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Kommentar Europas Investmentbanker müssen sich endlich um die Kunden vor Ort bemühen

Europas Investmentbanken müssen sich stärker um den hiesigen Mittelstand kümmern. Dessen Stärken haben Wall-Street-Firmen längst erkannt – ein Warnsignal.
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Europäische Investmentbanken hängen stark hinter der amerikanischen Konkurrenz zurück. Quelle: AP
Dunkle Wolken über Frankfurt

Europäische Investmentbanken hängen stark hinter der amerikanischen Konkurrenz zurück.

(Foto: AP)

Die Zahlen sind eindeutig. Egal, welchen Datenanbieter man zurate zieht, die Schwäche der europäischen Investmentbanken gegenüber ihren US-Pendants ist nicht mehr wegzudiskutieren.

Die US-Banken belegen die vorderen Plätze der Ranglisten. Erst weit hinten in den Top Ten finden sich die ersten europäischen Institute, darunter Barclays und die Deutsche Bank.

Und selbst diese Betrachtung führt noch zu einem verzerrten Bild. Blickt man auf das, was wirklich zählt, die Erträge, die die Banken mit dem Aktien- und Anleihehandel und der Beratung von Firmenkunden erzielen, dann klafft der Abgrund zwischen den hochprofitablen US-Häusern und den schwächelnden europäischen Wettbewerbern noch tiefer.

Das gilt vor allem fürs Handelsgeschäft. In den Jahren nach der Finanzkrise hatten die französischen Großbanken hier Achtungserfolge errungen – nun wickeln sie ganze Sparten ab. Auch die bereits angeschlagene Deutsche Bank hatte noch einmal versucht, im Aktienhandel anzugreifen. Im Ergebnis stehen hohe Verluste und eine belastete Bilanz.

Europa muss einsehen, dass die Weltspitze auf absehbare Zeit entrückt ist. Zu groß sind die strukturellen Vorteile der Amerikaner. Die US-Geldpolitik hat sich normalisiert, während die Europäische Zentralbank weiter im Krisenmodus agiert.

Der riesige Heimatmarkt bietet den US-Banken eine solide Basis, die es im zersplitterten Europa so nicht gibt. Und das US-Arbeitsrecht lässt es zu, gute Händler exzellent zu entlohnen, sie aber auch, wenn nötig, schnell vor die Tür zu setzen.

Die europäischen Investmentbanken sollten die Restrukturierung als Chance begreifen, nicht als Blamage, und sich im globalen Wettbewerb auf ureigene Stärken besinnen.

Europas Mittelständler sind erfolgreich – und brauchen gute Banker, die bei komplexen Finanzierungen beraten, bei Fusionen, Übernahmen oder der Regelung der Unternehmensnachfolge. Ohne Händler geht es zwar nicht. Berät eine Bank etwa bei einem Börsengang, muss sie die Aktien auch an den Mann bringen.

Und klar ist: Die Beratung bringt deutlich weniger Geld ein. Dennoch führt an der Stärkung dieses Bereichs kein Weg vorbei, allein schon, weil das Beratungsgeschäft kaum knappes Kapital verbraucht und langfristig stabilere Erträge verspricht.

Die Wall-Street-Häuser haben auch das längst erkannt. Sie werben um hiesige Mittelständler mit guten Konditionen und einem weltweiten Netzwerk. Für Europas Institute ist das ein Warnsignal. Sie müssen sich endlich wieder stärker um die Kunden vor Ort kümmern, die heute globaler aufgestellt sind als so manche Bank.

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