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Kommentar Externe Regierungsberater sind nicht per se skandalös

Expertenmeinungen sind sinnvoll. Steigende Ausgaben der Regierung für Berater werden aber dann zum Skandal, wenn die Ministerien sie nicht kontrollieren.
08.12.2019 - 17:15 Uhr Kommentieren
Viele Bundesministerien bedienen sich der Expertise externer Berater. Quelle: The Image Bank/Getty Images
Berater der Bundesregierung (Symbolbild)

Viele Bundesministerien bedienen sich der Expertise externer Berater.

(Foto: The Image Bank/Getty Images)

Die meisten externen Berater innerhalb des Regierungsapparats beschäftigte noch nie das Bundesverteidigungsministerium, sondern das Innenministerium. Auch das Verkehrsressort hat traditionell hohen Beratungsbedarf, ebenso das der Finanzen.

Und auch wenn die halbe Republik heute im Zusammenhang mit der Bundesregierung das Wort „Berater“ reflexhaft mit „Affäre“ oder „Skandal“ verbindet: Sich externer Experten zu bedienen ist nicht per se verwerflich. In vielen Fällen ist es sogar sehr sinnvoll.

In Verruf geraten sind die Aufträge an Unternehmensberatungen und Wirtschaftskanzleien, weil etwa im Bundesverteidigungsministerium die Richtlinien zur Auftragsvergabe nicht eingehalten wurden und die frühere Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder zuvor als Unternehmensberaterin tätig war.

Im Bundesfinanzministerium tauchten nach der Finanzkrise zu Recht Fragen auf, wieso dort dieselben Kanzleien Aufträge erhielten, die zuvor die Pleitebank HRE beraten hatten. In beiden Fällen scheint das jeweilige Ministerium nicht in der Lage gewesen zu sein, jederzeit seine Berater zu steuern. Das hing jeweils auch damit zusammen, dass bei den Beamten Expertise fehlte. An diesem Punkt muss die Bürokratie wieder besser werden.

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    Es sind zumeist Digitalisierungsprogramme, in denen heute die Externen zum Einsatz kommen. Wenn es hierzulande drängenden Fachkräftemangel gibt, dann bei jenen IT-Experten, die Erfahrung darin haben, Großorganisationen auf moderne IT umzustellen. Mit diesem Problem kämpfen Unternehmen wie Verwaltungen.

    Nur dass die Verwaltungen erschreckend wenig dabei vorangekommen sind, erstens ihre eigenen Prozesse vollständig zu digitalisieren und zweitens im Beschaffungswesen oder gegenüber den Bürgern ebenfalls digitale Kommunikationskanäle zu öffnen.

    Wenn die Ausgaben für externe Berater im letzten Jahr gestiegen sind, ist das deshalb erst einmal ein gutes Zeichen. Das Ministerium mit dem größten Digitalisierungsbedarf – das für die Bundes-IT zuständige Innenministerium – hat sich offenbar nicht von der Berateraffäre des Verteidigungsministeriums verschrecken lassen.

    Zu hoffen ist, dass die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) genauso den Mut aufbringt, in Zeiten der Cyberbedrohung weiter an der Modernisierung der Bundeswehr-IT zu arbeiten, auch mit externen Beratern.

    Was die Ministerien aber dringend sicherstellen müssen, ist, dass sie intern genug eigene Leute haben, die jederzeit verstehen, was die Externen gerade tun. Dann ist deren Einsatz während einer Modernisierungsphase äußerst sinnvoll. Fachleute für jedes Detail muss eine Bürokratie nicht vorhalten.

    Mehr: Die Bundesregierung hat 2018 erneut mehr externe Berater engagiert. Insbesondere das Innen- und Verkehrsministerium nutzten die Expertise von außen.

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