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Kommentar Familienunternehmen sollten bei Fremdmanagern vorsichtig sein

Das Scheitern von Stephan Schaller bei Voith zeigt: Familienunternehmer sollten externe Manager erst nach einer Bewährungsprobe ans Ruder lassen.
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Der größte Fehler war, dass der Ex-BMW-Motorradchef Stephan Schaller den Voith-Chefposten direkt bekam. Quelle: Voith
Voith

Der größte Fehler war, dass der Ex-BMW-Motorradchef Stephan Schaller den Voith-Chefposten direkt bekam.

(Foto: Voith)

Familienunternehmen haben ihre ganz eigene Kultur. Den richtigen Ton und Stil zu treffen ist für externe Manager nie trivial. Das kann richtig schiefgehen, wie beim Esslinger Automatisierungsspezialisten Festo vor zwei Jahren und wie jetzt beim Anlagenbauer Voith mit Stephan Schaller.

Der größte Fehler war, dass der Ex-BMW-Motorradchef den Voith-Chefposten direkt bekam. Vorgänger Hubert Lienhard hat sich erst im Turbinengeschäft bei Voith einige Jahre bewährt, bevor er ans große Ruder durfte. Schaller war zwar fast drei Jahre Mitglied des Gesellschafterausschusses, aber drei oder vier Sitzungen im Jahr sind mit einer operativen Bewährungsprobe nicht vergleichbar. Der neue Chef Toralf Haag ist immerhin schon zwei Jahre in Heidenheim als Finanzchef.

Zweiter Fehler: Generell ist ein Fremdmanager neben fachlicher Qualifikation in erster Linie Sachwalter des Vermögens der Gesellschafter. Dafür muss er diplomatisches Geschick mitbringen, das man in dieser Form nicht in Dax-Konzernen lernt. Dazu kommt: Bei Voith ist seit fast 50 Jahren kein Familienmitglied mehr im Unternehmen operativ tätig. Die Familie ist auf die industrielle Expertise des Aufsichtsratschefs angewiesen. Er soll kluge Köpfe in die Provinz locken.

Bislang zählten bei der Besetzung große Namen. Jetzt aber ist digitales Know-how wichtig. Schaller war bei seiner Berufung 60.

Dritter Fehler: Generell müssen sich Gesellschafter im Klaren sein, dass Heidenheim oder Esslingen keine große Anziehung auf Topmanager ausübt. Ein so fest in der Region verwurzeltes Unternehmen wie Voith kann man aber nicht als Wochenendheimflieger mit Smartphone führen. Dazu ist die gesellschaftliche Funktion des Voith-Chefs in der Stadt zu wichtig.

Der Fremdmanager muss zwar nicht gleich umziehen, aber sich dennoch voll und ganz auf diese Aufgabe einlassen. Sonst wird es für einen Externen sehr schwer, die Führungskräfte, die Mannschaft und die Stadt hinter sich zu bringen.

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