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Kommentar Fords Abschied vom Ridesharing ist Sparen an der falschen Stelle

Von Algorithmen gelenkte Sammeltaxen sind Baustein für das autonome Fahren – und damit der Zukunft. Während VW das versteht, stellt Ford sich quer.
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Die Zahlen beim Autohersteller stimmen schon länger nicht mehr – der aktuelle Sparkurs gefährdet die Zukunftsfähigkeit zusätzlich. Quelle: Reuters
Ford

Die Zahlen beim Autohersteller stimmen schon länger nicht mehr – der aktuelle Sparkurs gefährdet die Zukunftsfähigkeit zusätzlich.

(Foto: Reuters)

Zwei Konzerne derselben Branche und mit denselben Zukunftsfragen entscheiden sich vollkommen konträr: Während Ford das Experiment mit seiner Ridesharing-Tochter Chariot in wenigen Wochen wegen Erfolglosigkeit einstellen will, beginnt das Zeitalter der von Algorithmen gelenkten Kleinbusse bei Volkswagen gerade erst.

Die VW-Tochter Moia startet ihren Großversuch in Hamburg, in zwei Jahren sollen dort 1.000 Moia-Sammeltaxen unterwegs sein. Diese unterschiedliche Herangehensweise beim Ridesharing hat durchaus etwas mit den Mentalitäten in den USA und in Deutschland zu tun. US-Konzerne sind stärker von der Börse und quartalsgetrieben. Wenn die vierteljährlich gezahlte Dividende nicht mehr stimmt, dann verlangen die Investoren Änderungen.

Ford gibt dem Druck jetzt nach. Die Zahlen beim zweitgrößten amerikanischen Autohersteller stimmen schon länger nicht mehr. Die Gewinne, die Ford auf dem Heimatmarkt einfährt, werden zu großen Teilen von Verlusten in Asien und Europa wieder aufgezehrt.

Ford reagiert darauf mit einem rigiden Sparkurs. Erst Mitte Januar hat der US-Konzern für seine europäische Tochter angekündigt, dass Tausende von Mitarbeitern gehen müssen. Auch in den USA soll gespart werden. Deshalb beendet Ford sein Experiment mit der verlustbringenden Ridesharing-Tochter Chariot.

Damit spart Ford am falschen Ende. Ridesharing ist ein wesentlicher Baustein für das autonome Fahren. Auf diesem Feld werden sich selbstständig fahrende Vehikel zuallererst durchsetzen. Wenn der Fahrer eines Kleinbusses nicht mehr gebraucht wird, ergeben sich große Einsparpotenziale. Ridesharing dürfte das autonome Fahren wirtschaftlich erst interessant machen.

VW muss Anlaufverluste in Hamburg durchstehen, das steht außer Frage. Moia wird aber mehr Zeit bekommen als Chariot, um ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufbauen zu können. Das ist in jedem Fall die bessere Variante.

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