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Kommentar Europa braucht eine eigene Batteriezellfabrik

Für das Zeitalter der E-Mobilität muss Europa die Weichen für eine eigene Batteriezellfabrik stellen. Es geht um den Standort.
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Neun von zehn Batteriezellen werden von asiatischen Anbietern hergestellt. Quelle: picture alliance/Duan changzheng - Imaginechina
Batteriezellfabrik

Neun von zehn Batteriezellen werden von asiatischen Anbietern hergestellt.

(Foto: picture alliance/Duan changzheng - Imaginechina)

Die Autoindustrie diskutiert keine Frage so intensiv wie die nach der Antriebstechnik der Zukunft. Dass Verbrennungsmotoren nur noch eine Übergangstechnologie in ein neues Zeitalter sind, ist Common Sense unter den Autoexperten. Das langsame Ende der traditionellen Motoren ist weniger das Ergebnis des Dieselskandals, sondern mehr den politischen und gesellschaftlichen Wünschen nach umweltschonenderen Antrieben geschuldet.

Die offene Frage ist, durch welche Technik die Verbrenner in den nächsten Jahren abgelöst werden. In Deutschland wie in einigen anderen europäischen Ländern setzen Politik und Autoindustrie vor allem auf Elektroantriebe. Herzstück der E-Mobilität sind Batterien mit hoher Reichweite. Doch bis heute überlassen die deutschen Autokonzerne die Produktion dieser Batteriezellen ausländischen Konzernen.

Die größten Fabriken für Lithium-Ionen-Batterien stehen in China, Japan und Südkorea. Europa hat keine einzige eigene Batteriezellfabrik. Diesen Mangel haben die Wettbewerber aus Fernost mittlerweile erkannt. Der chinesische Anbieter CATL wird in den nächsten Jahren eine Batteriefabrik in Thüringen bauen, um deutsche und europäische Autokonzerne zu beliefern. BMW hat bereits einen Milliardenauftrag mit dem Konzern verabredet, andere Autobauer werden folgen.

Die Abhängigkeit von ausländischer Konkurrenz bei einem so wichtigen Bauteil für die Elektromobilität ist gefährlich. Forschung und Entwicklung von neuen, leistungsstarken Batteriezellen werden zum zentralen Standortfaktor für die Automobilindustrie. Die deutschen Traditionsmarken Daimler, BMW und Volkswagen sollten deshalb eigenes Wissen und eigene Kompetenzen in dieser Schlüsseltechnologie ausbauen.

Das Argument, der Preisvorteil der chinesischen Anbieter sei nicht mehr aufzuholen, ist wenig überzeugend. Wenigstens muss die deutsche Autoindustrie die Kräfte bündeln, um in die Erforschung neuer Batteriezellen einzusteigen. Der Markt für Autobatterien ist so dynamisch und lukrativ, dass die heutigen Wettbewerbsstrukturen nicht die von morgen sein werden. Der Einstieg lohnt sich also auch jetzt noch.

Es ist richtig, dass die Bundeskanzlerin bei diesem Zukunftsthema den Druck auf die Industrie hoch hält. Man kann nur hoffen, dass die Versuche des Kanzleramts, ein deutsch-französisches Konsortium für eine Batteriefabrik aufzubauen, Erfolg haben.

Viel Zeit bleibt den Akteuren nicht. Nach CATL aus China könnten noch andere Batteriehersteller nach Deutschland kommen und Marktanteile übernehmen. Grund genug, jetzt die Weichen für Autobatterien „made in Europe“ zu stellen.

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