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Kommentar Europa muss stärker zusammenarbeiten – oder die Dollar-Dominanz akzeptieren

Die Euro-Länder stellen ihre nationalen Bedenken bisher vor die der Gemeinschaft. Wenn sie so weitermachen, wird der Dollar weltweit dominant bleiben.
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Der europäische Kapitalmarkt braucht in ausreichendem Volumen sichere Wertpapiere. Quelle: Reuters
Dollar- und Euro-Noten

Der europäische Kapitalmarkt braucht in ausreichendem Volumen sichere Wertpapiere.

(Foto: Reuters)

Amerika ist eine Festung, aus Geld gebaut. Die weltweite Dominanz des Dollars verschafft den USA nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern auch politische Macht. Die Regierung unter Donald Trump nutzt diesen Einfluss skrupellos aus und lässt Europa, etwa im Streit um Iran-Sanktionen, hilflos aussehen. Insofern ist es gut, dass die Europäer sich Gedanken machen, wie sie den Euro stärken können.

Für eine starke Währung muss aber gelten: Ein Euro ist und bleibt ein Euro – egal, in welchem Land das Konto liegt. Außerdem: Der europäische Kapitalmarkt braucht in ausreichendem Volumen sichere Wertpapiere, vergleichbar den US-Staatsanleihen. Beides ist nicht in Sicht. Bei diesen zwei Themen ist eher engagiertes Auf-der-Stelle-Treten als Fortschritt erkennbar.

Unter den großen Euro-Staaten verhindern vor allem Deutschland und Italien, dass sich etwas bewegt. In Deutschland führt jeder Vorschlag zu fast hysterischer Ablehnung, der auf 100 Kilometer Entfernung eine leichte Ähnlichkeit mit Euro-Bonds, also Anleihen mit gemeinsamer Haftung aller Staaten, zu haben scheint. Und in Italien sitzt eine Regierung, die mit ihrer bockigen Haltung alle Bedenken gegen ein engeres Zusammengehen der Euro-Länder rechtfertigt.

Man sollte sich keine Illusionen machen: Eine Währung ist nur so stark wie die dahinterstehenden Institutionen. Die Europäische Zentralbank ist eine starke Institution. Aber das reicht nicht aus. Wenn die Euro-Länder nicht kreativer darin werden, wirksame und glaubwürdige Mechanismen für Krisensituationen und ausreichend sichere Wertpapiere zu schaffen, dann wird es nichts mit einem starken Euro.

Klar ist: Jeder Schritt zu mehr Gemeinsamkeit birgt auch politische Risiken und macht das Finanzsystem noch komplizierter. Deswegen ist es schwierig, den richtigen Weg zu finden. Aber wenn alle Euro-Länder ihre nationalen Bedenken voranstellen, müssen wir auf unabsehbare Zeit die Vormacht der Amerikaner akzeptieren. Darüber sollte sich niemand Illusionen machen.

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