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Kommentar Ex-SPD-Chef Gabriel wäre ein geeigneter Kandidat für die Spitze der Autolobby

Als eine der letzten Branchen agiert die deutsche Autoindustrie auf Augenhöhe mit Wirtschaftsmächten wie China. Daher braucht ihre Lobby einen starken Präsidenten.
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Der Ex-SPD-Chef vereint vieles, dass ihn für den Posten des VDA-Präsidenten qualifizieren würde. Quelle: dpa
Sigmar Gabriel

Der Ex-SPD-Chef vereint vieles, dass ihn für den Posten des VDA-Präsidenten qualifizieren würde.

(Foto: dpa)

Keine drei Wochen ist es her, da düpierte Bernhard Mattes die Autoindustrie. Während er vormittags die Kanzlerin durch die Hallen der Autoshow IAA führte, erklärte er nachmittags seinem verdutzten Vorstand, dass er sein Amt Ende des Jahres niederlegen wird.

Mattes war offenbar mürbe von der Kritik an der Messe, den gezielten Querschüssen aus den eigenen Reihen und der Nörgelei über seine Amtsführung. Spätestens seitdem ist klar, dass die Interessenvertretung der deutschen Autoindustrie schweren Schaden genommen hat.

Denn während die einst mächtigste Lobby der Republik sich selbst zu zerlegen droht, übernehmen andere die Deutungshoheit über das Auto. Greta Thunberg und die Fridays-for-Future-Bewegung bringen Zehntausende auf die Straße. Zu Recht stellen die Menschen die Frage, warum die Autoindustrie von einer zukünftigen Verkehrswende redet, heute aber lieber schwere Geländewagen verkauft.

Dass die Industrie den Schalter bereits massiv auf Elektroantriebe umlegt, konnte Mattes nicht recht vermitteln. Auch nicht, wie heikel der Antriebswechsel für die Industrie noch werden kann, sollten sich die Stromautos nicht verkaufen. Es steht viel auf dem Spiel: Die Autoindustrie ist eine der letzten Branchen, in der Deutschland auf Augenhöhe mit den Wirtschaftsmächten China und USA agiert.

Sie sichert nicht nur Jobs und Steuereinnahmen, sondern ist auch der Garant, dass dieses Land in Schlüsseltechnologien wie der Künstlichen Intelligenz Anschluss hält und deren Einsatz mitbestimmt.

So gesehen ist die Mission VDA fast schon eine nationale Aufgabe. Mattes’ Nachfolgerin oder Nachfolger muss einen Konsens unter den verschiedenen Interessen herstellen, braucht einen guten Draht in die Politik und muss vor allem glaubhaft die Diskussion um die Zukunft der Autoindustrie in die Öffentlichkeit tragen.

Viele Namen bieten sich nicht an. Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel wäre ein Kandidat, der alle genannten Anforderungen erfüllt.

Mehr: Die Autoschau in Frankfurt muss einen kräftigen Besucherschwund verkraften. VDA-Präsident Mattes spricht dennoch von einem erfolgreichen Konzept.

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