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Kommentar Fed-Chef Powell hält sich alle Türen offen

Amerikas oberster Geldpolitiker sagte am Mittwoch endlich das, was alle hören wollten. Und doch bleiben alle wichtigen Fragen ungeklärt.
17.06.2021 - 04:00 Uhr Kommentieren
Der Fed-Chef will sich in Sachen Geldpolitik nach der Coronakrise noch nicht festlegen. Quelle: AP
Jerome Powell

Der Fed-Chef will sich in Sachen Geldpolitik nach der Coronakrise noch nicht festlegen.

(Foto: AP)

Egal ob Marktexperte Mohamed El-Erian, der Chef von Morgan Stanley, James Gorman, oder Starinvestor Paul Tudor Jones: Alle haben in den vergangenen Tagen Druck auf Jerome Powell gemacht. Der Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) müsse endlich abrücken von seiner Überzeugung, dass der starke Anstieg der Inflation in den USA nur vorübergehend sei, sondern langfristig auf der Wirtschaft lasten könnte.

Statt zu lange abzuwarten, müsse die Fed damit anfangen, ihre Anleihekäufe zu reduzieren. So würde sie vermeiden, dass die Wirtschaft überhitzt und dass ein zu drastisches Eingreifen der Fed zu einer Rezession führen würde.

Die Botschaft ist angekommen bei Powell. Die Notenbanker hätten bei ihrer Tagung in dieser Woche angefangen, über eine Reduzierung der Anleihekäufe zu diskutieren, erklärte er. Das ist ein wichtiges Signal für Investoren, und es ist höchste Zeit, dass die Fed mit den Diskussionen beginnt.

Doch noch wichtiger ist eine andere Botschaft, die Powell am Mittwoch ebenfalls sendete: Er lässt sich alle Optionen offen, und er lässt sich schon gar nicht zu einer Entscheidung drängen. Denn auch wenn der Fed-Chef das Risiko von länger anhaltenden Inflationsraten erkennt – er ist nicht überzeugt, dass die Preise nachhaltig steigen werden.

Viel eher geht er davon aus, dass sich die Lage wieder normalisieren wird, wenn die Produktion sich der gestiegenen Nachfrage angepasst hat und Engpässe aufgelöst sind. Dann würden technologische Innovationen auch wieder Druck auf die Preise machen.

Die Diskussion um die Strategie wird weitergehen

Powell gab sich sowohl als „Taube“, also geldpolitisch weich, als auch als „Falke“. So war für jeden etwas dabei. Wichtiger sind daher die Schritte, die die Fed als Nächstes tatsächlich gehen wird. Powell sicherte Investoren zu, ihnen „weit im Voraus“ mitzuteilen, wenn eine Änderung bei den Anleihekäufen ansteht. Die Zinswende dagegen sei noch in weiter Ferne, betonte Powell, auch wenn sich einige Notenbanker für schnellere Zinserhöhungen ausgesprochen haben.

Wichtige Fragen bleiben indes weiter ungeklärt: Wie viel Vorlauf wird die Fed den Märkten geben? Und woran macht sie fest, dass „weitere, deutliche Fortschritte“ in der Wirtschaft tatsächlich erreicht sind?

Die Diskussion um die künftige Strategie der Fed und die damit verbundene Verunsicherung an den Märkten werden weitergehen. Denn wer sich wie Powell alle Türen offen lässt, muss sich darauf einstellen, dass seine Kritiker den Druck so lange aufrechterhalten, bis er klar Position bezieht.

Mehr: Fed stellt zwei Zinsschritte bis Ende 2023 in Aussicht und erwartet höhere Inflation

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