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Kommentar Facebooks Messenger-Pläne sind ein Fall für die Kartellwächter

Mark Zuckerberg will WhatsApp enger mit Instagram und dem Facebook Messenger verzahnen. Eine mindestens fragwürdige Idee. 
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Der technologische Unterbau für den Messenger, WhatsApp und Instagram soll enger verzahnt werden. Quelle: AFP
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Der technologische Unterbau für den Messenger, WhatsApp und Instagram soll enger verzahnt werden.

(Foto: AFP)

Nach außen übt sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg seit Monaten in Demut. Er versichert, sein Unternehmen habe verstanden, wolle nur das Beste für Nutzer, und er werde sein soziales Netzwerk nach all den Datenskandalen „reparieren“. Doch gleichzeitig setzt Zuckerberg an, Facebook noch mächtiger zu machen. Er plant laut US-Medienberichten, WhatsApp, Instagram und den Facebook Messenger zu verzahnen.

Die Apps selbst will er offenbar als eigenständige Nutzeroberflächen erhalten – doch der technologische Unterbau, auf dem die Programme gründen, soll viel enger verzahnt werden. Auf den ersten Blick hätte das durchaus Vorteile für die Nutzer. WhatsApp-Anwender, so der Plan, sollen Nachrichten künftig auch an Instagram- oder Facebook-Mitglieder verschicken können.

Es ist tatsächlich überfällig, dass die Anbieter von Chatprogrammen ihre Angebote öffnen. Warum soll man E-Mails von Gmail zu GMX verschicken können, Nachrichten von WhatsApp aber nicht an andere Dienste?

Doch darum geht es Zuckerberg nicht. Die Idee für die Messenger-Zwangsehe kommt zu einer Zeit, in der sich der Facebook-Chef nicht nur für Datenskandale rechtfertigen muss. Auch das Wachstum in einigen seiner wichtigsten Märkte lässt nach. Nun braucht er neue Einnahmequellen. Und die könnte so ein Schritt bringen.

Zwar sind die bislang werbefreien WhatsApp-Nachrichten so verschlüsselt, dass selbst Facebook sie wohl nicht lesen kann. Doch durch die Verknüpfung der Dienste lässt sich viel besser nachvollziehen, mit wem die Menschen zu welcher Zeit und wie intensiv kommunizieren. Diese Informationen lassen sich dann mit den Daten kombinieren, die Nutzer bei Facebook oder bei Instagram hinterlassen. All das ist eine perfekte Basis, um später passgenaue Werbung – zum Beispiel zwischen WhatsApp-Nachrichten – anzeigen zu können.

Bei WhatsApp-Fans und Datenschützern dürfte das zu Protesten führen. Zugleich würde durch die Zusammenlegung ein wohl übermächtiges Kommunikationsinstrument mit 2,6 Milliarden Nutzern entstehen und damit ein Fall für die Wettbewerbshüter.

Bereits 2017 hatte die EU-Kommission Facebook wegen der Bündelung von Nutzerdaten zwischen Facebook und WhatsApp zu einer Strafe von 110 Millionen Euro verurteilt. Facebook würde mit einer noch engeren Verzahnung der Chatprogramme seine Macht nutzen, um die ohnehin starke Position auf Jahre abzusichern.

Die Kartellwächter sollten nicht zu lange warten, die Sache zu prüfen. In den USA und Europa diskutieren sie längst Möglichkeiten, Facebook aufzuspalten. Wenn Zuckerberg aber seine wichtigsten Kommunikationsdienste erst ineinander verwoben hat, wird das ein ganzes Stück schwieriger. 

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