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Kommentar Europa wird beim Thema Künstliche Intelligenz abgehängt

Bei der künstlichen Intelligenz holt China zu den USA auf. Europa dagegen fehlt eine Strategie – so verspielt der Kontinent eine große Chance.
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China hat die Chancen der neuen Technologie erkannt. Quelle: dpa
Nationaler Roboter- und KI-Wettbewerb in China

China hat die Chancen der neuen Technologie erkannt.

(Foto: dpa)

Künstliche Intelligenz, kurz KI, hat das Potenzial, unsere Wirtschaft grundlegend zu verändern. Es ist selten, dass sich alle Seiten weitgehend einig darüber sind, wie weitreichend die Auswirkungen der KI sind. Doch das ist hier der Fall.

Die USA sind seit Langem führend darin, die zukunftsweisenden Algorithmen zu entwickeln. Jetzt hat auch China die Chance der Technik erkannt und schließt mit großem Tempo zu den Vereinigten Staaten auf. Anstatt auch in Europa entsprechend zu reagieren, wird das Zukunftsthema viel zu wenig behandelt. Das ist fatal.

Peking macht vor, wie eine gezielte Politik aussieht. Das gilt sowohl im Positiven wie bei der Förderung von Forschung und von vielversprechenden Start-ups. Das gilt allerdings auch im Negativen, mit der gezielten Entwicklung von Techniken zur massenhaften Überwachung der Bevölkerung.

Beides sollte in Europa als Warnsignal verstanden werden. Algorithmen werden verändern, wie unser Verkehr organisiert ist, wie unsere Fabriken arbeiten und wie unser Gesundheitssystem operiert. Noch stehen wir am Anfang. Komplexe Systeme steuern Ampeln, erkennen Krebszellen auf Röntgenaufnahmen oder dirigieren die Arme von Industrierobotern. Künftig könnten sie Autos durch den Verkehr steuern, ganze Diagnosen bei Beschwerden von Patienten erstellen oder sogar selbstständig neue Produkte entwickeln.

Oft ist uns gar nicht klar, wie bereits heute Algorithmen unseren Alltag bestimmen. Ob bei der Suche im Internet oder beim Telefonieren mit einem Sprachcomputer bei einer Hotline: Genau dort kommen viele Systeme schon jetzt zum Einsatz.

Doch sie und ihre Herkunft sind viel schwieriger zu erfassen. Ein Produkt aus China trägt den Schriftzug „made in China“. Ein Algorithmus nicht. Dabei kann ein KI-System viel unmittelbarere Auswirkungen auf unsere Wahrnehmung haben.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Europa und Deutschland jetzt die richtigen Vorbereitungen treffen. Es ist nicht gut, dass europäische Firmen in der Entwicklung von KI kaum mit den Projekten aus den USA oder China mithalten können. KI bietet mehr als nur den Gewinn an Effizienz. KI-Systeme spiegeln ultimativ das Welt- und Wertebild ihrer Entwickler wider. Deshalb ist es wichtig, dass es auch Algorithmen gibt, die unserem Weltbild entspringen.

Europa muss handeln. Und zwar jetzt. Wir brauchen eine Strategie, wie es gelingt, dass Forschung und Wirtschaft nicht den Anschluss beim Zukunftsthema KI verlieren. Sonst werden wir in Zukunft nur noch zwischen Anbietern aus den USA und China wählen können. Das darf nicht passieren.

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