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Kommentar Europa darf in Asien nicht zum Außenseiter werden

Die Unterzeichnung des weltgrößten Handelspakts in Asien muss für den Westen ein Weckruf sein. Die EU sollte sich nun auf eine Kooperation mit Indien fokussieren.
15.11.2020 - 16:37 Uhr Kommentieren
Peking hat mit zwölf asiatischen Ländern sowie mit Australien und Neuseeland ein Handelsabkommen ausgearbeitet, das fast ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung abdeckt. Quelle: AFP
Unterzeichnung des RECP

Peking hat mit zwölf asiatischen Ländern sowie mit Australien und Neuseeland ein Handelsabkommen ausgearbeitet, das fast ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung abdeckt.

(Foto: AFP)

China handelt, und der Westen schaut zu: Während Europa seit Jahren in der Brexit-Debatte feststeckt und Amerika unter Donald Trump den Protektionismus zur wirtschaftspolitischen Leitlinie gemacht hat, gelang der Regierung in Peking ein historischer Erfolg. Sie hat mit zwölf asiatischen Ländern sowie mit Australien und Neuseeland ein Handelsabkommen ausgearbeitet, das fast ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung und einen ebenso großen Anteil der Weltbevölkerung abdeckt.

Nun ist der Handelspakt mit dem Namen RCEP fertig und macht unmissverständlich klar: China hat sowohl den Anspruch als auch die Fähigkeiten, die Regeln der internationalen Zusammenarbeit nach seinen Vorstellungen zu prägen.

So positiv dieses neue Bekenntnis zum Freihandel im Asien-Pazifik-Raum in Zeiten von zunehmenden Abschottungstendenzen rund um den Globus zunächst zu werten ist, so sehr ist die Einigung im fernen Osten für Deutschland und Europa auch ein Alarmsignal.

Denn in der weltgrößten Freihandelszone drohen Unternehmen aus der EU künftig zum Außenseiter zu werden. Die neuen RCEP-Regeln werden chinesische, japanische und koreanische Unternehmen begünstigen, wenn es darum geht, den wichtigen Wachstumsmarkt zu erschließen. Für die Europäer ist ein ähnlich großer Wurf, etwa ein seit 2007 anvisiertes Freihandelsabkommen mit der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean, immer noch ein ferner Zukunftstraum.

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    Den Nachholbedarf in der Region hat auch die Bundesregierung erkannt und deshalb kürzlich neue Leitlinien für den Indo-Pazifik-Raum ausgearbeitet, mit denen das Engagement in der Region verstärkt werden soll. Damit ist ein wichtiger Schritt getan.

    Dennoch blieb man in Berlin eine konkrete Lösung für eines der größten Dilemmata der Europäer in Asien schuldig: Man will auf dem Kontinent zwar Geschäfte machen, aber gleichzeitig nicht die Menschenrechtsverletzungen diverser autoritärer Regime unterstützen. Diese wertegeleitete Politik ist vorbildhaft, machte umfassende Handelsverträge bisher schwer.

    Kooperation mit Indien forcieren

    Um im Wettbewerb mit China aufzuholen, sollte die EU keinesfalls ihre Maßstäbe auf das Niveau Pekings herunterschrauben. Stattdessen sollten sich die Europäer aber auf jene Länder fokussieren, mit denen sie am ehesten auf einer Linie liegen. Auf der Hand liegt dabei eine engere Kooperation mit Indien.

    Der Zeitpunkt dafür ist gut: Die größte Demokratie der Welt sorgt sich selbst über Chinas wachsenden Einfluss und braucht internationale Partner. Es ist nach jahrelangen, erfolglosen Gesprächen zwar kaum zu erwarten, dass es schnell zu einem umfassenden EU-Indien-Abkommen kommen kann. Angesichts der enormen strategischen Bedeutung sollte die EU aber einen pragmatischen Weg einschlagen und alles daransetzen, zumindest einen abgespeckten Deal schnell über die Bühne zu bringen.

    Mehr: Asien einigt sich auf die größte Freihandelszone der Welt.

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