Die Regierung in Peking weiß, was auf dem Spiel steht. Es geht darum, ob und in welchem Maße Europa in Zukunft noch chinesischen Technologien vertraut. Die Entscheidung über den Umgang mit Huawei gibt dafür die Richtung vor.

Es ist höchste Zeit für eine gemeinsame Strategie Europas, wie in Zukunft mit außereuropäischen Technologieanbietern umgegangen werden soll. Durch die Digitalisierung werden Staaten und Unternehmen angreifbarer, die neuen Technologien bieten ein Einfallstor für Sabotage, Spionage und Manipulation in nie da gewesenem Umfang – und zwar auf allen Ebenen.

Unternehmen aus China bilden bei der Betrachtung, wie mit außereuropäischen Tech-Unternehmen umgegangen werden soll, einen Sonderfall. Das liegt zum einen an der engen Verzahnung von Wirtschaft und dem immer autokratischer werdenden Staat. Im Gegensatz zu den USA existiert in China kein funktionierender Rechtsstaat.

Apple und Microsoft haben sich bereits erfolgreich vor Gericht gewehrt, als der Staat sie zur Zusammenarbeit mit US-Behörden zwingen wollte. Experten sind sich einig, dass so etwas im chinesischen Rechtssystem nicht möglich gewesen wäre.

Zum anderen verfügen chinesische Unternehmen im Vergleich zu ihren Konkurrenten aus freien Marktwirtschaften über enorme Wettbewerbsvorteile. Baidu und WeChat konnten unter optimalen Bedingungen zu Riesen werden, weil Dienste aus dem Ausland in China verboten sind.

Twitter, Facebook, Google und viele andere operieren auf dem chinesischen Markt nicht, umgekehrt gibt es keine Beschränkungen. Wie geht man mit diesem Ungleichgewicht um, wann kann es aus Sicherheitsgründen sinnvoll sein, Anbieter auszuschließen? Diese Fragen muss Europa gemeinsam beantworten.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Europa braucht dringend eine Strategie im Umgang mit Tech-Unternehmen wie Huawei

1 Kommentar zu "Kommentar: Europa braucht dringend eine Strategie im Umgang mit Tech-Unternehmen wie Huawei"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sehr geehrte Frau Heide,

    in Ihrem Artikel vermisse ich die Feststellung, dass wir in einem Rechsstaat leben. Das bedeutet, dass hierzulande jedermann als unschuldig gilt so lange man ihm nicht das Gegenteil beweisen kann. Diese Unschuldsvermutung gilt auch für Ameisen oder für chineseische Unternehmen.

    Auf der anderen Seite ist der Rechtsstaat nicht hilflos. Er kann ständig die Einhaltung aller Gesetze kontrollieren und überwachen. Und wenn er einen Anfangsverdacht hat, kann er intensiv und aufwändig ermitteln. Wobei das Objekt der Recherche nicht immer eine chinesische Firma sein muß. Ich habe gelesen, dass die amerikanischen Geheimdienste und Tech-Firmen auch keine Pfarrerstöchter sein sollen. Oder irre ich mich, war es vielleicht doch Huawei, der das Handy unserer Kanzlerin abgehört hat?