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Kommentar Finanzgeschäfte nach dem Brexit: Für Deutschland wird 2022 das Schlüsseljahr

Amsterdam löst London als größten Handelsplatz für europäische Aktien ab. Aber Frankfurt könnte nächstes Jahr zum größten Brexit-Profiteur werden.
16.02.2021 - 09:09 Uhr 1 Kommentar
Noch liegt Amsterdam im Aktienhandel auf dem Kontinent vorn. Quelle: dpa
Börse in Frankfurt am Main

Noch liegt Amsterdam im Aktienhandel auf dem Kontinent vorn.

(Foto: dpa)

Wie stark der Brexit dem Finanzplatz London zusetzt, zeigt sich im Handel mit europäischen Aktien besonders anschaulich. Investoren und Banken haben hier von einem Tag auf den anderen Geschäfte mit einem Volumen von 6,5 Milliarden Euro von Großbritannien in die EU verlagert. Der größte Profiteur davon ist Amsterdam, das London als größten Handelsplatz für europäische Aktien abgelöst hat.

Für Frankfurt und den Finanzplatz Deutschland steht das wichtigste Gefecht im Kampf um Handelsgeschäfte nach dem Brexit noch bevor. Dabei geht es um die Abwicklung von Derivategeschäften in Euro. Im sogenannten Euro-Clearing hat die Deutsche Börse ihren Marktanteil in den vergangenen Jahren von einem auf 20 Prozent ausgebaut.

Dominiert wird das billionenschwere Geschäft jedoch weiter vom Londoner Clearinghaus LCH. Mitte 2022 läuft jedoch eine Ausnahmegenehmigung aus, die europäischen Banken aktuell noch eine Nutzung von LCH erlaubt.

Die EU macht seit Langem Druck, dass Banken und Investoren mehr Clearinggeschäfte auf den Kontinent verlagern. Einen harten Schnitt wie im Aktienhandel haben die Verantwortlichen in Brüssel bisher jedoch vermieden, weil sie bei einer abrupten Verlagerung des Marktes zu Recht Risiken für die Finanzstabilität befürchten.

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    Zahlreiche Banken spekulieren ganz offensichtlich darauf, dass sich die EU einen harten Schnitt auch 2022 nicht trauen wird. Zudem hoffen viele Akteure am Finanzmarkt darauf, dass Brüssel die britischen Clearinghäuser als gleichwertig anerkennen und ihre Nutzung somit dauerhaft ermöglichen wird.

    Die EU steht vor einer Gratwanderung

    Die EU steht bei dieser Entscheidung vor einer Gratwanderung. Dass sie den eigenen Finanzmarkt stärken will und gerade in Krisensituationen gern direkten Zugriff auf das Euro-Clearing hätte, ist nachvollziehbar. Auf der anderen Seite setzt sie sich bei einer politisch erzwungenen Verlagerung dem Vorwurf aus, protektionistisch zu handeln.

    Das Beispiel Aktienhandel zeigt, dass die EU dazu grundsätzlich bereit ist – und dass die Änderung von regulatorischen Rahmenbedingungen Finanzmärkte von heute auf morgen verändern kann.

    2022 wird für den europäischen Finanzsektor somit ein Schlüsseljahr, schließlich ist das Volumen im Derivateclearing um ein Vielfaches höher als im europäischen Aktienhandel.

    Sollte es zu einer groß angelegten Verlagerung von Clearinggeschäften kommen, würde Frankfurt zum größten Brexit-Profiteur auf dem Kontinent aufsteigen. Denn dass die EU einmal gewonnenes Geschäft anschließend wieder nach Großbritannien abfließen lässt, ist sehr unwahrscheinlich.

    Mehr: Bundesbank-Vorstand: Brexit führt zu bedeutsamen Veränderungen des deutschen Bankenmarkts

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Finanzgeschäfte nach dem Brexit: Für Deutschland wird 2022 das Schlüsseljahr"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.


    • Die EU setzt sich dem Vorwurf aus, protektionistisch zu handeln, wenn sie das Euro-Clearing von London in die Union verlagern will.
      Das wäre doch ein Scherz und kein Argument.
      Wer hatte denn die protektionistischen Motive beim Brexit?

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