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Kommentar Europa darf seinen Vorsprung bei nachhaltigen Investments nicht verspielen

Nachhaltigkeit gehört zu den wenigen Themen, bei denen Europas Banken und Vermögensverwalter der US-Konkurrenz ein Schnippchen schlagen können.
01.10.2020 - 10:14 Uhr Kommentieren
Europa hat im Kampf gegen den Klimawandel die Finanzmärkte als wichtiges Steuerungselement entdeckt. Quelle: dpa
Proteste gegen den Klimawandel

Europa hat im Kampf gegen den Klimawandel die Finanzmärkte als wichtiges Steuerungselement entdeckt.

(Foto: dpa)

Noch vor ein paar Jahren sorgte das Thema Nachhaltigkeit bei den meisten Finanzmanagern für ratloses Schulterzucken. Für die große Mehrheit der Investoren, Fondsmanager und Banker zählten vor allem drei Dinge: Rendite, Rendite, Rendite.

Das hat sich gründlich geändert. Axel Weber, Chef der mächtigen Schweizer Großbank UBS, glaubt, dass das Thema Nachhaltigkeit die Zukunft der europäischen Finanzbranche ganz entscheidend prägen wird. Manfred Knof, künftiger Chef der nicht ganz so mächtigen Commerzbank, hofft, dass der grüne Finanzmarkt eine wichtige Rolle bei der Sanierung des Frankfurter Geldhauses spielen wird.

Die beiden Beispiele zeigen, dass nachhaltige Investments längst im Mainstream angekommen sind. Der Trend wird nicht mehr verschwinden. Dafür gibt es mehrere Gründe: Die Politik macht zumindest in Europa Ernst im Kampf gegen den Klimawandel und hat die Finanzmärkte als Steuerungselement entdeckt. Dazu kommt eine neue Generation von Investoren, und schließlich die Erkenntnis, dass nachhaltige Investments in Sachen Rendite sogar besser abschneiden können als die breiten Kapitalmärkte.

Für Europas Finanzbranche ergibt sich daraus eine einmalige Chance. Denn beim Thema nachhaltige Finanzen haben sich die Europäer einen Vorsprung vor den Amerikanern herausgearbeitet. Ein wichtiger Grund dafür: Die EU hat beim Thema Nachhaltigkeit ausnahmsweise einmal Tempo gemacht und zügig eine konsistente Regulierung auf den Weg gebracht. Dazu kommt, dass sich beim Problem Klimawandel in der Politik, aber auch bei den meisten Banken und Vermögensverwaltern eine Art Konsens entwickelt hat, während das Thema in den USA im politischen Streit zerrieben wird.

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    Ein Indiz für den Vorsprung der Europäer in Sachen Nachhaltigkeit liefert eine Statistik des Indexanbieters FTSE Russell: 2019 berücksichtigten 80 Prozent der europäischen Großinvestoren systematisch nachhaltige Kriterien bei ihren Anlageentscheidungen oder dachten zumindest darüber nach, eine solche Systematik einzuführen. In den USA lag dieser Anteil bei lediglich 39 Prozent.

    Aber die Amerikaner holen schnell auf. In der aktuellen Umfrage von FTSE Russell kletterte der Anteil in Europa zwar weiter auf 85 Prozent, in den USA schnellte der Wert allerdings auf 63 Prozent in die Höhe.

    Die Europäer dürfen ihren Vorsprung in Sachen Nachhaltigkeit nicht verspielen. Denn es gibt nicht viele Gebiete, auf denen Europas Finanzfirmen eine Chance haben, den Rückstand zur US-Konkurrenz zu verkleinern.

    Damit sich die Kräfteverhältnisse nicht auch hier umkehren, braucht es strikte und transparente Regeln für nachhaltige Investments, plus die entsprechenden Indizes. Viele Banken müssen noch mehr tun, um das Thema Nachhaltigkeit in ihr Tagesgeschäft zu integrieren. Und vielleicht wären sogar eigene Börsensegmente, an denen nachhaltige Wertpapiere gehandelt werden, sinnvoll.

    Mehr: Banken fordern niedrigere Eigenkapitalanforderungen für Klima-Investments

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