Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Facebook verliert durch Datenmissbrauch seine Glaubhaftigkeit

Als Nutzer amerikanischer Tech-Dienste hat man sich daran gewöhnt, dass nichts mehr privat zu sein scheint. Dabei sollte die Empörung groß sein.
Kommentieren
Der Tech-Konzern soll Audionachrichten seiner Nutzer abgehört haben. Quelle: AP
Facebook

Der Tech-Konzern soll Audionachrichten seiner Nutzer abgehört haben.

(Foto: AP)

Es gibt die Macht der Wiederholung. Wenn Dinge immer wieder geschehen, immer wieder gedacht und gesagt werden, dann dringen sie ins Unterbewusstsein des Menschen ein. Sie werden kaum noch wahrgenommen.

Dass amerikanische Tech-Konzerne mit dem deutschen Datenschutzgedanken fremdeln, ist auch einer jener Gedanken, die wir als Nutzer ihrer Dienste verinnerlichen. Als Mittwoch die Nachricht kam, Facebook habe Mitarbeiter die Aufnahmen von Nutzern aus seinem Chatdienst Messenger anhören und abtippen lassen, entlockte das vielen vermutlich nur noch ein Schulterzucken. Wer hatte es nicht schon geahnt, nachdem bereits Konzerne wie Amazon, Google und Apple dabei erwischt wurden, Audiodateien der Nutzer auswerten zu lassen.

Doch statt Schulterzucken ist Empörung angebracht. Zum Schutz der Privatsphäre gehört, dass Gespräche zwischen Menschen nicht heimlich aufgezeichnet und abgehört werden. Solche Geheimdienstmethoden haben in einer freien Gesellschaft nichts verloren. Andersfalls bekommen wir irgendwann Zustände wie einst in der DDR, wo Bürger, wenn sie einander Wichtiges mitzuteilen hatten, an der frischen Luft spazieren gingen.

Für Facebook ist die Enthüllung besonders heikel. Zum einen ist das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Konzern seit Veröffentlichung des Cambridge-Analytica-Skandals ohnehin gering. Zum anderen kursieren seit Längerem Gerüchte, wonach personalisierte Werbung in dem Netzwerk auf zuvor geführten Gesprächen aufsetzt. Der Verdacht ist also schon länger vorhanden.

Die Menschen gewöhnen sich daran, dass nichts mehr privat scheint. Die Salamitaktik der Tech-Konzerne macht es möglich. Erst zugeben und bedauern, wenn es öffentlich wird. Klar wird, nur wir Nutzer selbst können unsere Daten wirklich schützen. Indem wir selbst entscheiden, was wir sozialen Medien und deren Messenger-Diensten anvertrauen. Nutzer sind die Wächter ihrer Daten – sicher nicht Facebook.

Mehr: Das soziale Netzwerk hat Nachrichten von Nutzern abgehört und erst später darüber informiert. Betroffen ist besonders eine User-Gruppe.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Facebook verliert durch Datenmissbrauch seine Glaubhaftigkeit

0 Kommentare zu "Kommentar: Facebook verliert durch Datenmissbrauch seine Glaubhaftigkeit"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote