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Kommentar Europas Großbanken müssen endlich den Weg aus der Sackgasse finden

Die US-Banken eilen der europäischen Konkurrenz davon. Was Europa fehlt, ist eine echte Bankenunion – doch davor scheut die Politik zurück.
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Viele europäische und deutsche Großbanken kämpfen immer noch mit den Spätfolgen der Finanz- und Schuldenkrise. Quelle: dpa
Skyline von Frankfurt

Viele europäische und deutsche Großbanken kämpfen immer noch mit den Spätfolgen der Finanz- und Schuldenkrise.

(Foto: dpa)

Das Bild ist ebenso vertraut wie deprimierend – zumindest aus europäischer Sicht. Quartal für Quartal präsentieren die US-Banken Ergebnisse, die beweisen, dass sich die Institute allerbester Gesundheit erfreuen. Sicher, die Flaute an den Kapitalmärkten geht auch an den amerikanischen Geldhäusern nicht spurlos vorüber, und die erwartete Zinssenkung der Notenbank Fed wird das Leben für die Wall-Street-Riesen etwas schwieriger machen.

Aber Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing würde wahrscheinlich einen Freudentanz aufführen, wenn er die gleichen Probleme hätte wie sein Pendant bei Goldman Sachs, David Solomon, der für das zweite Quartal „nur“ einen Gewinn von zwei Milliarden Dollar vermelden konnte. Ganz zu schweigen vom Platzhirsch JP Morgan, der innerhalb von drei Monaten neun Milliarden Dollar verdiente.

In Europa und speziell in Deutschland laborieren viele Großbanken dagegen immer noch an den Spätfolgen der Finanz- und Schuldenkrise. Um aus dieser Sackgasse herauszukommen, bräuchte es dringend strukturelle Veränderungen in der Euro-Zone. Doch darauf werden die Banken zumindest in absehbarer Zeit vergeblich warten. Im Prinzip sind sich zwar alle einig, dass in der Finanzbranche mehr Integration nötig wäre, doch politisch lässt sich das zurzeit kaum durchsetzen.

Für den Kräfteunterschied zwischen altem und neuem Kontinent gibt es eine ganze Reihe von Gründen. Einer davon ist die Geldpolitik. Die US-Geldhäuser profitieren von deutlich höheren Leitzinsen, während Europas Banken schon bald unter noch tieferen Minuszinsen leiden dürften. Und das wird noch einmal einige Milliarden Euro weniger Gewinn bedeuten.

Entscheidend für das transatlantische Ungleichgewicht ist aber ein anderer Grund: Die amerikanischen Geldhäuser verdienen ihr Geld auf einem gigantischen Binnenmarkt mit homogener Regulierung. In der Euro-Zone existiert zwar auf dem Papier eine Bankenunion, in der Praxis herrscht aber noch immer in vielen Bereichen Kleinstaaterei.

So können zum Beispiel paneuropäische Banken wie die italienische Unicredit ihre Liquidität nicht beliebig auf die einzelnen Standorte verteilen, um sie möglichst effizient einzusetzen. Hinter diesen Beschränkungen steckt die Angst der nationalen Regulierer und Politiker, am Ende für die Folgen der Misswirtschaft von ausländischen Banken geradestehen zu müssen.

Hier zeigt sich die Zwickmühle, in der die Euro-Zone steckt. Um nachhaltig stabiler zu werden, bräuchten die Geldhäuser eine echte Bankenunion, aber weil die Banken noch nicht stabil genug sind, traut sich die Politik nicht, das angekündigte Projekt zu vollenden. Solange dieses Patt nicht aufgelöst ist, werden die US-Banken ihre europäischen Konkurrenten noch weiter abhängen.

Mehr: Die deutsche Wirtschaft braucht die Deutsche Bank noch immer – besonders dann, wenn die Konjunktur schwächelt und sich andere Geldhäuser aus dem deutschen Markt zurückziehen könnten.

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