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Kommentar Facebooks Bekenntnis zur End-to-end-Verschlüsselung ist ein schlauer Schachzug

Zuckerberg beugt sich dem Wunsch vieler Menschen nach mehr Privatsphäre – eine Vertrauensoffensive, die seine exzellenten Geschäftssinn beweist.
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Der Facebook-Chef wagt beim Thema Privatsphäre eine 180-Grad-Kehrtwende. Quelle: AP
Mark Zuckerberg

Der Facebook-Chef wagt beim Thema Privatsphäre eine 180-Grad-Kehrtwende.

(Foto: AP)

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist ein exzellenter Geschäftsmann, der sich auf schlaue Schachzüge versteht. Das beweist er nun erneut, wenn er eine sogenannte End-to-end-Verschlüsselung für die Kommunikation auf der Plattform ankündigt.

Die Privatsphäre der rund 2,2 Milliarden Nutzer soll besser geschützt werden, wenn nur noch Sender und Empfänger die Nachrichten lesen – nicht mehr Dritte, wie vielleicht Facebook selbst.

Das ist eine 180-Grad-Kehrtwende eines bisherigen Alles-ist-öffentlich-Ansatzes. Zuckerberg beugt sich dem Wunsch vieler Menschen nach mehr Privatsphäre. Jahrelang haben sie alles von sich offenbart, freudige Geburten und emotionale Sinnkrisen, üppige Festgelage.

´Im Schicksalsjahr 2018 aber schlug die Stimmung um: Erst brachte der Datenskandal um die britische Firma Cambridge Analytica die Offenbarungssucht vieler Nutzer zum Erlahmen, dann meldeten erste Prominente ihren kompletten digitalen Entzug an. Offline war das neue Online – das ist Gift für ein Unternehmen wie Facebook.

Zuckerberg muss alles unternehmen, um ramponiertes Vertrauen aufzubauen. Denn Vertrauen ist die Währung, mit der er die Daten seiner Nutzer bezahlen will. Jüngst fuhr ihm das Bundeskartellamt in die Parade, als die Behörde feststellte, dass der US-Konzern nicht mehr Daten aus verschiedenen Quellen, auch nicht mit denen der Tochterfirmen WhatsApp und Instagram, verschmelzen darf.

Eine solche Verschmelzung ist attraktiv, weil dadurch die Werbung noch zielgerichteter ausgespielt werden kann. Dazu kommt immer mehr Druck von amerikanischen Institutionen.

Das sind Umstände, mit denen ein Unternehmen wie Facebook auf Dauer nicht leben kann. Mit der neuen Vertrauensoffensive will Zuckerberg den Boden dafür bereiten, dass sich die Menschen wieder wohler fühlen auf seiner Plattform – und sich öffnen. Nur das ist der Schlüssel zu hohen Werbeeinnahmen. Zuckerberg ist schließlich ein ausgezeichneter Geschäftsmann.

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