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Kommentar Europa ist kein Tech-Wunderland

Die Geldgeber malen ihren Investoren ein allzu rosiges Bild von der europäischen Tech-Szene. Dabei sind wirklich revolutionäre Ideen sehr selten.
24.02.2020 - 17:58 Uhr Kommentieren
Bei Ideen wie Flugtaxen und Transportdrohnen ist noch unklar, ob die großen Versprechen der Gründer wirklich seriös sind. Quelle: Imago
Drohne

Bei Ideen wie Flugtaxen und Transportdrohnen ist noch unklar, ob die großen Versprechen der Gründer wirklich seriös sind.

(Foto: Imago)

Es ist eine frohe Botschaft, mit der die Start-up-Fonds um Geld werben. In ihren Präsentationen ist Europa eine Art Wunderland der Tech-Erfinder. Nachdem der Markt für E-Commerce-Start-ups weitgehend gesättigt ist, versprechen sie ihren Anlegern, lauter Deep-Tech-Gründer aufzuspüren.

Sie präsentieren Europa als unerschlossenen Tech-Kontinent und somit als Alternative zum ausgereizten US-Markt. Mit dieser Werbemethode sind die Fondsanbieter derzeit offensichtlich erfolgreich: Das kleine europäische Private-Equity-Segment Venture Capital meldet derzeit in Europa etliche neu aufgelegte Fonds.

Die Start-up-Finanzierer wie Lakestar, Atomico, Eventures und Project A profitieren davon, dass das Geld in den USA und Europa wegen der Niedrigzinsen begierig in alternative Anlagen strömt, selbst wenn das Risiko hoch ist. Die Investoren glauben nur zu gern an die Renditefantasien – untermauert von den derzeitigen hohen Firmenbewertungen auch für europäische Grown-ups.

Doch ein nüchterner Blick hinter die Kulissen zeigt: Geschäftsmodelle, die mit wirklich revolutionärer Technik arbeiten, sind selten – und noch seltener kommen sie nicht aus den Entwicklungsabteilungen von Konzernen, sondern von Gründern. Zwar gelingt es den europäischen Universitäten besser, ihre Studenten zu Gründern zu machen.

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    Doch oft sind diese Ideen sehr speziell, der adressierte Markt ist nicht sehr groß. Bei anderen Ideen, etwa Flugtaxen und Transportdrohnen, ist noch unklar, ob die großen Versprechen der Gründer wirklich seriös sind. Das unterscheidet viele Tech-Ideen von den früheren E-Commerce-Gründungen, die mit einigem Onlinemarketing nach bewährtem Muster schnell wachsen konnten.

    Am ehesten können das noch Softwaremodelle, die deshalb bei Investoren beliebt sind. Doch auch die jetzt so angepriesene Unternehmenssoftware ist oft nur auf einen begrenzten Nischenmarkt gerichtet. In der Realität fließt daher einiges Risikokapital in Geschäftsmodelle, die recht wenig mit der digitalen Revolution zu tun haben. Plötzlich finanzieren die Start-up-Investoren etwa Gründer von Hotelketten und Pflegediensten.

    Das Versprechen ist, solche Geschäftsmodelle durch den Einsatz von Software effizienter zu machen. In Wahrheit ist jedoch die Marge, die realisiert werden kann, ziemlich gering, die Personalkosten sind hoch. Die Geldschwemme bei Risikokapital für Gründer könnte daher mittelfristig auf die Rendite-Aussichten schlagen.

    Das Phänomen ist nicht neu: Der Markt für Start-ups ist zyklisch. Immerhin das sollten die Anleger spätestens seit dem Platzen der New-Economy-Bubble vor 20 Jahren gelernt haben.

    Mehr: Start-up-Finanzierer überbieten sich mit neuen Fonds für Europa

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