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Kommentar Europa hat im Streit um Airbus-Boeing-Subventionen die größere Schlagkraft

Die USA dürfen wegen Airbus-Subventionen milliardenschwere Strafzölle erhoben, Europa kann bald zurückschlagen. Ein Krieg der Zölle wäre für die Weltwirtschaft fatal.
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Der US-Handelsbeauftragte hat lange vor der WTO-Entscheidung eine Liste mit europäischen Gütern veröffentlicht, auf die er Strafzölle erheben will. Quelle: Lonely Planet Images/Getty Images
Flügel eines Airbus in der Luft

Der US-Handelsbeauftragte hat lange vor der WTO-Entscheidung eine Liste mit europäischen Gütern veröffentlicht, auf die er Strafzölle erheben will.

(Foto: Lonely Planet Images/Getty Images)

Der letzte Akt eines seit 15 Jahren laufenden Schauspiels hat begonnen: Die Welthandelsorganisation (WTO) hat die USA ermächtigt, milliardenschwere Strafzölle auf EU-Produkte zu erheben, weil die Europäer den Flugzeughersteller Airbus subventioniert haben. Wer das multilaterale Handelssystem verteidigt, wie die Europäer es handhaben, der muss eine solche Entscheidung hinnehmen, auch wenn sie schmerzt.

Eine andere Frage ist, ob die USA klug handeln, wenn sie in den kommenden Wochen tatsächlich Strafzölle einführen. Denn die WTO hat ihnen bereits bescheinigt, dass sie selber ihren Hersteller Boeing mit illegalen Beihilfen stärken. Es steht nur noch die Entscheidung über die Höhe der Zölle aus, mit denen die Europäer sich schadlos halten dürfen. Das Volumen dürfte größer sein als im Falle Airbus. Anders ausgedrückt: Die USA dürfen zuerst schießen, aber die Europäer können sich in ein paar Monaten mit einer größeren Kanone wehren.

Kommt es zu diesem Schlagabtausch, hat keiner etwas davon. Nicht nur Boeing und Airbus werden leiden, sondern alle Zulieferer, die Airlines, die Passagiere und auch Hersteller außerhalb der Branche, die Washington ebenfalls mit Zöllen belegen will. Kollateralschaden nennt man das wirtschaftliche Gemetzel beschönigend.

Der US-Handelsbeauftragte hat lange vor der WTO-Entscheidung eine Liste mit europäischen Gütern veröffentlicht, die er treffen will. Einen prominenten Platz nehmen Teile für die Flugzeugproduktion und Ersatzteile ein. Damit zielt er auch auf die Airbus-Werke in den USA sowie auf amerikanische Airlines, die Ersatzteile brauchen. Den Europäern würde er mit dieser Politik schaden – den eigenen Beschäftigten in den USA aber auch.

Ein Handelskrieg um Airbus/Boeing würde der teuerste, den sich die transatlantischen Partner je geleistet haben. In der heutigen konjunkturellen Lage wäre er für die Weltwirtschaft fatal. Washington sollte auf das EU-Angebot eingehen, eine Verhandlungslösung zu finden.

Mehr: Die EU-Subventionen für Airbus seien unzulässig – und Strafzölle der USA daher legitim, hat die WTO entschieden. Das könnte das angestrebte Handelsabkommen torpedieren.

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