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Kommentar Ex-VW-Chef Winterkorn hat nun eine letzte Chance, die Wahrheit zu sagen

Winterkorns Erklärungen im Dieselskandal waren nie besonders plausibel. Die Anklage kann der Ex-Konzernchef dazu nutzen, endlich Rückgrat zu zeigen.
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Winterkorn übernahm die Verantwortung im Dieselskandal, eine Verwicklung in die Affäre stritt er aber ab. Quelle: AFP
Martin Winterkorn

Winterkorn übernahm die Verantwortung im Dieselskandal, eine Verwicklung in die Affäre stritt er aber ab.

(Foto: AFP)

Für Martin Winterkorn ist der 23. September 2015 die wohl tiefste Zäsur seines Lebens. An diesem Tag trat der einst allmächtige VW-Chef zurück. Damit übernahm der damals wichtigste Industriemanager der Republik die Verantwortung für die Manipulation von elf Millionen Dieselautos.

Der Skandal hat den Konzern bis heute fast 30 Milliarden Euro gekostet und das Vertrauen seiner Kunden und Aktionäre nachhaltig beschädigt. Winterkorn übernahm die Verantwortung, eine Verwicklung in die Affäre stritt er aber ab. Er sei sich keines Fehlverhaltens bewusst. Ein kleiner Kreis krimineller Techniker habe die VW-Spitze hinters Licht geführt.

Das war nie eine besonders plausible Erklärung. Winterkorn, der Lackdichten und Spaltmaße auf Automessen persönlich kontrollierte, soll ausgerechnet bei der strategisch wichtigen Frage der Abgasfilterung ahnungslos gewesen sein? Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat das nie geglaubt. Lange, sehr lange haben die Ermittler die Affäre aufgearbeitet, Zeugen vernommen, Sitzungsprotokolle ausgewertet, E-Mails durchsucht.

Sie wollen Winterkorn und vier weiteren Topmanagern nun nachweisen, dass die VW-Spitze seit Mai 2014 von dem Betrug zumindest wusste. Dass Winterkorn hätte einschreiten müssen, als ihm die entsprechenden Berichte zugänglich waren. Denn nicht erst seit dem Siemens-Schmiergeldskandal ist das Toppriorität eines Konzernlenkers: dafür zu sorgen, dass im Verantwortungsbereich des eigenen Unternehmens nach Recht und Gesetz gearbeitet wird.

Der Prozess ist auch deshalb nötig, weil Volkswagen bei der Aufklärung der Affäre versagt. So hat der VW-Aufsichtsrat Winterkorn bereits zu seinem Rücktritt von jeglicher persönlicher Schuld freigesprochen. Auch versäumte der Aufsichtsrat die versprochene Veröffentlichung des internen Revisionsberichts. So hat Martin Winterkorn vor Gericht eine einmalige Chance: endlich die Wahrheit über den Dieselskandal zu erzählen.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Ex-VW-Chef Winterkorn hat nun eine letzte Chance, die Wahrheit zu sagen"

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  • Herr WINTERKORN, für den die Unschuldsvermutung noch zu gelten hat, ist leider ein Erzlügner, unsympathisch noch dazu, ein Typ Manager den Deutschland nicht braucht. Man kann nur hof-
    fen, daß das Gericht sich nich auf zu erwartende Spielchen der Verteidigung einläßt. WiKo muß
    in den Bau und darüberhinaus SCHADENSERSATZ leisten.